Live-Reviews

Mercenary, At Vance, Brainstorm

27.04.2005, Ludwigsburg, Rockfabrik

Was da wohl auf die Anwesenden zukommen wird? Brainstorm - das erste Mal auf Headliner-Tour mit ihrem neuen Album »Liquid Monster« im Gepäck und das auch noch in heimatlichen Gefilden ... Man ist gespannt und wartet auf die musikalischen Dinge, die die RockFabrik für uns heute Abend servieren wird ...

Mercenary
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Mercenary aus Dänemark durften zum Einstieg ihren progressiv angehauchten Power Metal zocken. Wände aus Gitarren, die Jakob und Martin produzierten, ein Mann hinter der Schießbude, der nicht mehr zu wünschen übrig lässt, Keys, die man leider nicht hörte und ein Sänger, der so hoch kreischen kann, wie eine Mischung aus Halford und Ralf Scheepers zu besten Zeiten! Den Gesang teilte sich Mikke mit Bassist Kral, der sich für die Grunts verantwortlich zeigte. Ebenfalls sangestechnisch wurden Keyboarder Morten und auch Schlagwerker (!) Mike eingespannt. Mercenary hatten die RoFA unter Kontrolle. Verdächtig viele, die die Dänen kannten und zu schätzen wussten. Vocals, die sich ins Gehirn brannten wie Säure! Die Band agierte on stage wie alte Hasen. Rund 40 Minuten gab es eine Mixtur aus alten Stücken, als auch Songs vom brandneuen Album »11 Dreams«, wie z. B. den Titeltrack des Meisterwerks. Rundherum kann man sagen: Ein sehr gelungener Gig!

At Vance
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Nach einer angenehm kurzen Umbaupause sprangen auch schon At Vance auf die Bühne. Die eigentlich deutsche Band, bestehend aber aus drei Vierteln Nicht-Deutschen, erdrückte uns sofort mit schnellen Metal-Einlagen. Ausnahmesänger Mats Levén (Dauerbanger im Einsatz), der auch die Leadvocals der letzten Therion-Tour übernahm, erledigte eine einwandfreie und sehr sympathische Bühnenperformance und brachte auch das Publikum gut ein, das er mit immerwährendem Blickkontakt und in-die-Menge-Lächeln aufstachelte. Ebenfalls seine gesangstechnischen Leistungen beeindruckten schwer. Die Soli von Olaf Lenk (Vorsicht! Der gute Mann bietet Gitarrenstunden während der Tour an!! Bei Interesse: lessons@at-vance.com) hauten uns weg. Für jeden Liebhaber war etwas dabei: ältere und neuere Stücke flossen durch die Gehörgänge. Recht dünn wirkte hingegen das Fehlen eines Rhythmusgitarristen, wenn Olaf seine Soli einfließen ließ. Auch ein Instrumentalstück braucht kein Mensch… Den Fans hat's aber gefallen! Und das neue Album »Chained« fand auch guten Anklang. Gratulation auch an John Smith (Bass) und Mark Cross (Drums) für ein Hammerset! Ach ja, und Drumsolos braucht kein Mensch nicht. Wir wissen, wie gut Metalmusiker spielen können!

Brainstorm
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Ja, Hauptacts haben immer und immer wieder die Angewohnheit, alles perfekt machen zu müssen ... Kommen daher die langen Umbaupausen? Naja, gut ... Vertreiben wir uns halt die Zeit mit zuschauen, Cola trinken und schlechte Hintergrundmusik hören ... Allerdings stieg die Spannung ins Unermessliche, als die Lichter ausgingen und das Bühnenlicht seine Scheinwerfer über uns Masse kreisen ließ. Schon über ein Jahr hatte ich Brainstorm nicht mehr live gesehen und konnte es kaum erwarten - und so ging es der mittlerweile beachtlichen Besucherzahl auch - und das an einem Mittwochabend! Volles Haus!
Nach der Support-Tour für Edguy im letzten Jahr, können die fünf Jungs nun auf eine eigene Headliner-Tour bauen. Die Schwaben wurden von der ersten Sekunde an gefeiert und legten sogleich auch kräftig los! Auch hier gab es eine große Runde durch alle wichtigen Alben. Einige Songs waren z. B. »Hollow Hideaway«, das orientalisch anmutende »Shiva's Tears«, das stampfende »The Leading«, »Highs Without Lows« und auch Stücke vom neuen Album »Liquid Monster«. Bereits Tracks wie »Inside The Monster« wurden von den Hardcore-Anhängern lauthals mitgesungen.
Das Ludwigsburger und Budapester Publikum hatte das Privileg, Carmen Schäfer, die sich ein ausdrucksstarkes Duet mit Sänger Andy B. Franck lieferte, live auf der Bühne zu sehen und zu hören. »All Those Words« erzeugte durch das Zusammenspiel von Andys starke und Carmens liebliche, aber doch kraftvolle Stimme Gänsehautstimmung. Leicht nervös dagegen ihr Auftreten. Ob das wohl daran lag, dass dieses Stück noch nie zuvor geprobt wurde? Brainstorm sorgten für Abwechslung. So wurde ein speediges Medley aus drei Songs geboten, in dem sich unter anderem »Tear Down The Walls« befand.
Und auch dieses Mal konnte man Andy wieder zuschauen, wie er von Minute zu Minute durchnässter wurde ... Und so ging es auch der begeisterten RockFabrik an diesem Abend. Nach immerwährenden Dankessagungen von Andy B. Franck, ließen die Gäste »ihre« Band aber noch lange nicht von der Bühne. Und so wurde noch »Doorway To Survive« in die Menge geworfen. Und nach knapp zwei Stunden ist es der Band vergönnt, ins Heia-Bettchen (Heia-Bettchen? Nee, Club!!!) zu kommen, um für den nächsten Tag gerüstet zu sein. Wieder einmal ein großes Lob an die Bühnenaction der gesamten Band! Das Publikum kommt nicht zu kurz!

Es braucht nicht immer riesige und aufwändige Bühnendeko. Schlicht und einfach tut es auch, das heißt Licht und Sound müssen passen. Und das tat es auf alle Fälle bei allen drei Bands! Was für ein Package! Mercenary konnten die Zuschauer sehr gut anheizen. Nach der Loslösung von Oliver Hartmann bei At Vance war ich gespannt, wie Mats Levén sind so unter der Fuchtel von Olaf Lenk anstellt: Hast bestanden, Mats! Und BRAINSTORM: Ohne Worte!!!!!!!!!!! SUPER-GEIL!

Tanja

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CD/DVD-Reviews:

CD-Review: At Vance - VII

Live-Reviews:

05.08.2004 bis 07.08.2004: 15. Wacken Open Air (Wacken)
02.06.2006 bis 04.06.2006: Rockhard-Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)


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