Live-Reviews

16. Wacken Open Air

04.08.2005 bis 06.08.2005, Wacken

Am Dienstag, den 02.08.05 war es wieder soweit. Das Wacken-Open-Air öffnete seine Pforten. Europas einstmals kultigstes Festival sollte auch dieses Jahr Anlass für zahlreiche Fans der harten Gitarrenmucke aus aller Welt sein, dem kleinen Örtchen im Kreis Steinburg einen mehrtägigen Besuch abzustatten. Arrgggghhh ...endlich wieder Metal, soweit das Auge reicht. Stimmung gut, Anreise gut ... Vorbereitungen gut ..., was konnte da noch schief gehen? Eine ganze Menge, statt des angekündigten Sommerwetters herrschten in Wacken Chaos, Regen und Schlamm! Zahlreiche zurückgebliebene Paare von Schuhen, feststeckende Autos, die mittels mehrere Tonnen schwerer Traktoren aus dem Schlamm gezogen werden mussten, und eine mangelnde Organisation seitens des Veranstalterteams ließen diesen zunächst mit größter Vorfreude entgegen gesehenen Event im wahrsten Sinne des Wortes »versacken«! Immerhin gelang es uns, wenigstens einen Teil des arg versumpften Festivals mitzunehmen.
Von der Nacht des ersten Tages gibt es folgende seltsame Geschichte zu berichten: Meine Freundin und ich lernten auf dem Zeltplatz zwei Mädels namens Kristina und Svantje kennen, mit denen wir uns ein wenig unterhielten. Wenige Minuten später kamen plötzlich am Wegesrand zwei Typen angestiefelt. Einer davon (Kuttenträger, lange Haare) schritt auf uns zu. Ein weiterer verhielt sich ruhig. Er stand trotz Regens und Kälte lediglich in Muskelshirt und Unterhose bekleidet neben uns und posierte. Ich musterte den komischen Kerl sogleich, der aussah wie eine Kreuzung aus klein Bud Spencer und einem viel zu kurz geratenen Westentaschenwrestler und grinste mir einen in den Bart, während er meinte, dass er nix von mir wolle und ich ihn bloß nicht als so anschauen solle ... da beschwichtigte ich ihn und erklärte dem etwas unbeholfen herumwankenden Zeitgenossen freundlich, dass ich nicht »vom anderen Ufer« sei, er jedoch bitte beim nächsten Mal nicht in weißem T-Shirt und pinkrosaner Unterhose in der Gegend rumlaufen solle, da man ihn sonst möglicherweise noch für einen Vertreter der Rosa Brüder-Fraktion vom anderen Ufer, statt für ein »Model« halten würde. Daraufhin wurde er still, warf eine Haartolle seiner knapp bis zu den Schultern reichenden Haare nach hinten und meinte, nur hey, was ich vom ihm denken würde.
Prompt gab ich zurück, dass ich ihm das besser nicht sagen wolle. Plötzlich dröhnte von der anderen Seite des Weges krachend laute Musik von den Dimple Minds aus den Boxen. Ich kannte zwar das Stück nicht, doch permanent zur anderen Seite herüber schallende Musik inklusive der Textzeile: »Mal ganz ehrlich Leute, sind wir nicht alle ein bißchen assozial, assozial, assozial ...« wurde in dem Moment lauter als ich diesen bizarren Zeitgenossen gerade beschwichtigt hatte. Bedingt durch diesen wahrhaft auf die Sekunde genau passenden Effekt prustete ich plötzlich laut los vor Lachen und kringelte mich im nächsten Augenblick auf dem Boden. Mann, war der Typ Scheeeiiißeee! Mittlerweile hatte sich der Kerl mit der Kutte zu den beiden Mädels gesellt und ergriff das Wort, indem er uns nehelegte, jetzt bitte mal kurz zuzuhören, um seinen Kumpel vor den beiden Mädels sogleich als Model anzupreisen.
Der nur in Unterwäsche gekleidete Kumpel machte sich ohne Zögern ans Werk, grinste und posierte etwa zwei Minuten lang wie ein kleiner Bodybuilder. Der Kuttenträger bot den beiden Mädels im nächsten Augenblick Fotos von seinem als Model auftretenden Kumpel an, die er direkt auf dem Platz zu verkaufen gedachte. Er war tatsächlich so dreißt und fragte bei den Mädels an, ob sie ihm ein Bild abkaufen würden. Zehn Euro pro Einzelfoto für dieses wahrhaft »gestandene Mannsbild« waren selbst den beiden Mädels zu viel. Sie grinsten sich einen kurzen Moment an und teilten ihm dann ganz dezent mit, dass der seinerseits als Model agierende Unterhosenmensch zwar recht beachtliche Muckis habe, doch dass er wirklich nicht ihr Fall sei, während Kristina ein breites Grinsen an meine Adresse sandte und den anschließend schnell abziehenden, seltsam dreinschauenden beiden Typen noch einmal sich wegwerfend vor Lachen hinterher blickte. Ich selbst fiel beinahe der Länge nach zu Boden als ich dem Fotoverkäufer und dessen ach so tollen »Model« noch einmal hinterher blickte. Passend zum Abgang der beiden Schnapsnasen setzten wieder die Dimple Minds ein: »Durstige Männer, so wie wir, ... stinken aus dem Hals ... und pinkeln im Suff daneben«. - Pfui! Toschi

Tristania (04.08.05, True Metal Stage)

Tristania sorgten für einen Top-Auftakt des WOA 2005. Nicht umsonst gehört die norwegische Gothic-Metal-Band zu den führenden Gruppen ihres Genres. Mit beinahe schon abnormer Sicherheit gelang es der Band um Frontfrau Vibeke Sten das Wackener Publikum von Beginn an zu fesseln. Druckvoll, melancholisch, tight und präzise fraßen sich Stücke Marke »Shadowman« schnell in die Gehörgänge zahlreicher BesucherInnen. Vor allem die schwarz gekleidete Fraktion der Gothic-Darkmetallerschaft hatte zu Recht große Freude an der restlos gelungenen Performance von Tristania. Da staunten selbst eingeschworene Kuttenträger, das Wackenveranstalterteam, meine Wenigkeit, sowie die gestandene Altmetallerschaft nicht schlecht.
Tja ... druckvoll-melancholischen Sound mit fetten Gitarren gab's eben nicht nur in den 70er und 80er Jahren, das hat's in den 90ern dank Paradise Lost oder Tiamat ebenfalls gegeben und gibt's auch heute anno 2005 noch - und zwar keine Oktave schlechter als in den seeligen Anfangszeiten des frühen Metals. Wer's nicht glaubt, sollte sich schon um des besseren Verständnises Willen vielleicht des Öfteren mal etwas intensiver mit aktuellen Gothic-Darkmetal-Bands bzw. deren Tonträgern auseinandersetzen ...
Nun konnte das Gros der prächtig eingestimmten Fans dem restlichen Abendprogramm locker entgegensehen, schließlich sollte der Headliner Nightwish ja erst noch kommen ... Toschi

Candlemass
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Candlemass (04.08.05, True Metal Stage)

Candlemass entfachten im Vorabendprogramm des Donnerstags, der sogenannten »Night To Remember«, ein wahres Metalgewitter auf der True-Metal-Stage. Die schwedischen Doom-Könige präsentierten sich auch in Wacken von ihrer besten Seite und schleuderten einen Klassiker nach dem anderen ins staunende Publikum. Oberamtlich fett groovende Gitarrenwände, eine kraftvoll aufspielende Rhythmussektion und ein prima aufgelegter Bandleader Messiah Marcolin inklusive Robe - was konnte hier schon anbrennen?
Überraschenderweise spielten die Schweden im Vergleich zum BYH-Festival mehrere Klassiker vom »Epicus, Doomicus, Metallicus« Album. Allein die Bühnendekoration mit zwei weißen Kreuzen links und rechts, die das »Epicus, Doomicus, Metallicus«-Cover (Totenschädel und Kreuz) flankierten, sorgten schnell für zahlreiche erstaunte Blicke, die entsprechend tolle Festivalatmosphäre ließ dem entsprechend nicht lange auf sich warten. Candlemass sind immer wieder ein Traum! Härter, druckvoller, kompakter, punktgenauer und sicherer als diese Ausnahmecombo kann man echten Heavy Metal live on Stage einfach nicht bringen!
Welche Band kann von sich behaupten, zahlreiche unsterbliche Klassiker vom Typ »The Well Of Souls«, »Solitude«, »Under The Oak«, »Bearer Of Pain«, »The Bells Of Acheron«, »Copernicus« (vom neuen Album Candlemass) veröffentlicht zu haben? Die Alltimehymne »At The Gallow's End« und das völlig unerwartet zum Schluß dargebotene gigantische Überstück »A Sorcerer's Pledge« beendeten einen ausgezeichneten Set, dessen fantastische Songauswahl unter Nostalgikern wahre Gänsehaut ausgelöst haben dürfte, und ließen die treue Schar frenetisch abgehender Die-Hard-JüngerInnen nach Beendigung des Sets langsamen Schrittes in alle Richtungen dem Dämmerlicht entgegen strömend, glücklich aber fertig mit der Bereifung und hoch zufrieden von Dannen ziehen ... - der Kult lebt!!!!! Toschi

Oomph
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Oomph (04.08.05, True Metal Stage)

Am Donnerstag endlich in Wacken angekommen, das Zelt im Nu aufgebaut und ab auf den Platz. Die erste Band die ich mir ansehen konnte waren Oomph. Bislang habe ich mich eigentlich herzlich wenig mit dieser Band beschäftigt, aber ich muss sagen, ich war doch angenehm überrascht, alles was ich bisher von der Band kannte waren die Songs, die auf Viva und MTV liefen. Als die Jungs alle in weiß auf die Bühne trabten, dachte ich mir, nicht schon wieder eine auf Psycho machende Combo, die von der Bühnenshow vom Wesentlichen, nämlich der Musik, ablenken will.
Aber ich muss gestehen mal abgesehen davon, dass die Jungs doch ziemliche Hüpfdohlen sind (sportlich, sportlich), konnten sie auch musikalisch überzeugen (auch wenn es eigentlich nicht ganz meine Musikrichtung ist). Oomph muss man sich neidlos eingestehen, ist doch eine sehr professionelle Band mit einem starken Sänger, der auch wahrhaftig mal singen kann, ansonsten gab es wenig spektakuläres über die Band zu berichten. Ich denke das ging den meisten anderen an diesem Abend wahrscheinlich genauso, man merkte ihnen deutlich an, dass auch sie nur die gängigsten Songs der Band kannten. Monika

Nightwish
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Nightwish (04.08.05, True Metal Stage)

Dann nach einer kurzen Umbaupause kamen dann auch schon die Headliner des Abends Nightwish, die mit einem tosendem Applaus auf die Bühne begleitet wurden. Man merkte deutlich, dass die meisten diesen Abend auf Nightwish gewartet hatten und endlich bewegten sich die Menschenmassen auch mal, was bei Oomph nur bei ihren Hits der Fall war. Man konnte feststellen, dass Tarja und ihre Mannschaft eindeutig bekannter (massentauglicher) sind.
Nightwish lieferten mal wieder einen tadellosen Gig ab, das einzigste was mir an dem Abend ein wenig aufstieß, war die Tatsache, dass ein Metalkonzert als Modenshow missbraucht wurde und sich Tarja während des Gigs drei mal umziehen musste. Ich meine es mag ja einige Leute geben die darauf stehen (ich denke vor allem die Männer), aber meiner Meinung nach hat das wenig mit einem (Metal)Konzert zu tun.
Ansonsten waren alle Hits von Nightwish dabei und die meisten überglücklichen Herzen schlugen höher. Monika

Sonata Arctica (05.08.05, True Metal Stage)

Sonata Arctica hatten Glück, den Wettergott auf ihrer Seite und ein treues Publikum, das sich als ähnlich begeisterungsfähig erwies wie am Samstag bei den Schweden Hammerfall! Somit gelang es den Finnen, schon am frühen Nachmittag auf der True-Metal-Stage spielend, die Gunst der Stunde zu nutzen und mit einem ausgewählten Set (welcher ziemlich sehr dem Set des Rockhard-Festivals ähnelte) einen Großteil des Wacken-Publikums zu überzeugen. Toschi

Bloodbath
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Bloodbath (05.08.05, Black Stage)

Wer sich eine Stunde lang die volle Elchtodkelle geben wollte, war mit Dan Swanös Deathmetal-Allstarprojekt Bloodbath am frühen Nachmittag bestens bedient. Bei manchen Kapellen müssen häufig gleich mehrere Alben herhalten, ehe zunächst ein gewisser Bekanntheitsstatus erreicht ist, - bei Bloodbath tun es derer bereits zwei ... Alle Songs des in Blut getränkte T-Shirts gekleidete Quintett wurden von der eingeschworenen Deathmetal-Gemeinde wohlwollend aufgenommen. Zahlreiche Todesbleifans wussten den oldshooligen Schweden-Death dementsprechend headbangend, moshend und slammend zu würdigen. Schade nur, dass Hypocrisy-Mainman Peter Tägtgren an diesem Tag nicht im Line-Up vertreten war. Dem guten Set von Bloodbath tat dieser Verlust allerdings keinen Abbruch. Toschi

Metal Church

Wahre Größen haben stets ihren Platz in der Geschichte. So auch diese selten hierzulande, endlich mal live zu bewundernde US-Ausnahmekapelle, deren Alben zahlreiche später folgende, stilprägende Bands des Genres entscheidend mitbeeinflusst haben; Metallica können ein Liedchen davon singen. Dass Metal Church neben Vicious Rumors, Exciter, Virgin Steele und Helstar zumindest in den 80ern zu den wichtigsten Aushängeschildern des US-Power-Metals gehörten, dürfte Insidern kein Geheimnis mehr sein. Zwar haben Iced Earth, Nevermore und Konsorten heute, anno 2005 zumindest rein Verkaufszahlen technisch betrachtet, mittlerweile klar die Nase vorn, allerdings lebt der wahre Geist des unverfälschten Heavy Metals in seiner direktesten Form in erster Linie durch Bands wie Metal Church, die keine affigen Keyboards brauchen, das wurde während dieser göttlichen Performance mehr als deutlich.
Nummern des Formats »Ton Of Bricks«, »Didn't Start The Fire«, »We Watch The Children Pray«, »Gods Of Wrath«, »Beyond The Black« etc., sind allesamt zeitlose Genreklassiker derer man sich immer wieder gern zurück erinnert.
So sahen es wohl auch zahlreiche Fans, denen eine Stunde Metal Church in Wacken bei weitem nicht genügte ... Wer sich den Metal Church-Gig auf dem WOA entgehen ließ, hat definitiv etwas verpasst!!! Solch eine dicke Gelegenheit, sich die US-Powermetallegende reinzuschrauben kommt möglicherweise in nächster Zeit nicht wieder ... Egal, wie dem auch sei: Metal Church waren brilliant!!! So und keinen Deut anders habe ich mir diese waschechte, bis ins Mark hinein true Powermetalband immer vorgestellt.
Kurz: - Eine Offenbarung! Lang anhaltende Standing Ovations sprich lautstarke »Metal Church, Metal Church«-Rufe bekunden, dass mit dieser (vor gar nicht allzu langer Zeit bereits längst abgeschriebenen) Legende - allen selten dämlichen Trendscheißern und Ignoranten zum Trotz - künftig wieder ganz massiv zu rechnen sein wird! Nach dem grandiosen Metal Church-Auftritt übernahmen sintflut artige Regenfälle das Kommando auf dem Gelände, worauf hin meine Freundin und ich es vorzogen, so schnell wie möglich zu flüchten, um auf kürzestem Wege den Campingplatz anzusteuern. Dort angekommen, gönnten wir uns schnell etwas zu Trinken und wechselten sogleich unsere klatschnassen Klamotten. Toschi

Within Temptation
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Within Temptation (05.08.05, Black Stage)

Within Temptation waren als nächstes an der Tagesordnung, mittlerweile haben sie neben Nightwish einen sehr hohen Bekanntheitsgrad. Was man allerdings musikalisch nicht miteinander vergleichen kann, da Within Temptation doch wesentlich natürlicher rüberkommen. Natürlicher in dem Sinne, dass Sharon die meiste Zeit des Gigs mit klarer Stimme und nicht diesem typischem Operngesang auskommt (was den Ohren mal eine wahre Wohltat ist). Insgesamt bringen Within Temptation deutlich mehr Bewegung ins Spiel, die gesamte Band bildet eine Einheit, selbst Sharon spielt sich nicht zu sehr in den Vordergrund. An der Setlist war auch nichts zu bemängeln, sie brachten einen Hit nach dem anderen, der Sound war einfach nur perfekt und woran die Band leider auch nichts ändern konnte, war das schlechte Wetter. Monika

Machine Head
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Machine Head (05.08.05, True Metal Stage)

Danach kam das absolute Highlight für den Freitag Abend Machine Head!!!!! Wir waren uns da alle einig, selten hatten wir eine Band von dieser Größenordnung gesehen, die so viel Spaß und Sympathie rüberbrachten wie diese Jungs.
Der Sound war klasse, die Stimmung war gut, das Wetter wurde so langsam besser, die Leute so langsam voller, was auch die Musiker auf der Bühne anging (Flynns Lieblingsspruch den Abend war »Prost Wacken«). Die Band brachte einen Knaller nach dem anderen von ihren eigenen Songs und brachten als Highlight ein Pottpouri aus Coversongs, von Metallica über Pantera bis hin zu Iron Maiden.
Was ich toll fand, war die Tatsache, dass sich Flynn nicht zu schade war auch mal Fehler einzugestehen. Als die Band das Iron Maiden Cover total versaute, schmiss sich Flynn und seine Mannschaft fast vor Lachen in die Ecke (absolut sympathisch). Monika

Apocalyptica
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Apocalyptica (05.08.05, Black Stage)

Nach Machine Head schob sich die gesamte Meute auf die linke Seite, also in Richtung Black Stage wo als nächstes Apocalyptica auf dem Plan stand.
Ich muss gestehen, ich selber hatte Apocalyptica noch nie zuvor live gesehen und war sehr gespannt auf die Finnen (das ging leider nicht nur mir so, denn es war sehr voll vor der Bühne). Was uns zu dem Entschluss brachte doch das Feld zu räumen und die Show von weiter hinten zu betrachten. Was uns leider sehr schwer fiel, war die Tatsache, dass es sehr schwer ist sich nach Machine Head auf Apocalyptica einzulassen (der Unterschied zwischen den Bands ist einfach zu groß). Es ist schon ein Wahnsinn, was die Finnen auf ihren Instrumenten für eine Stimmung erzeugen und das »nur« mit Streichinstrumenten und Schlagzeug.
Die ersten Reihen standen wie in Trance vor der Bühne und starrten die Musiker fassungslos an, die ihrerseits, alles andere als in Trance, ganz mächtig abgingen. Es lohnt sich auf jeden Fall die Jungs mal anzusehen, weil sie einfach einen tollen Kontrast zu dem gewohnten Programm bieten. Monika

Samael (05.08.05, Black Stage)

Wir als alteingefleischte Samael Fans freuten uns natürlich sehr, die Jungs nach langer Zeit mal wieder zu sehen. Mit dem Intro des ersten Songs kamen die Schweizer auf die Bühne gestürmt, Mas polterte los wie eh und je, Xy lieferte auch das gewohnte Bild eines Berserkers im Hintergrund ab, Makro fügt sich mittlerweile erstklassig ins Bild, man merkt, dass er wirklich dazugehört. Auffallend war allerdings, dass Vorph sich zu einem immer größeren Showman entwickelt (im Gegensatz zu früher, wirkt er ohne Gitarre nicht mehr ganz so hilflos), was ja nicht unbedingt im negativen Sinne zu verstehen ist.
Auch bei Samael nachts um zwei, war doch noch sehr viel los und wir hatten es in der zweiten Reihe kuschelig warm. Den Fans wurde so ziemlich alles geboten, was das Herz begehrte von neuen Songs bis hin zu den alten Krachern wie »Baphomet Throne«. Was wir jedes mal sehr bedauern ist, dass Samael trotz zahlreicher Zugaberufe keine Reaktion mehr zeigten, wie üblich leider. Monika

Overkill
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Overkill (06.08.05, True Metal Stage)

Von Beginn an zeigte der Ami-Vierer während seines einstündigen Sets zahlreichen Metalheads, was ein amtliches Speedmetalbrett ist. Enorm sicher und ihrem Stil wie immer treu bis auf's Blut verabreichten Overkill dem Wackener-Publikum gnadenlos die volle Ladung und brachten den Platz bereits am frühen Nachmittag mächtig zum Toben! Selbst die im Hintergrund als Bühnendekoration angebrachte Fledermaus schien mit den Fans und den bis dato noch guten Bedingungen vor Freude grinsend wett zu eifern.
Der gut aufgelegte Overkill-Frontmann Bobby Blitz Ellsworth hatte sein Publikum wie immer souverän im Griff, sorgte durch lustige Ansagen schnell für die richtige Stimmung im Fanpulk und hatte vor jedem Song stets ein breites Lächeln auf den Lippen. Kein Wunder, die Setlist des US-Fünfers war die knackigste, die je von den Amis gespielt wurde (eine gelungenere Songauswahl hätten die Amis nicht treffen können), womit dieser Auftritt zum schmackhaften Leckerbissen für jeden eingeschworenen Speedmetalfan wurde.
Arschtight und voll auf die Zwölf gingen die Amis gewohnt flott zur Sache. Bereits nach den ersten Songs bildeten sich kleinere Moshpits, die mit zunehmender Spieldauer in einem großen Moshpit gipfelten. Overkill genossen ihren Auftritt in Wacken. Die Fans klinkten spätestens jetzt so richtig aus! Schon der Einstieg in den Set hätte mit »Rotten To The Core« goldrichtiger nicht gewählt sein können. Es folgten die Speedhämmer »Wrecking Crew«, »Necroshine«, »Elimination«, endlich mal das langersehnte »In Union we Stand« (die Overkill-Hymmne überhaupt!), »Hello From The Gutter«, der unentbehrliche Party-Kracher »Old Shool« und zum krönenden Abschluß natürlich der Overkill-Rausschmeißer »Fuck You!«, jenes Stück, das auf keinem Overkill-Konzert fehlen darf!
Diese superbe Jahrhundert-Setlist muss man sich wirklich mal in aller Ruhe auf der Zunge zergehen lassen! Overkill sind allen Trends entgegen noch immer eine der konstantesten, unverwüstlichsten, besten und ehrlichsten Livebands dieses Planeten. Essentiell, kultig und für die Metal-Szene völlig unersetzlich!!! Toschi

Axel Rudi Pell
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Axel Rudi Pell (06.08.05, True Metal Stage)

Um 17.40 stürmte Deutschlands »Yngwie Malmsteen« alias Axel Rudi Pell nebst Band in Bestbesetzung Johnny Gioelly (Gesang), Mike Terrana (Drums), Volker Krawczak (Bass) und Ferdy Doernberg (Keyboards) die Bühne. Die Show begann mit einem traumhaften Intro, welches bei mir sofort eine hohe Erwartungshaltung auslöste. Mit Songs wie »Tear Down The Wall«, »Nasty Reputation«, »Strong As A Rock«, »Fool Fool« etc, blieb die Band trotz traumhafter Soli von Mister Pell und intensiven Bemühungen seitens Fronter Johnny Gioelly, der das Publikum zum Mitmachen zu bewegen versuchte (was leider nicht immer so recht gelang), hinter den Erwartungen zurück, da beispielsweise auch der Überkracher »Warrior« definitiv gefehlt hat!
Das letzte Stück Princess erwies sich noch mal als großer Abräumer, da sich Axel Rudi Pell mit Volker Krawczak und Ferdy Doernberg ein rasantes Gitarren, Bass- und Keyboardduell sondergleichen lieferte. Ansonsten war Axel Rudi Pell hinter Overkill völlig deplaziert, da die Band hinter den eigens gesteckten Erwartungen zurückblieb. Die Fanresonanz fiel eher verhalten aus. Ergo: Traumhafte Solis allein reichen eben nicht aus, um einen guten Gig zu bringen! Rike

Finntroll (06.08.05, Party Stage)

Schon am letzten Wacken Tag angekommen, ist die erste Band die wir den Tag gesehen haben Finntroll. Unsere Jungs haben sich ins Getümmel geschlagen, wir haben es anhand unserer fehlenden Größe lieber vorgezogen, den Logenplatz neben der Bühne einzunehmen.
Vor der Bühne hatte sich so eine Menschenmasse angesammelt, dass wir keine Chance mehr hatten auch nur das Geringste zu sehen. Die Metalpolka Jungs, brachten wie immer die Fans zum toben, es wurden fast ständig irgendwelche Fans über den Köpfen der anderen nach vorne gereicht, wie eine Party auf zwei Ebenen. Auch trotz der kleinen Bühne hatten die Finnen einen recht guten Sound und die Stimmung kochte, da war sogar die kleine Erfrischung von oben willkommen. Monika

Hammerfall
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Hammerfall (06.08.05, True Metal Stage)

Die Abräumer des dritten Tages auf der True Metal Stage waren ganz klar Hammerfall! Mit ihrer spektakulären Bühnenshow und pyrotechnischen Einlagen zogen sie die Fans vor der Bühne in ihren Bann. Songs wie: »Riders On The Storm«, »Hammerfall«, »Bloodbound«, »Let The Hammer Fall«, »Renegade«, »Heading The Call« etc., rissen die schwedischen Powermetaller so ziemlich alles mit, - teilweise auch die staunenden Fans vor der Blackstage (!)
Die Schweden erwischten nicht nur einen Bombentag mit ebenso gutem Wetter, sondern hatten auch einen jederzeit klaren, druckvoll-bombastischen Sound. Kurzum: Mit Hammerfall hat Europa endlich wieder eine Band, die in der Lage ist, in die Fußstapfen der großen alten Bands wie Accept, Iron Maiden oder Judas Priest zu treten. - Metal forever!!! Rike

Kreator (06.08.05, Black Stage)

Europas beste Thrashmetalband kam im Gegensatz zu den Schweden Hammerfall, die bereits am frühen Abend auf der True Metal Stage mächtig abgeräumt hatten, ohne besondere Bühnenshow und extravagante Dekoration aus und konzentrierte sich allein auf die enormen musikalischen Fähigkeiten, um ihrem legendären Ruf in allen Belangen gerecht zu werden. Mille und seine Crew eröffneten ihren Set zunächst mit dem unverzichtbaren Intro »Choir Of The Damned« vom »Pleasure To Kill«-Album, ehe der Titeltrack des aktuellen Longplayers, »Enemy Of God« wuchtig aus den Boxen schallte!
Was dann folgte, war derart unglaublich, dass es selbst dem Verfasser dieser Zeilen die Sprache verschlug: Es folgte eine Lehrstunde in Sachen Thrash, die reihenweise erstaunte Gesichter folgen ließ. Wo man auch hinschaute, erstreckte sich ein riesiges Meer pogender, tobender und matteschüttelnder Fans, dessen gewaltige Ausläufer sich ähnlich eines gewaltigen Sturmes sogar bis hinüber zur True Metal und Partystage zogen. Irgendwie schienen sich an diesem Abend MetallerInnen jeglicher Stilrichtungen absolut einig zu sein, welche Band zum absoluten Gewinner des WOA 2005 gekürt werden sollte: K r e a t o r !!!
»Pleasure To Kill«, »Phobia«, »Suicide Terrorist«, »Extreme Aggression«, »People Of The Lie«, »Some Pain Will Last«, »Betrayer« und als Zugaben die beiden Überschallhämmer »Flag Of Hate« sowie »Tormentor« aus den ganz frühen Anfangstagen.
Mille und Co. liessen von Beginn an keine Zweifel daran aufkommen, wo es lang ging und packten an diesem Abend, der definitiv nachhaltig in die Metal-Historie eingehen wird, ein Best-Of-Programm aus, wie es eindrucksvoller die bis zum heutigen Tage dreiundzwanzig Jahre andauernde Bandgeschichte (Toxic Trace vielleicht ausgenommen) nicht repräsentieren könnte! Der Mob tobte! Die Fans auf dem riesigen, beinahe bis auf den letzten Fleck gefüllten Platz rasteten scharenweise aus! Wunderbar druckvoll, mit glasklarem Sound, immens heavy und nahezu der sprichwörtlichen Präzision eines Schweizer Uhrwerks versehen, legte Deutschlands Thrashaushängeschild einen gigantischen Auftritt hin, der einzig und allein das Prädikat absolute Top-Weltklasse verdient!
Völlig unbeeindruckt von der Tatsache, dass der eigentliche Headliner des Samstags, das deutsche Heavy-Metal-Flaggschiff Accept noch folgte, thrashten sich Kreator kraftvoll, schnell, direkt und brutal in die Herzen zahlreicher Wacken-Fans. Anders lässt sich dieser einstündige Topgig des längst zu einer bärenstarken Livegröße gereiften Thrashquartetts aus dem Ruhrpott nicht beschreiben! Wer Kreator am Samstag, den 06.08.05 auf der Black-Stage in Wacken gesehen hat und jetzt immer noch allen Ernstes behauptet, die zuletzt vor zwei Jahren in Wacken arg enttäuschenden US-Thrasher Slayer wären live noch immer das Maß der Dinge in Sachen Thrash, muss diesen wahrhaft denkwürdigen Auftritt der Altenessener Thrashmetalformation wirklich nach allen Regeln der Kunst verschlafen haben ... Toschi

Equilibrium (06.08.05, Party Stage)

Die zweiten eigentlichen Headliner der Sympathie waren Equilibrium, die zwar auch in die selbe musikaische Richtung gingen wie Finntroll, aber doch eine ganze Spur härter waren und nicht ganz so viele folkloristische Einflüsse aufwiesen. Der Sänger, der die anderen doch um einiges überragte, wusste die Fans sehr in seinen Bann zu ziehen und stelzte die ganze Zeit vorne zwischen den Monitoren herum, dass wir nur darauf gewartet haben, dass er sich endlich mal auf die Nase legt. Die gesamte Mannschaft, sah optisch so aus, als wolle sie ihm den Rücken stärken, selbst »'s Gabi« (Ex-Sopranistin von Haggard) bildete eine Einheit mit den restlichen Mitstreitern.
Die kleinen Gesangseinlagen die »'s Gabi« zum Besten gab, meisterte sie brillant (eine sehr angenehme Stimme und Erscheinung). Es war wirklich erstaunlich, dass der gesamte Platz bis in die hinteren Reihen am Mitbangen war, dass es selbst der Sänger der Band kaum glauben konnte, ganz verzückt sein Handy aus der Tasche zog und mit dem Satz »das glaubt mir Zuhause keiner« ein Foto von den Fans schoss (mal etwas anderes). Monika

Accept
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Accept (06.08.05, True Metal Stage)

Accept wurden ihrem Ruf als Headliner auf der True Metal Stage durchaus gerecht, räumten aber längst nicht ganz so kräftig ab, wie die Thrasher Kreator zuvor auf der Black-Stage. Dennoch zeigten auch Udo Dirkschneider, Peter Baltes, Wolf Hoffmann, Hermann Frank und Stefan Schwarzmann, wie die hohe Kunst des klassischen Heavy Metals richtigermaßen zelebriert wird. Accept konnten den Kreator-Auftritt zwar nicht ganz toppen, hielten jedoch das gute Stimmungslevel jederzeit locker aufrecht und bescherten meiner Freundin und mir sowie zahlreichen Metalfans auf dem W.O.A. einen gelungen Abschied vom Festival, womit die Solinger Stahlschmiede ihrem gewaltigen Ruf als eine der besten klassischen Old Shool Heavy Metal Bands Europas neben Motörhead, Saxon, Iron Maiden, Judas Priest, Black Sabbath usw. ebenfalls gerecht wurde(n).
Parallel zum Rockhard-Open-Air auch an diesem Abend mit »Starlight« den gut zweistündigen Set eröffnend, folgten Nummern wie »Flash Rockin' Man«, »London Leatherboys«, »Living For Tonite«, »Metal Heart«, »Monsterman«, »Breaker«, »Up To The Limit«, »Head Over Heels«, »Neon Nights«, »Restless & Wild«, »TV-War«, »Son Of A Bitch«, »Turn Me On«, »Fast As A Shark«, »Love Child«, »Princess Of The Dawn«, »I'm A Rebel«, »Burning« und der wie immer den Abschluß bildende Alltime-Hymne »Balls To The Wall«, um dem staunenden und heftig abgehenden Wackener Publikum anschließend noch den Rest zu geben.
Lautstarke Zugaberufe am Ende der regulären Spielzeit und zahlreiche, während des Accept-Gigs fröhlich mitgröhlende, enthusiastisch abbangende und feiernde Fans unterstrichen, dass Accept mit der selbst gewählten Sound und Songauswahl auf dem Festival exakt richtig lagen, womit zumindest für einen versöhnlichen Abschluß des verkorksten 2005er W.O.A. gesorgt wurde! Toschi

Sentenced (06.08.05, Black Stage)

Zum krönenden Abschluss, kamen dann leider zum allerletzten mal Sentenced auf die Bühne und ich sage Euch, die Jungs haben selten so ein Gänsehautfeeling erzeugt, wie an diesem Abend. Der Regen hatte mittlerweile wieder eingesetzt, was aber die wahren Fans auch nicht vertreiben konnte. Die Knochen waren durchgefroren, aber all diese Umstände konnte die Band wieder wett machen, indem sie einen Hit nach dem anderen, sehr viele Balladen, zum Besten gab. Damit hat eine sehr gute Liveband ihren Abschied gegeben und jeder, der dies verpasst hat, hat leider keine Chance mehr das nachzuholen. Allerhöchstens auf DVD, wo allerdings das Feeling längst nicht so rüber kommt wie bei ihren Liveauftritten. Monika

Nachwort

Wie immer hatte das WOA 2005 eine Menge Interessantes zu bieten, doch leider gab es dieses Jahr trotz einiger positiver Dinge auch wieder sehr viel Negatives vom einstigen Kultfestival zu verzeichnen. Da wäre zum einen die Tatsache, dass große Regenfälle das Gelände in eine sprichwörtliche »Matschsuppe« verwandelten. Im Gegensatz zum WOA 2002, wo es während des Doro-Gigs bis nach dem Auftritt von Rose Tattoo heftig zu regnen begann und bereits am Freitag Morgen tonnenweise Stroh aufgekarrt wurde, um die Matschflächen gesundermaßen einzudämmen hielt man es seitens der Veranstalter diemal scheinbar nicht einmal für zweckmäßig, das Gelände (und vor allem die zahlreichen Wege), sowie den Hauptplatz vor der Bühne mit einer ausreichenden Strohmenge abzudecken. Warum haben die Verantwortlichen erst so spät reagiert? Nicht nur aus meiner Sicht eine absolute Unverschämtheit!
Für Fünfundsiebzig Euro kann und darf man schließlich ein gesundes Entgegenkommen seitens des Konzertveranstalterteams erwarten! Die Tatsache, dass in Wacken wie immer viel zu wenige Dixies bereit gestellt wurden, fällt da nun wirklich nicht mehr ins Gewicht. Deshalb gleich zum nächsten Punkt. Knallkörper auf dem Gelände sind bekanntlich laut Schildaushang über dem Eingang zum Bühnenbereich verboten und können unter anderem mit Verweis vom Gelände geahndet werden. Warum dürfen unsere freundlichen (?) belgischen Zeltnachbarn rigoros Feuerwerkskörper diverser Sorten direkt vor unser Zelt oder in dessen unmittelbare Nähe werfen, dass es nur so kracht und die dadurch entstehenden Qualmwolken uns die Luft zum Atmen nehmen, zahlreiche Raketen zünden und bereits am Dienstag ein Feuerwerk veranstalten als wäre an diesem Tag bereits die Festivaleröffnung?
Hier wäre zumindest eine Verwarnung zur Abschreckung angebracht gewesen. Das diesbezüglich kein Ordner einschritt oder es wenigstens einmal für nötig hielt, nach dem Rechten zu sehen, ist uns (genauer meiner Freundin und mir) ehrlich gesagt völlig schleierhaft; vor allem, wenn das Feuerwerk mitten in tiefster Nacht stattfindet und der Gefährdungsfaktor für andere Festivalteilnehmer durch Vollmondidioten dieser Spezies ziemlich groß ist, weil sich die Spacken dem Festival gemäß in entsprechend stark betrunkenem Zustand befinden!
Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall der Toiletten-Reinigungsservice. Das mehrköpfige Team hat sich wirklich im wahrsten Sinne des Wortes den Arsch aufgerissen und rund um die Uhr ganze Arbeit geleistet, um die sanitären Anlagen trotz des wahrhaft beschissenen Wetters permanent zu reinigen, womit der Hygienefaktor diesmal mit Sicherheit nicht zu kurz kam.
Die Rolli-Tribühne für die Behinderten gehört ebenfalls zu den wenigen Lichtblicken des WOA 2005, da endlich auch für diese häufig benachteiligte Minderheit mal günstige Voraussetzungen geschaffen wurden. Die Platzeinweiser und Ordnersecurities waren freundlich wie immer. Dies gilt auch für die freiwilligen Helfer vom DRK, sowie die Mitglieder Wackener Feuerwehr (auch die »Wackener Firefighters« genannt) und alle weiteren Helfer, die das W.O.A. seit Jahr und Tag unterstützen.
Die Metalbörse und der Metalmarkt wussten mit einem interessanten Warenangebot zu gefallen, während der Paulaner Biergarten zum gemeinsamen Fachsimpeln, Plauschen oder gepflegten Gesprächen bei kühler Gerstensaftkaltschale einlud. Das Wackenfrühstückszelt und die sehr entgegenkommende Bedienung seitens der verantwortlichen HelferInnen waren wie jedes Jahr absolut top!!!
Um so trauriger, dass das Kultfestival von Jahr zu Jahr immer mehr verkommt, sprich kommerzieller wird, obwohl man seitens des Veranstaltunerteams die feste Auffassung vertritt, dass man etwas dagegen tun wolle, da es »nicht zu kommerziell« werden dürfe, indem man die zulässige Mindestzahl an Fans nicht überschreiten, sondern reduzieren wolle, was jedoch anhand der immer stärker zunehmenden Ticketverkäufe so gut wie kaum durchführbar sein dürfte. Ergo: Ein löblicher Vorsatz, dem hoffentlich schon irgendwann die häufig versprochenen, teilweise bis heute noch immer nicht gehaltenen Taten folgen werden!
Ob meine Freundin und ich auch im nächsten Jahr noch gewillt sind, dem Ex-Kultfestival einen Besuch abzustatten, steht bislang völlig in den Sternen. Fakt ist, dass unser geliebtes W.O.A. mittlerweile zu stark überlaufen ist und der Kommerzfaktor mit Bands wie Ooomph, Within Temptation, Apocalyptica, Nightwish oder Corvus Corax mittlerweile zu sehr die Oberhand des Festivals übernommen hat. Das WOA verliert mehr und mehr an Niveau, mit anderen Worten sein ehemals einmaliges Flair. Wo ist der wahre Geist des Heavy Metals geblieben? Megatonnen schwerer Kommerz und zahlreiche nicht wirklich zu den echten Heavy Metal-Fans zählende Menschen, die beispielsweise extra nur wegen Nightwish oder Ooomph zum Festival angereist sind, können einem mit ihrem ignoranten und aufgesetzt evil wirkenden Getue derart die Festivalstimmung vermießen, dass es einfach nur noch abtörnt.
Immerhin haben Tristania, Candlemass, Bloodbath, Metal Church, Sonata Arctica, Overkill, Hammerfall, Kreator und Accept das Festival mit knapper Mühe noch einigermaßen retten können. Fehlt bloß noch, dass Rammstein, Linkin Park, Blink 182, The White Stripes, Filter oder Limp Bizkit zu allem Überfluß auf dem W.O.A spielen, das sich dann besser in »Wacken am Ring« umbenennen sollte. Dann spare ich mir die Reise und werde das Wacken-Open-Air zukünftig meiden, wie der Teufel das Weihwasser. Es sei denn, der Headliner für 2006 heisst Judaaaaas Prieeeeest!
Entscheidend wird sein, wer nächstes Jahr kommt. Zuviel Gurkenaufguß bringt's einfach nicht und zerstört den ursprünglich gesunden Charakter des einstigen Kult-Festivals. Was Metal ist, muss dementsprechend auch Metal bleiben!!! Mein Wunsch für's W.O.A.: Bitte wieder mehr reelle Metal-Bands ...! - W.O.A. 2006 Ade? Toschi


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16.08.2007 bis 18.08.2007: Summer Breeze 2007 (Dinkelsbühl)
28.12.2004: On A Dark Winter's Night-Festival (Oberhausen, König-Pilsener-Arena)
22.08.2002 bis 24.08.2002: Summer Breeze 2002 (Abtsgmünd)
02.08.2001 bis 04.08.2001: Wacken Open Air 2001 (Wacken)
11.10.2000: Nightwish, Sinergy, Eternal Tears Of Sorrow (RoFa Ludwigsburg)
21.08.2003 bis 23.08.2003: Summer Breeze 2003 (Abtsgmünd)
27.11.2001: Machine Head, Ill Nino (LKA - Longhorn, Stuttgart)
04.08.2007 bis 06.08.2007: 18. Wacken Open Air (Wacken)
04.07.2003 bis 06.07.2003: With Full Force X (Roitzschjora, Flugplatz)
01.02.2003: Without Face, Cathedral, Samael (Bad Salzungen, Kallewerk)
09.08.2002: Disillusion, Vicious Rumors, Megaherz, Samael (Höchstenbach, Fun & Crust Festival)
03.08.2006 bis 05.08.2006: 17. Wacken Open Air (Wacken)
21.07.2005 bis 23.07.2005: Earthshaker-Festival (Geiselwind)
19.08.2004 bis 21.08.2004: Summer Breeze 2004 (Abtsgmünd)
13.05.2005 bis 15.05.2005: Rockhard Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
31.07.2003 bis 02.08.2003: 14. Wacken Open Air (Wacken)
18.08.2005 bis 20.08.2005: Summer Breeze 2005 (Abtsgmünd)
26.02.2005: Tristania, Empty Storage (Bad Salzungen, Kallewerk)
11.11.2004: Trail Of Tears, Tristania, Therion ((CH) Pratteln, Z7)
26.10.2004: Trail Of Tears, Tristania, Therion (Stuttgart, LKA Longhorn)
24.06.2005 bis 25.06.2005: Bang Your Head-Festival (Balingen)
01.08.2002 bis 03.08.2002: Wacken Open Air 2002 (Wacken)
07.08.2008 bis 09.08.2008: Party San Open Air (Bad Berka)
08.06.2006 bis 10.06.2006: Swedenrock Festival ((S) Sölvesborg)
25.05.2007 bis 27.05.2007: Rock Hard-Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
28.04.2004: Axel Rudi Pell, Thunderstone, Pump (Ludwigsburg, Rockfabrik)
26.12.2001: Destruction, Kreator, Sodom (Rockfabrik, Ludwigsburg)


Diese Seite wurde 3 mal kommentiert
Frank (18.12.2005 22:29:11)
In einer Sache muss ich Dir ganz entschieden widersprechen lieber Toschi:
Auch wenn ich den Kreator Auftritt zugunsten von Equilibrium verpasst habe, kann ich mit absoluter Sicherheit sagen, dass der Auftritt KEINESFALLS bis zur Partystage rüberreichte, weil Equilibrium zu dieser Zeit einen sensationellen und ebenfalls sehr erfolgreichen und gut besuchten Gig hinlegten (siehe auch der nachfolgende Bericht von Moni).
Toschi (20.12.2005 01:08:11)
Okay, bis zur True-Metal Stage...da hab ich mich in meiner Freude über den tollen Kreator-Gig wohl ein klein wenig zu weit rausgelehnt. Danke für den Hinweis, Frank.
Toschi (22.12.2005 16:50:50)
In zwei Dingen liegst du leider ein wenig falsch, liebe Monika: erstens haben meine Freundin und ich den Machine Head-Gig an diesem Tag leider nicht mitbekommen und zweitens gehören wir auch nicht zu den absoluten Fans dieser Band. Drittens: Mein Highlight dieses Jahres in Wacken waren mit weitem Abstand vor allen anderen

O v e r k i l l ! ! ! ! !



Deshalb entspricht die Andeutung, das wir alle uns einig diesbezüglich einig waren das Machine Head die beste Band des Festivals wären nun wirklich nicht den Tatsachen. Das die Band das Maiden-Cover stümperhaft versaut hat ist oberamtlich peinlich. Die Tatsache, das sich die Band darüber noch kaputt gelacht hat kommt der Entehrung einer L e g e n d e gleich! Spielfehler auf Livekonzerten, schön und gut, das passiert jeder Band mal, aber sich derart noch drüber zu amüsieren, wenn ein Klassiker verhunzt wird, ist schon irgendwie krank...deshalb muss ich auch in diesem Punkt entschieden widersprechen.






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