Live-Reviews

15. Wacken Open Air

05.08.2004 bis 07.08.2004, Wacken

Nach nunmehr bereits vierzehn Jahren feierte das WOA dieses Jahr sein Fünfzehnjähriges Jubiläum. Dementsprechend groß war die Vorfreude zahlreicher MetallerInnen auf das WOA 2004, wobei die Veranstalter anlässlich des 15jährigen Bestehens des Kultfestivals wie immer ein hochkarätiges Billing buchten, bestehend aus Bands wie Motörhead, Saxon, Dio, Anthrax, Death Angel, Hypocrisy, usw.
Von überall aus Europa und sogar aus Übersee (Kanada und USA) reisten die Fans zum kleinen im Kreis Steinburg gelegenen Ort nach Schleswig Holstein um eine gigantische Heavy Metalparty zu feiern. Auch diesmal stand wieder das Motto »wir feiern gemeinsam« im Vordergrund. Menschen aus aller Welt versammeln sich immer einmal im Jahr, um gemeinsam eine große Party zu feiern, die ihresgleichen sucht und in dieser Form wohl beispiellos und einzigartig ist. Egal, ob man Spanier, Portugiese, Italiener, Schweden, Deutsche, Engländer Japaner etc. die Nationalität ist egal, das Wir-Gefühl ist das entscheidende Etwas, der Zusammenhalt der Metalfans aus aller Welt, die eine riesige Gemeinschaft bilden, bei der das Für- und Miteinander, die Kommunikation mit Menschen aus aller Welt, wobei der multikulturelle Gedankenaustausch auf sprachlicher Ebene mindestens ebenso im Vordergrund steht wie das Motto: Sehen und gesehen werden!

Firefighters Band Wacken
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Wie auf Festivals dieser Größenordnung üblich, gab es auch wieder einige lustige Begebenheiten über die man herzhaft lachen konnte. Der riesige Moshpit beim Auftritt der Wackener Feuerwehr gehörte mit Sicherheit ebenso dazu, wie der Luftgitarrenwettbewerb für Einzelkönner und Teams, der das Covern diverser Metalklassiker Marke Black Sabbath (Paranoid), Iron Maiden (The Number Of The Beast), Judas Priest (Breaking The Law), Metallica (Enter Sandman), Guns 'n' Roses (Welcome To The Jungle), Motörhead (Ace Of Spades) usw. beinhaltete, wobei ich mich ein jedesmal auf's neue über die in diversen Formen Größen und Farben verkauften Plastikgitarren kaputtlachen durfte, die zu den absoluten Verkaufsrennern des WOA anno 2004 gehörten!
Ebenfalls genial war der Musik-Workshop mit Rage-Drummer Mike Terrana, der mehrere Kostproben seines Könnens gab und sich auch dem Blues oder Jazz gegenüber sehr offenherzig zeigte, was er über's Mikro ansagte. Die Fans quittierten Mikes Einlagen mit reichhaltigem Applaus und waren begeistert über das, was der Mann hinter Trommeln und Becken zu Wege brachte. Einmalig und sehr lehrreich! Toschi

Zu den weiteren Veranstaltungen, die es mächtig in sich hatten, gehörte zweifels ohne auch das »Kampfsaufen mit Onkel Tom« Angelripper von Sodom, der sich dabei als Entertainer par excellence erwies und sich an diesem Tag unter anderem sogar als schwerer Schalke-Fan outete. Ziel des Kampfsaufens, bei dem es auch Preise zu gewinnen gab, war es, eine 0,33 l Flasche innerhalb von 2 bis 3 Sekunden leerzusaufen, wobei Onkel Tom jeweils laut bis vier zählte und dann Schritt für Schritt ansetzen liess, ehe es losging. An diesem Wettkampf nahmen nicht nur Männer teil, sondern auch Frauen, die sich als derart trinkfest erwiesen und den Männern dabei wirklich in nichts nachstanden. Fünf Runden wurden ausgespielt und die jeweiligen Sieger ermittelt. Jeder Sieger einer Runde kam ins Finale und musste dann noch einmal gegen die anderen Rundensieger antreten. Einige Teilnehmer wurden von Onkel Tom bereits während des Wettkampfs stilgemäß »entwertet«, da sie die Flasche bereits vor dem vereinbarten Signal ansetzten, wofür sie sich dementsprechende Pfiffe seitens des Publikums einhandelten. Pfui, Buh - Bescheißen zählt nicht!
Obwohl der Verfasser dieser Zeilen selbst wirklich nur ganz selten mal ein Bier zu sich nimmt, muss er doch eingestehen, dass es bei diesem witzigen Event allerhand zu Lachen gab, da es sich bei Onkel Toms Manager um keinen geringeren als Ex-Metalhammer-Redakteur Manfred »Metal-Manni« Eisenblätter handelte, der wie gewohnt nicht mit Sprüchen geizte und es ebenso wie die alte Ruhrpottkampfsau Onkel Tom immer wieder auf's prächtigste verstand, die Stimmung im Publikum anzuheizen, wobei vor jeder Runde kurz eine Strophe eines deutschen Saufliedes angespielt wurde. Onkel Tom liess es sich selbst natürlich nicht nehmen, ebenfalls mal nebenbei einige Bierchen zu zischen und vor Beginn des Wettkampfes zu demonstrieren, was Masse ist: er setzte die Hülse an und leerte sie so schnell er konnte, um sie dann dezent auf den Tisch hinter der Wettkampfbühne zu stellen.
Einige Teilnehmer waren kurz vorm Kotzen, wobei ihnen das Bier wie Sabber über's Gesicht und am T-Shirt herunter lief - einfach nur herrlich zum beölen vor Lachen!
Zum Ausgang des Wettkampfes: Der Name des Siegers (ein großer recht stämmiger 1,90 m Kerl mit Glatze und breitem Backenbart) ist mir zwar entfallen, doch eines weiß ich sicher, der hat sogar die Zwei-Sekunden Marke geknackt, und gewann das Kampfsaufen sicher vor allen anderen, wofür er von Onkel Tom einen Geldpreis (dessen Höhe ich leider nicht mehr weiß) in Empfang nehmen durfte. Die Stimmung im Zelt war jederzeit super, (wie selbst Onkel Tom während der Veranstaltung mehrfach feststellte) alle Teilnehmer wurden vom fairen Publikum vor und nach dem Wettkampf mit Applaus bedacht, der Spaßfaktor war wie immer wenn Onkel Tom seinen fast schon traditionsgemäß zum WOA hinzu gehörigen »Kampfsaufwettbewerb« präsentierte enorm hoch und das Zelt bis auf den letzten Platz gefüllt. Eine äußerst witzige Veranstaltung, die man zumindest einmal live gesehen und miterlebt haben sollte - Lachmuskeltkater ist jedenfalls garantiert. Eine Teilnahme am Kampfsaufen mit Onkel Tom sei jedoch nur denen angeraten, die es sich a) wirklich zutrauen b) von Natur aus dafür prädestiniert sprich geeignet sind und c) im Anschluß nach dem Leeren einer Flasche innerhalb von knapp fünf Sekunden nicht sofort kotzen müssen.
Alle anderen nicht dafür geeigneten TeilnehmerInnen würden ohnehin als klägliche Lachnummern auf dem Friedhof der Gerstensaftflaschen enden. Na dann, Prost! Toschi

Zodiac Mindwarp
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Zodiac Mindwarp (05.08.04, True Metal Stage)

Bereits zum Auftakt war die Stimmung auf dem Platz gut. Zodiac Mindwarp & The Love Reaction eröffneten dann auch pünktlich zum fünfzehnjährigen Bestehen das Festival mit einer Mischung aus klassischem Biker-Hardrock und Blues, die gerade in den ersten Reihen gut ankam und schon zahlreiche neugierige Besucher vor die Bühne gelockt hatte. Gut motiviert und mit viel Spaß am Werk ging diese alte 80er Jahre Bikerhardrockinstitution zu Werke und erntete schon zu Beginn respektvollen Applaus von den eingefleischten Wacken-Fans für einen interessanten Gig. Interessant schon deshalb, weil die Gitarristen desöfteren mit schwierigen Showeinlagen glänzten und es sich trotz sengender Hitze nicht nehmen liessen, sogar auf dem Rücken Gitarre zu spielen.
Überhaupt war der bluesig getränkte Hardrock des Vierers einschließlich dessen unverkennbarer Sex, Drugs and Rock 'n' Roll Attitüde passend im Billing platziert und haargenau der richtige Appetizer für den ersten Tag, der in erster Linie dem Rock 'n' Roll gewidmet war, wie die im Anschluß an Zodiac Mindwarp & The Love Reaction folgenden Motörhead sowie auch die Böhsen Onkelz eindrucksvoll bestätigten.
Stücke wie Highpriest Of Love, »Backseat Education« oder »Prime Mover« kamen gut bei den Fans an und spätestens mit der Alice-Cooper Homage zu dem Song »Feed My Frankenstein« gelang es der Band, die Stimmung unter den Fans derart anzuheizen, dass man sich dem rauhen Charme dieser ehrlichen Biker-Rock 'n' Roll Combo nicht mehr länger entziehen konnte!
Eingefleischten AnhängerInnen des gepflegten klassischen Hardrocks genossen den grundsoliden Auftritt von Zodiac Mindwarp & The Love Reaction und hatten ihre Freude an den furiosen Leadgitarrensoli der beiden gut aufgelegten Gitarristen. Fazit: Ein gelungener Auftakt des 15. WOA!!! Toschi

Motörhead
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Motörhead (05.08.04, True Metal Stage)

Motörhead fackelten nicht lange und gingen sogleich mit »We Are Motörhead« mächtig in die Vollen, dass den eingefleischten Onkelz-Fans hören und sehen verging, wobei vielen sogar ziemlich deftig die Kinnlade runterklappte! Kein Wunder, wer ein Programm bestehend aus Klassikern wie »Killed By Death«, »No Class«, »Metropolis«, »Going To Brazil«, »R.A.M.O.N.E.S.«, »Shoot You In The Back«, »Civil War« und Stücken etwas neueren Datums wie »Sacrifice« oder »Life's A Bitch« vom aktuellen Album »Inferno«, die sich ebenfalls schon bald zu Motörhead-Klassikern entwickeln dürften am Start hat. Völlig überraschend packte die Band sogar »Dr. Rock« vom 86er Album »Orgasmatron« mit in den Set, eine Nummer, die schon lange nicht mehr live gespielt wurde und nicht nur den Verfasser dieser Zeilen vollkommen in Ekstase versetzte.
Die Sex-Pistols-Coverversion von »God Save The Queen« durfte natürlich ebenfalls nicht fehlen, die Fans rasteten scharenweise aus! Bis in die Haarspitzen motiviert, gaben die drei Engländer alles, Mikki Dee hieb gnadenlos auf sein Drumkid ein, Phil Campell spielte wiedereinmal für zwei: Krachende Gitarrenriffs und erdige Rock 'n' Roll-Soli vom Allerfeinsten und Brumpa Lemmy präsentierte sich bestens gelaunt, wobei er einmal mehr das Letzte aus seinem guten alten Rickenbacker-Bass rausholte.
Als Zugabe präsentierte das Trio seinen eingefleischten Fans noch »Ace Of Spades« und »Overkill«, zwei unverwüstliche Klassiker (immer wieder ein Muss!) und lag damit einmal mehr genau richtig. Motörhead liessen den durchwachsenen Gig vom 2001er WOA an diesem Abend endgültig vergessen und bewiesen eindrucksvoll, dass sie selbst nach mittlerweile gut dreißig Jahren aktiver Laufbahn noch lange nicht aus der Metal-Szene wegzudenken sind. Welch ein Gig, der vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Das Trio agierte mit der Wucht eines gewaltigen Vorschlaghammers und hinterließ am Ende viele applaudierende Fans und obendrein zahlreiche fragende Gesichter. Motörhead waren einmal mehr absolut top, schade nur, dass der Gig seitens der Veranstalter mit gerade einmal 75 Minuten zeitlich viel zu kurz angesetzt wurde und zum krönenden Abschluß eigentlich nur noch der dritte unverwüstliche Klassiker im Bunde - logisch, dass damit nur »Bomber« gemeint sein kann, fehlte. Fazit: Wahre Legenden sterben nie. Motörhead sind Legende! Toschi

Böse Onkelz
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Böhse Onkelz (05.08.04, True Metal Stage)

Nach dem überaus gelungenen Auftritt von Motörhead kam nun die umstrittenste Band des gesamten Festivals. Mir war es scheißegal, was die ganzen Leute im Vorfeld wieder zu meckern hatten. Wer die Onkelz nicht sehen will soll wegbleiben. Das hat dann wiederum den Vorteil, dass nur Leute vor der Bühne stehen, die die Onkelz lieben. Zwischen »lieben« und »hassen« scheint es bei dieser Band wohl nichts zu geben. Aber das macht auch diese besondere Stimmung bei ihren Konzerten aus. Die Onkelz haben mit Abstand die fanatischsten Fans, die sich jede andere Band nur wünschen kann.
Jedes einzelne Wort des fast dreistündigen (!!!) Auftritts wurde von der riesigen Menge mitgesungen. Stefan Weidner machte gleich zu Anfang die Ansage, dass es wohl die längste Show wird, die die Onkelz jemals gespielt haben. Das Set bestand dann auch wieder aus unzähligen Klassikern, von Uralt-Nummern wie »Signum des Verrats« und »So sind wir« über die Standard-Hits wie »Nichts ist für die Ewigkeit« (bei dem sich die Band beim ersten Refrain übelst verzockte ...), »Nur die Besten sterben jung«, »Gehasst, verdammt, vergöttert« und Songs neueren Datums wie »Terpentin«, »Dunkler Ort«, »Onkelz 2000«. Außerdem wurde einige Songs ausgegraben, die die Bands schon ewig nicht mehr bzw. noch nie gespielt hat, so z.B. die Gänsehaut-Ballade »Für immer«, »Ich bin in dir« (als Nicht-Akustik-Version, als mit fetten Bratgitarren) und »Wie tief willst du noch sinken«.
Die Highlights des Sets waren wie immer das frenetisch geforderte »Mexico«, die Gänsehaut-Nummer »Wieder mal 'nen Tag verschenkt« und natürlich der Jahrhundert-Klassiker, mit dem jedes Onkelz-Konzert beendet wird, »Erinnerungen«. Fazit: Die Onkelz sind und bleiben einmalig und werden als ganz außergewöhnliche Bands in die Musikgeschichte eingehen. Aber wie heisst es doch so schön: »Nichts ist für die Ewigkeit«. Philip

Cathedral (06.08.04, Black Stage)

Zu früher Mittagsstunde stieg die englische Fraktion um Frontdoomer Lee Dorian auf die Bühne des Wacken Open Airs, um einen legendären Set zu präsentieren. Trotz der unglaublichen Hitze waren bereits mehrere tausend Anhänger gekommen, um Europas Aushängeschild in Sachen Doom zu huldigen. Und die Band nahm die Begeisterung gern entgegen und feuerte eine Menge Hits ins Auditorium. Vom Ultraklassiker »Midnight Mountain« über einige neuere Werke bis hin zum finalen »Hopkins (Witchfinder General)« steigerte sich die Band von der Insel zusehends und wurde eins der Highlights des diesjährigen WOA. Meinereiner, der die Band zuletzt 1994 mit Black Sabbath sehen durfte, konnte feststellen, dass Cathedral nichts an Ausstrahlung und Klasse verloren haben. Prädikat wertvoll. Akinakes

Arch Enemy
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Arch Enemy (06.08.04, Black Stage)

Arch Enemy kamen, sahen und siegten. Diese Band hat alles, was perfekten Metal ausmacht: unglaublich fette Riffgewitter, Gitarren-Solo-Duelle der Götterklasse und eine Frontfrau, die alles in Grund und Boden brüllt und die Menge fest im Griff hat. Die Band rockte wie Sau, und obwohl sie viel zu früh auf die Bühne geschickt wurde, wie ich finde, war trotzdem eine riesige Menschenmenge vor der Bühne versammelt, die trotz übelster Hitze die Band nach allen Regeln der Kunst abfeierten. Was ich persönlich immer wieder sehr schade finde ist, dass die Band ihre alten Alben (die ganz klar ihre besten sind ...) so sehr vernachlässigen. Ich habe die Band in den letzten zwei Jahren dreimal live gesehen und ich kann mich nicht erinnern, jemals was von »Black Earth« oder »Stigmata« gehört zu haben. Dennoch sehe ich persönlich Arch Enemy als absolute Speerspitze des Schweden Death Metal, vergesst In Flames ... Philipp

Brainstorm (06.08.04, True Metal Stage)

Brainstorm
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Ob nun Symphorce auf dem diesjährigen Himmel Open Air nahe Kassels oder Brainstorm auf dem Wacken Open Air in meinem powermetallischen Herzen die Pole Position einnehmen, ist eigentlich egal, denn Fakt ist: In beiden Bands singt einer der besten deutschen Frontmänner namens Andy B. Franck und allein durch seine enorme Präsenz und Qualität wird jeder Gig einer seiner Bands zu einem Festtagsmahl. So geschehen auch am frühen Nachmittag bei einer Gluthitze auf den Feldern des kleinen Örtchens Wacken vor mehreren tausend Metalmaniacs, die den Gig der fünf süddeutschen Power Metaller ohne Ende abfeierten. Ob die Band altes oder neues Material intonierte war dabei völlig egal, die Menge sang jedes Stück von Brainstorm begeistert mit und ließ die Band nach dem fast einstündigen Sets nur mit großem Widerwillen von der Bühne. Mein persönliches Highlight war der »Metus Mortis«-Oberhammer »Blind Suffering«, eines der besten deutschen Power Metal Stücke ever. Fazit: Brainstorm sind genauso eine Macht wie Symphorce und wir mögen hoffen, dass beide Bands noch einen ganzen Haufen geiler Alben machen und geiler Konzerte geben werden. Akinakes

Astral Doors (06.08.04, W.E.T. Stage)

Auf diese junge schwedische Band war ich besonders gespannt. Ihr Debüt-Album »Of The Father And The Sun« hat mich einfach nur umgehauen. Es ist zwar kein bisschen eigenständig, aber noch nie hat es eine Band geschafft, so nahe an Dio, Rainbow und Black Sabbath heranzukommen und dabei so unglaublich frisch und unverbraucht zu klingen, dass es eine wahre Freude ist, diesem Album zu lauschen. Sänger Patrik Johansson klingt wie der kleine Bruder von Ronnie James Dio, schafft es aber in einigen Songs auch an Tony Martin heranzukommen. Einfach unglaublich.
Das Set bestand dann auch nur aus Songs des Debüt-Album und wie zu erwarten war, sah man im Publikum nicht wenige Leute mit Dio- und sogar Rainbow-Shirts (wo kann man sowas kaufen?!?). Musikalisch gab's auch nichts aufzusetzen. Die Songs wurden perfekt vorgetragen. Was allerdings sehr störend war, und da ging es nicht nur mir so, sondern vielen anderen im Publikum auch, war das Stageacting der Band: natürlich sollte man eine Band eigentlich nicht nach ihrem Aussehen beurteilen, aber bei dieser Band geht es einfach nicht anders. Sänger Patrik Johansson benahm sich wie ein erfolgloser Schlager-Star, der ständig sein Hemdchen herumzog, um damit anscheinend die Damenwelt anzubaggern. Der Rest der Band, allesamt kurzhaarig, sah aus wie Bankangestellte. Um es zusammenzufassen, die Band verkörperte in keinster Weise die Musik, die sie spielt. Es machte wirklich Spaß, sich die Musik anzuhören, aber es machte keinen Spaß, dabei auf die Bühne zu schauen. Habe ich auch noch nie erlebt ... Philipp

Grave Digger
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Grave Digger, (06.08.04, True Metal Stage)

Grave Digger präsentierten sich zu vorabendlich früher Stunde bis in die Haarspitzen motiviert, auf die Minute topfit und bescherten den Fans eine Art »Best Of Programm«, das durch die Bank weg aus Powermetalklassikern der Fantasymetal-Alben des Fünfers bestand. Egal, ob »The Dark Of The Sun«, »Scotland United«, »The Round Table«, »Morgaine le Fay«, »Knights Of The Cross«, »Valhalla« oder »Rebellion (The Clans Are Marching)«, die sympathische Band um Frontsänger Chris Boltendahl wurde vom Wackener Publikum geradezu frenetisch abgefeiert. Kein Wunder bei solch einer hochkarätigen Setlist!
Der Fünfer genoss ähnlich wie beim erstklassigen 2001er Auftritt (bei dem anlässlich dieses Konzertes eine superbe Live-DVD mit dem Titel »Tunes Of Wacken« mitgeschnitten wurde), das positive Feedback des zahlreich vor der Bühne versammelten Publikums auf Europas größtem Heavy-Metal Festival und zeigte sich körperlich und spieltechnisch in ausgezeichneter Verfassung, wie nicht nur die tollen Publikumsresonanzen, sondern auch die Leistung der an diesem Tag vom ersten bis zum letzten Takt topeingestellten Band eindrucksvoll bewiesen. Das Publikum bangte, gröhlte und feierte zu oben genannten Schlachthymmnen derart ausgelassen, dass es immer wieder eine wahre Freude ist, sich Grave Digger in Wacken zu geben.
Mit »Heavy Metal Breakdown« beendete die für ein Grave-Digger Konzert absolut unverzichtbare Alltime-Schlachthymmne der Totengräber erwartungsgemäß einen superben Auftritt, der es mächtig in sich hatte! Keine Frage, Chris Boltendahl und Co. gehörten zu den Abräumern und großen Gewinnern des 15. Wacken-Open-Airs. Durch diesen gelungenen Auftritt dürfte die Band ihren (spätestens seit Wacken 2001 völlig zu recht bestehenden) hohen internationalen Standard eindrucksvoll bestätigt und darüber hinaus sogar noch um einiges mehr gefestigt haben. Prima!!! Toschi

Dio
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Dio (06.08.04, True Metal Stage)

Heldentum, Drachen und Schwerter, gnostische Weltbilder, der ewig andauernde Kampf zwischen Gut und Böse, im Zusammenspiel mit Mythen und Magie, all das sind jene unverkennbaren Erkennungsmerkmale von Ronnie James Dio, eine der wenigen echten, noch verbliebenen Kultlegenden aus den Anfangstagen des traditionellen Hardrocks. Schon den Einstieg in den gut anderthalbstündigen Set hätte Kultikone Ronnie James Dio mit dem schnellen Opener »King Of Rock 'n' Roll« gar nicht besser wählen können. Statt sich danach eher auf das aktuelle Album »Master Of The Moon« zu beschränken (von dem während des gesamten Gigs gerade mal eine Nummer, ich glaube es war der Titelsong, gespielt wurde), konzentrierte sich der Altmeister des Heavy Metals durchweg auf die Klassiker und schob mit »The Sign Of The Southern Cross« sogleich eine weitere edle Perle aus alten Black Sabbath-Tagen nach, deren Überraschungseffekt im staunenden Publikum für zahlreiche offene Münder sorgte, welches den ehemaligen Elf-, Rainbow- und Black-Sabbath-Shouter samt Band an diesem denkwürdigen Abend auf der True-Metal-Stage in absoluter Topform erlebte.
Dio und seine Band, bestehend aus Rudy Sarzo (Bass), ex-AC/DC-Drummer Simon Wright (!) hinter der Schießbude, Craig Goldy (Gitarre) und an den Keys Scott Warren (ein Traum-Line-Up, wie es dem Maestro schon lange nicht mehr zur Verfügung stand) zogen alle Register ihres Könnens und zauberten ein randvoll mit Klassikern gemischtes Programm aus dem Hut, wie es erlesener nicht sein konnte. Alle fünf Musiker begeisterten durch immense Spielfreude, starkes Timing und eine erstklassige Bühnenperformance (vor allem die charismatische Darbietung des hingebungsvollen Sängers war absolut sehenswert, das sichere Zusammenspiel der Rhythmusfraktion und die erstklassigen Leadgitarrensoli von Craig Goldy waren ebenfalls absolut hörens- und sehenswert), von der sich zahlreiche jüngere Combos neueren Datums gern eine dicke Scheibe abschneiden dürfen.
Dio und sein aus fünf Musikern der absoluten Weltklasse bestehendes Bandensemble brachten fast alle Klassiker, die man von ihm erwarten oder auch nicht erwarten durfte; hinzu kam, dass der klare Sound aller Instrumente ebenfalls prima ins Bild passte, von der grandiosen Lichtschau einmal ganz zu schweigen. So stark wie an diesem Abend war der Altmeister samt Crew schon lange nicht mehr, so sahen es auch die Fans in den vorderen und hinteren Reihen, die wild bangten, abtanzten, mitsangen oder einfach nur andächtig dem Geschehen lauschten. »Stand Up And Shout«, »Don't Talk To Strangers«, »The Eyes Of The World«, »Rainbow In The Dark«, »Holy Diver«, ein ultragigantisches, gut zehn Minuten in die Länge gezogenes »Man On The Silver Mountain«, »Long Live Rock 'n' Roll« (aus Rainbow-Zeiten), sowie »Rock 'n' Roll Children«, »Sacred Heart«, »Gates Of Babylon«, sowie als zusätzliches Sahnehäubchen noch »Heaven And Hell« (aus seeligen Black Sabbath Zeiten) und »We Rock« - Metalherz was willst du mehr?
Okay: »Egypt«, »Hungry For Heaven« oder »The Last In Line« hätten ebenfalls noch gut in diesen wirklich hochqualitativen Set hinein gepasst, doch schließlich kann man nicht alles haben ... Schade, dass einige Teile der jüngeren Fans bis dato kaum etwas mit der Musik des Altmeisters anfangen konnten, geschweige denn die Stücke überhaupt kannten. Das, was Dio und Band an diesem denkwürdigen Abend auf der True Metal Stage in Wacken darboten, ist wirklich aller Erwähnung wert! Ähnlich sah es auch das immer wieder kräftig applaudierende Publikum, das am Ende des Auftritts lautstark Zugaben forderte, die es in Form von »Heaven And Hell« und »We Rock« sinngemäß vom bestens aufgelegten Fünfer präsentiert bekam. Spätestens nach diesem erstklassigen Auftritt einer wahren Hardrock-Legende dürften selbst all jene, die andächtig dem Gig lauschten und den kleinen Mann mit der großen Stimme bislang entweder allenthalben gerade mal vom hören sagen oder nur recht unzureichend kannten, Bescheid wissen.
Die älteren Semester hingegen genossen jede Silbe des fantastischen Auftritts und verließen anschließend in bester Laune den Platz, um scharenweise zu ihren Zelten zu marschieren. Doch bevor sie das taten, betrat plötzlich nach Beendigung des Gigs kein geringerer als Manowar-Bassist Joey Di Majo die Bühne, um Ronnie James Dio seinen verbindlichsten Dank für erstklassige Musik auszusprechen, seinem Idol zu gratulieren und ihm im Sinne einer kleinen Ansprache mitzuteilen, dass es ohne Dio, der neben zahlreichen anderen Bands auch für Manowar eine wichtige Inspirationsquelle gewesen sei, wobei er ihm im Rahmen dieser Aktion ein Schild mit seinem Namen überreichte. Eine beeindruckende Geste, die bei zahlreichen Heavy Metal Fans in Wacken gut ankam und ebenfalls aller Ehren Wert ist.
Vor allem die Tatsache, dass Ronnie James Dio viele seiner eigenen Klassiker aus den 80ern, sowie den ein oder anderen Black Sabbath oder Rainbow-Klassiker zum Besten gab, belegt, dass der Mann trotz über dreißig jahren Musikbusinesszugehörigkeit und seiner gut sechzig Lenze (einschließlich seiner erstklassigen Band, die komplett aus gestandenen Musikern vom Fach besteht, die ihr Handwerk aus dem Effeff beherrschen) mit seinem Latein sprich Können noch lange nicht am Ende ist und hoffentlich auch nächstes Jahr im selben Line-Up seinen zahlreichen Fans eine Setlist dieses Kalibers präsentiert, die vor Kultklassikern nur so strotzt.
Sollte dies tatsächlich der Fall sein, darf man schon jetzt mit großer Freude einem gewaltigen Auftritt dieser ehrwürdigen Legende auf dem BYH-Festival 2005 in Balingen entgegen fiebern. Fazit: Gigantisch! Eine bereits fast längst tot geglaubte Legende erhob sich urplötzlich wie der Phoenix aus der Asche um in einem wahren Triumphzug den Spirit des klassischen Metals in Europa wieder neu zu entfachen und dem Volk die alte Magie der frühen Anfangstage des Heavy Metals in eindrucksvoller Weise zurückzubringen. Ein Konzert der Extraklasse, das in die Wacken-Geschichte eingehen wird - Phantastisch! Toschi

Doro
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Doro & Orchester und special guests (06.08.04, True Metal Stage)

Dass Heavymetal und Klassik gut zusammenpassen, dürfte nicht erst seit gestern bekannt sein. Erwartungsgemäß war auch bei Doro, die gut eineinhalb Stunden später nach Dio auftrat und einschließlich Orchester agierte, der Platz proppevoll gefüllt mit Fans, die dicht gedrängt Reihe in Reihe standen, um dieses wirklich einmalige Live-Spektakel mitzuerleben. Ein Auftritt, der Wacken-Geschichte schrieb.
Doro & Band und das Orchester boten eine wahrhaftig einmalige Show, wie man sie in dieser Form wohl so schnell nicht mehr zu sehen bekommt. Es gelang ihr, ausgewählte Warlock-Stücke mit Coverversionen von Metalklassikern zu mischen und dem Publikum einen von der ersten Note an hoch interessanten Set zu präsentieren, der auch später noch vielen im Gedächtnis haften blieb. Spätestens in dem Augenblick, als die bis dahin noch durch Vorhänge verhüllte Bühne freigegeben wurde, kam Leben ins Geschehen: Beim Anblick des Düsseldorfer Symphonie-Orchesters, sowie der Bühnendekoration stockte zahlreichen Fans der Atem, selbst der Verfasser dieser Zeilen war sprachlos! Unglaublich, welch einen Tiefgang all diesen Songs durch die Verbindung mit dem Orchester verliehen wurde. Eingebettet in ein orchestrales Soundgewand kamen ausnahmslos alle Songs in wundervoller Klangharmonie zum Tragen.
Die bestens aufgelegte Metal Queen eröffnete mit »Fear Of The Dark« von Iron Maiden den Reigen des Tributs an lebende Metal-Legenden und vermischte ihren Coverset geschickt mit dem ein oder anderen Stück aus ihrer eigenen Bandkarriere. Heavy Metal meets Classic, ein Motto, das sich immer wieder bewährt, so auch bei diesem beeindruckenden Auftritt, den auch meine Freundin und ich von einem angenehmen Platz aus genossen.
Hinzu gesellten sich eine ganze Reihe weiterer Coverstücke »Trooper« (Iron Maiden), »Man On The Edge« (Iron Maiden), wurden sogar von der Metalqueen im gemeinsamen Duett mit dem überraschend auf der Bühne erschienenen Ex-Maiden Sänger Blaze Bailey intoniert, womit ein erster Höhepunkt des einmaligen Auftritts gesetzt war und »Breaking The Law« (von Judas Priest) durfte, als überraschende Zugabe, ebenfalls nicht fehlen, wobei Doro anmerkte, dass gerade dieser Song der englischen Metal-Legende zu ihren wichtigsten Einflüssen aus früheren Jahren gehöre - ein Stück, das ihr musikalisches Schaffen in der Jugendzeit nachhaltig sehr beeinflußt hätte.
Unentbehrliche Warlock-Gassenhauer Marke »I Rule The Ruins«, »Touch Of Evil«, »Burn It Up«, »Metal Tango«, »Always Live To Win« sowie ein extra für die zahlreichen spanischen Fans arrangiertes »Für Immer« (das wie immer zu den Höhepunkten einer Doro-Show gehörte), wussten auf ganzer Linie zu überzeugen. Spätestens in dem Moment, als sich mit Savatage-Gitarrist Chris Caffery ein weiterer special guest auf der Bühne einfand, um seinen Gitarrenpart als Tribut vor einer großen Künstlerin einzuspielen, befand sich die Stimmung im Publikum endgültig auf dem absoluten Höhepunkt!
Es war zuweilen schon ein recht seltsames Gefühl, Stücke wie »The Trooper« von Iron Maiden statt mit Leadgitarren zeitweise durch den Klang von Bläsern ersetzt zu bekommen, was sich durchaus als neue, wenn auch recht ungewohnte und jederzeit interessante Abwechslung herausstellte, doch ohne die Leadgitarren fehlt bei diesem Klassiker trotzdem definitiv das entscheidende Moment. Das soll aber den erstklassigen Auftritt von Doro, die sich einschließlich Band und Orchester im Rahmen des WOA einmal mehr Topform präsentierte keineswegs schmälern. Mit dem Warlock-Übersong »All We Are« als Zugabe wurde dem wirklich einmaligen und absolut sehenswerten Auftritt zusätzlich noch das besondere Etwas verliehen - ein außergewöhnliches Klangerlebnis der besonderen Art.
Fazit: Wirklich einmalig, auf ganzer Linie hörens- und sehenswert. Klasse Doro, Klasse Band, Klasse Orchester = Klasse Auftritt! Möglicherweise wird auch das Veranstalterteam des WOA in Zukunft erwägen, des öfteren eine Kombination von Heavy-Metal und Klassik sprich inklusive Orchester auf die Bühne zu bringen, sofern sich Gelegenheit dazu ergibt. Wünschenswert und im Sinne des Heavy Metals wäre dies auf jeden Fall, da gerade wir MetallerInnen (oder zumindest Teile unserer Spezies) zu den größten AnhängerInnen klassischer Musik a la Mozart, Beethoven, Bach, Schubert, Chopin, Vivaldi etc. gehören, womit das selten dämliche Vorurteil, MetallerInnen könnten nicht über den Tellerrand hinausblicken gerade nach diesem imponierenden Auftritt seitens Doro & Orchester, sowie zahlreicher Fans, die alle Texte lautstark mitgröhlten und vor der Bühne eine megafette Party feierten, die völlig aus dem Rahmen der sonst üblichen, gängigen Standardnormen fiel, hinreichend (und zur Genüge) wiederlegt sein dürfte! Toschi

Doro und Warlock (Original-Line-Up der 80er) (06.08.04, True Metal Stage)

Nach einer gut viertelstündiger Umbaupause enterte die Metal-Queen zusammen mit dem Original-Line-Up ihrer ehemaligen Band erneut die Bühne, um knapp ein gutes Dutzend alter Warlock-Klassiker in die Menge zu feuern, wobei viele Erinnerungen an eine der ehemals besten nationalen Heavy Metalbands hochkamen, deren Schaffen erst fast eine ganze Dekade später im entsprechenden Rahmen gewürdigt, verdientermaßen Metalgeschichte schrieb.
Gleich zu Beginn des dreiviertelstündigen Reunion-Konzerts stellte die quirlige Sängerin ihre ehemalige Band vor, die aus folgenden ehemaligen Originalmitgliedern bestand: Peter Szigeti (Bass), Frank Rittel (Gitarre), Rudi Graf (Drums), Nico Arvanitis (Gitarre). Das eigentlich erstaunliche an diesem dreiviertelstündigen Auftritt (der zahlreiche nostalgische Erinnerungen in mir hervorrief) war, dass die Fans ihre Lieblingssongs der alten Warlock-Scheiben selbst per Stimmenzählung unter Zuhilfenahme des Internets gewählt hatten. Das ist in der Tat einmalig und gibt es wirklich nur in W a c k e n !!! Im Rahmen dieser einmaligen Wahlaktion entstand folgende Liste, die es dementsprechend gewaltig in sich hatte, wie auch die Reaktionen des Wacken-Publikums bewiesen, das die Band frenetisch abfeierte und auf die Stücke abbangte, als hätte es drei Jahre lang keinen richtig guten Heavy Metal mehr zu hören bekommen.
Die Songauswahl spricht diesbezüglich klar für sich: »Out Of Control«, »Evil«, »Burning The Witches«, »Fight For Rock«, »Midnight In China«, »Hellraiser«, »True As Steel«, »Hellbound« sind durch die Bank weg Klassiker traditionellen Heavy Metals, die auch auf internationaler Ebene immer wieder stechen und nicht gerade mal so nebenbei über Nacht geschrieben worden sind.
Dass sie selbst nach einigen Jahren immer noch erstklassigen Heavy Metal spielen können und ihren Auftritt beim WOA 04 genossen, bewiesen alle vier Mitstreiter der ehemaligen Metalqueen, die sich bereits seit längerer Zeit mit ihrer einstigen Bandleaderin ausgesöhnt haben, womit einer erfolgreichen Wiedervereinigung der ehemaligen Warlock nichts mehr im Wege stand. Das Zusammenspiel stimmte, die Rhythmusfraktion groovte ordentlich und die Gitarren sägten unerbittlich was das Zeug hielt. Die gesamte Band einschließlich Doro wirkte frisch und unverbraucht - fast so, als hätte es weder eine Pause gegeben, noch hätte die Band jemals etwas anderes gemacht. Wer dachte, die ehemaligen Warlock würden antiquiert klingen, wurde schnell eines besseren belehrt: Die gesamte Band fuhr über die gesamte Zeit ein derart heftiges, amtlich hammerhart rockendes Brett, wobei das bestens motivierte Wackener Publikum von Beginn an derart in Stimmung gebracht in wahre Begeisterungsstürme ausbrach und im Zuge dieses gelungenen Auftritts kräftig abrockte, dass kein Auge trocken blieb!
Eine Reunion mit Sinn, die zahlreiche nostalgische Erinnerungen weckte und obendrein ein interessantes Erlebnis, da so manch eine/r diese Band Mitte der 80er leider nicht mehr live miterleben konnte und durfte, hatte er/sie hiermit die nicht mehr für möglich gehaltene Gelegenheit, dies in aller Form nachzuholen und sich einen bislang unerfüllt gebliebenen Traum zu verwirklichen. Welch ein toller Abschluß des zweiten Festivaltages! Toschi

Amon Amarth
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Amon Amarth (06.08.04, Black Stage)

Amon Amarth waren zeitlich und vom Programmablauf her betrachtet sehr ungünstig platziert. Die Viking-Deather um Frontmann Johann Hegg gaben wie gewohnt alles. Hymnen wie Death In Fire, »For The Stabwounds On Our Backs« etc. verfehlten auch zu nächtlich später Stunde ihre Wirkung bei den noch anwesenden (allerdings längst nicht mehr so zahlreichen) eingeschworenen Die-Hard-Fans nicht, da sich die Reihen zu diesem Zeitpunkt bereits ziemlich stark gelichtet hatten. Trotz des engagierten Auftritts der Band breitete sich spätestens zur Hälfte des Sets bei vielen eine unverkennbare Müdigkeit aus, was auch den Verfasser dieser Zeilen betraf, der nach dem Amon Amarth-Gig ziemlich gerädert zum Zelt zurückschlich, um nach diesem anstrengenden Tag endlich (s)eine wohlverdiente Mütze Schlaf zu nehmen. Toschi

Death Angel (07.08.04, True Metal Stage)

Death Angel waren leider Gottes schon am frühen Mittag auf der Bühne, was bei der Hitze echt zum Kotzen war, aber die Jungs haben uns für all das Schwitzen entschädigt. Der Sound war einfach nur fett abgemischt, was doch sehr selten ist auf Festivals und die gesamte Mannschaft tobte sich die Seele aus dem Leib.
Man konnte deutlich spüren, dass sie es genossen haben endlich mal wieder auf der Bühne zu stehen, nach so langer Pause, sehr zur Freude der Fans, die schon sehnsüchtig auf die Amis gewartet hatten. Ich sag Euch, die Band war echt der Reisser, wer Death Angel noch nie gesehen hat sollte das schnellstens nachholen, für mich und wahrscheinlich auch für viele andere waren sie die Gewinner des diesjährigen WOA. Monika

Ektomorf (07.08.04, Party Stage)

Ich hatte mir die Entscheidung nicht leicht gemacht, Ektomorf oder Unleashed zu besuchen, die Wahl fiel letzlich auf erstgenannte. Spätestens seit ihrem Deal mit Nuclear Blast und der daraus resultierenden CD »Desrtoy« sollten Ektomorf den meisten ein Begriff sein, wobei immer Vergleiche zu Soulfly oder den älteren Sepultura gezogen werden. Dies ist insoweit richtig, dass sie dort weitermachen, wo Sepultura schon seit langem ihre (musikalischen) Pfade verlassen haben, es handelt sich jedoch in keinster Weise um eine reine Kopie, lassen die Ungarn doch auch heimische Klänge in ihre Musik einfliessen.
Bei bester Mittagshitze hatte sich eine beachtliche Menge vor der Party Stage versammelt und Ektomorf liessen sich nicht lange bitten, sondern starteten gleich von der ersten Minute an voll durch. Wie üblich verwandelten sich die ersten Reihen vor der Bühne sofort in einen riesigen Moshpit, zusätzlich wurde das Publikum während des gesamten Sets immer wieder durch »Jump, Jump, Jump«-Rufe des Sängers angestachelt, die Band wieter abzufeiern. Glücklicherweise wurde das Publikum durch Wasserstrahlen aus Feuerwehrschläuchen ausreichend gekühlt ...
Bei brachialem Sound wurden der Menge Songs wie »You Leech« oder »A.E.A.« entgegengeschleudert. Und so gab es mit »Gypsy« dann auch noch einen ungarisch-folkloristisch angehauchten Song, der vom begeisterten Publikum ebenso gut aufgenommen wurde.
Einziges Manko des Gigs war aus meiner Sicht, dass Ektomorf ihre zur Verfügung stehende Spielzeit nicht vollständig ausnutzten und auch wenn (oder vielleicht weil) ich die Gründe dafür nicht kenne, verließ ich dann etwas enttäuscht einen sonst gelungenen Gig, um wenigstens noch ein paar Minuten von Unleashed zu sehen. Frank

Unleashed (07.08.04, Black Metal Stage)

Sie kamen, sahen und läuteten die Wiedergeburt des Deathmetals ein: Vier Schweden, besser bekannt unter dem Namen: Unleashed! Wie eine riesige Dampfwalze gaben Unleashed von Beginn an alles und zelebrierten ihren brachialen Deathmetal mit der Präzision einer gewaltigen Maschine! Einmal ganz von der Tatsache abgesehen, dass die Ami-Deather Deicide dem WOA (aus welchen Gründen heraus spielt eigentlich keine Rolle) fern geblieben waren, wodurch ich unverhofft in den Genuss eines gut einstündigen Deathmetaloverkills der gehobenen Extraklasse kam.
Perlen wie »To Asgard We Fly«, »The Immortals«, »Death Metal Victory«, »Berzerk«, »In The Name Of God«, »Hell's Unleashed«, »Before The Creation Of Time«, »Execute Them All«, »Into Glory Ride« etc. erfreuen sich immer wieder großer Beliebtheit unter den eingefleischten Fans des Schwedenvierers. Unleashed präsentierten sich körperlich und stimmlich (allen voran Frontmann Johnny Hedlund) in ausgezeichneter Verfassung und hatten außerdem an diesem Tag zu mittäglich früher Stunde einen herrlich kristallklaren Sound.
Alle vier Musiker befanden sich in bester Stimmung, wobei ihnen selbst die frühe Spielzeit völlig am Hintern vorbeiging, was sich bis zum Ende auf die begeistert mitgehenden Fans der Schwedencombo übertrug. Egal, welchen der oben aufgeführten Deathmetal-Klassiker die hervorragend eingestellte Band spielte, die Fans klinkten reihenweise aus, moshten, bangten wie die Sau und feierten das Schwedenquartett verdientermaßen nach allen Regeln der Kunst ab!
Die Gitarrenfraktion groovte und killte gnadenlos, während es der sehr tight aufspielendes Rhythmussektion vorbehalten blieb, durch punktgenaues Zusammenspiel am Bass und hinterm Schlagzeug soundtechnisch Akzente zu setzen. Bandleader Johnny Hedlund brüllte und grunzte sich die Seele aus dem Hals als wäre er selbst der Leibhaftige in Person. Mitten im Set huldigte die Band zwei wichtigen Genreprägenden Einflüssen, ohne die es seine Band Unleashed, wie der Unleashed-Frontmann es vorsichtig ausdrückte, gar nicht geben würde: dem erst kürzlich im Alter von gerade einmal 39 Jahren verstorbenen Quorthon alias Thomas Forsberg von der Kultlegende Bathory (die als Begründer des Viking-Metals gelten) und dem verstorbenen Bandleader der Urväter des Deathmetals, Chuck Schuldiner von Death, dem der Song »Evildead« gewidmet wurde - eine Geste der außergewöhnlichen Art, die vollen Respekt verdient!!!
Mit »(Ice Cold) Winterland« gaben Unleashed noch einen kleinen Vorgeschmack auf's Anfang September erscheinende neue Album »Sworn Allegiance«, das laut diesem Song zu urteilen eine echte Hammerscheibe zu werden verspricht, der sich nahtlos in die Liste der oben aufgeführten Klassiker einreihte und ebenfalls bestens beim Publikum ankam. Nach dem Set wurde die Band mit minutenlang anhaltenden Standing Ovations von ihren Fans verabschiedet. Ein wahrer Triumphzug, der nach zwischenzeitlich fünfjähriger Pause einer geradezu märchenhaften Auferstehung gleichkommt! Ein Auftritt, der eindrucksvoll bestätigte, warum Unleashed gemeinsam mit ihren schwedischen Landsleuten Amon Amarth und den Norwegern Enslaved zur Top-Liga und Speerspitze der Viking-Deathmetalbewegung (die wiederum das Fundament für eine gerade in Skandinavien recht aktive, große Undergroundszene bildet) gehören.
In dieser Form dürfte der Schwedenvierer live sowie in studiotechnischer Hinsicht kaum zu schlagen sein, eine Tatsache, welche durch das grandiose neue Album »Sworn Allegiance« sogar nachhaltig untermauert wird. Auf die häufig gestellte Frage, wie die momentan beste Viking-Deathmetalband (mit Ausnahme der Überflieger Amon Amarth) heißt, kann es infolge dessen konsequenterweise nur eine Antwort geben: - Unleashed!!! Toschi

Nevermore (07.08.04, True Metal Stage)

Nevermore konnten heute nicht wirklich überzeugen. Mit einem extrem blechernen, schlechten Sound hatten sie allerdings auch nicht gerade die besten Startbedingungen, was schon schade war, denn ansonsten ließen sie dieses Jahr auf dem WOA nur selten was zu wünschen übrig. Bei einem so schlechten Sound können sich selbst so begnadete Musiker die Seele aus dem Leib spielen, es kommt einfach nichts rüber. Die ersten Lieder hindurch konnten wir Sänger Warrel Dane zumindest von unserem Standpunkt aus kaum hören und erst nach einer ganzen Weile besserte sich das etwas. Nevermore tobten eine Stunde lang über die Bühne und insbesondere Warrel gab sich wirklich alle Mühe und dennoch konnte er bis auf einen größeren Pulk vor der Bühne, bestehend aus den harten Fans, keine Bewegung ins Publikum bringen. Was ganz sicher nicht nur an ihm lag, sonder vor allem an der erbarmungslos brennenden Sonne. Gespielt haben sie viele Stücke von der »In Memory« und von der »Dead Heart In A Dead World« wie zum Beispiel »Nacrosynthesis«. Insgesamt war es eher ein durchwachsener Gig. Nevermore haben wie immer alles gegeben, der Funke wollte heute nur nicht so richtig überspringen. Waltraud

Hypocrisy (07.08.04, Black Stage)

Die Meute wartete schon ganz ungeduldig auf Hypocrisy, mittlerweile war die Sonne doch nicht mehr ganz so erbarmungslos wie bei den Vorbands (Gott sei Dank).
Als Peter und seine Männer auf die Bühne kamen tobte die Menge als hätten sie Band zum ersten Mal gesehen, was bei diesen Liveaktivitäten ja kaum möglich ist, ich kann nur sagen die arme Familie, aber besser sie als wir!!!!
Hypocrisy lieferten den Fans diesmal aber etwas mehr Abwechslung als sonst, denn das Songmaterial fiel doch sehr ungewohnt aus. Das Line Up hat sich mittlerweile ja nun auch geändert, hinter dem Schlagzeug sitzt nicht mehr Lars sondern Hoagh, ehemaliger Immortal Felledrescher! Musikalisch haben sie eine Glanzleistung abgeliefert, was leider durch den sehr miesen Sound sehr schwer zu erkennen war. Etwa zur Hälfte der Show hörte man dann auch Peters Gesang heraus, was vorher unmöglich war. Alles in Allen muss man den Jungs doch neidlos anerkennen, dass sie doch mit zu einer der besten Livebands überhaupt gehören, halt richtige Profis!!!! Monika

Helloween
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Helloween (07.08.04, True Metal Stage)

Die große Enttäuschung des 15. WOA hieß eindeutig Helloween! Obwohl die Band die erste Viertelstunde ihres Sets mit »Eagle Fly Free« und »Keeper Part II« (das in voller Länge ausgespielt wurde) sehr gut begann, verfielen die Hamburger »Kürbisköpfe« anschließend schnell wieder in den alten Trott zurück, sprich ihre üblichen Bubblegum-Entertainment-Ansagen (die nur noch lächerlich wirken), um statt die Klassiker zu bringen, eher mit loweren Nummern der qualitativ schwächeren Scheiben aufzuwarten, deren Niveau längst nicht an das jener Songs heranreicht, aufgrund derer sich die Band einst ihren guten Ruf erspielt und einen Namen in der Hartwurst-Szene gemacht hat.
Dachte ich tatsächlich zuerst, die werden doch nicht etwa ... ein Best Of Programm mit den alten Klassikern bringen, dass einem Hören und Sehen vergeht? ... Sollte sich diese Hoffnung bereits nach dem ersten Viertel und zwei gespielten Nummern als trügerisch erweisen, die Bühnenperformance der Kürbisköpfe ließ, wie schon so oft in der Vergangenheit, einmal mehr sehr zu wünschen übrig. Die Hanseatencombo brachte nach ihrem guten Start ein recht durchwachsenes Programm bestehend aus eher loweren, poppig-kommerziellen Nummern wie »Hey Lord«, »If I Could Fly« etc. aus der weniger produktiven Phase ihres kreativen Schaffens, inklusive zahlreicher peinlicher Ansagen des Fronters Andi Deris und oftmaliger, nerviger Zwischenrufe von Gitarrist Michael Weikath, womit das Anfangs noch recht gute Flair ziemlich schnell baden ging.
Ein wenig Spaß auf der Bühne ist immer okay, doch wenn's derart lächerlich und peinlich wird und man das Herumalbern auf der Bühne zu sehr übertreibt, stimmt definitiv etwas nicht. Selbst der einigermaßen erträgliche Schlussteil mit »Dr. Stein«, »Future World« und dem überraschend gebrachten Speedmetalkracher »How Many Tears« (einschließlich Kai Hansen) konnte diesbezüglich nicht mehr viel retten ... Obwohl die Ansage der Band, dass sie einen Live-Mitschnitt des Wacken-Konzerts aufnehmen würde, von einem Teil der anwesenden Fans mit tosendem Applaus quittiert wurde, ertönten dafür gleichzeitig mindestens eben so viele Pfiffe. Als ob das nicht bereits genügt hätte, durfte der als special guest auf die Bühne gebetene Mr. Hansen sich mal wieder einige Extrawürste genehmigen, sprich Sonderrechte herausnehmen - in diesem Fall das Recht, den Rahmen des gebotenen Zeitlimits gleich locker eine Viertelstunde zu überziehen, um einige Kostproben seines Könnens zum Besten zu geben, während weitaus hochkarätigere Bands im Rahmen des zur Verfügung stehenden Zeitlimits seitens der Veranstalter nicht mal eine Zugabe gewährt bekamen, was nicht nur aus meiner Sicht eine absolute Unverschämtheit darstellt!
Dementsprechend angesäuert verließ ich nach dem grässlichen (und nicht nur aus meiner Sicht) viel zu langen Helloween-Auftritt zunächst mal für einige Minuten den Platz, um mich zeitweilig im Paulaner-Biergarten abzukühlen, jetzt schmeckte selbst die Cola nicht mehr. Brrrrr!!! Toschi

Saxon
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Saxon (07.08.04, True Metal Stage)

Als zweiter Topact des langen Samstag-Abends setzte der britische Fünfer dem 15. WOA in allen Belangen die Krone auf, womit ein erstklassiges Heavy-Metal Festival, das wieder einmal von teilweise recht merkwürdigen chaotischen Umständen geprägt war, einen denkwürdigen Abschluß fand. Saxon betraten die Bühne und siegten auf ganzer Linie. Den Resonanzen des Publikums nach zu urteilen waren sie (in punkto Stimmungslevel sogar noch weit vor Dio liegend) neben den US-Thrashern Anthrax mit Abstand die erfolgreichste Band auf Europas größtem Heavy-Metal Festival, dem WOA, wie zahlreiche erhobene Arme und Hände ganzer Fanschaaren belegen, ein Bild das im wahrsten Sinne des Wortes echte Gänsehautatmosphäre vermittelte, beim Anblick einer derart großen Menschenmasse lief sogar dem Verfasser dieser Zeilen so manches Mal ein eiskalter Schauer den Rücken herunter!
Mit »Heavy Metal Thunder« fanden die fünf Briten sofort den richtigen Einstieg und schmetterten gleich eine echte Alltime-Bangerhymmne von Format in die Reihen der Fans, die von Beginn an mitgingen, was das Zeug hielt. Nach zunächst noch ein wenig verhaltenem Beginn feierten auch die Fans in den hinteren Reihen Saxon im Laufe ihres Sets immer stärker und enthusiastischer ab. Die Band präsentierte einen Set bestehend aus zahlreichen Klassikern, der an diesem Abend bestens ausgewählt seine Wirkung auf breiter Ebene nicht verfehlte (wie ganze Scharen erhobener Arme belegen, wahrlich ein recht eindrucksvolles Bild), ähnlich wie einmal mehr Frontsirene Biff, dem es immer wieder gelang, das Publikum mit seinen wohldurchdachten Ansagen und Mitsingparts zu pushen und somit zum kräftigen Abrocken zu animieren. Wenn einer die ganze Palette in punkto Show, Entertainement und Musik drauf hat wie kein Zweiter, dann ist es der Saxon-Frontmann mit seiner unglaublichen Ausstrahlung!
Innerhalb der zweistündigen Spielzeit kamen zahlreiche legendäre alte Kracher, die nach wie vor nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben, zum Zuge, (gemeint sind unter anderem folgende aus keinem Saxon-Livekonzert wegzudenkende Kultklassiker: »Strong Arm Of The Law«, »Prinzess Of The Night«, »Motorcycle-Man«, »Crusader«, »Denim & Leather«, »747-Strangers In The Night«, »20.000 Feet«), weitere Stücke wie »Dogs Of War«, »Solid Ball Of Rock« oder »Dragon's Liar« liessen ebenfalls keine Wünsche offen. Soundtechnisch gab es (ähnlich wie schon am Freitag bei Dio) an diesem Abend ebenfalls überhaupt nichts zu bemängeln.
Zu den Höhepunkten einer jeden Saxon-Show gehört auch der legendäre Saxon-Adler. Beim stilgemäß dafür vorgesehenen Klassiker »The Eagle Has Landed« und später ein weiteres Mal vor den Zugabestücken in voller Beleuchtung erstrahlend, bot jener direkt über der Bühne platzierte Saxon-Adler ein recht imposantes Bild. Dass auch Saxon eine durchaus illustre Gästeliste vorzuweisen hatten, die der britischen Heavy Metal Institution huldigte, zeigte sich daran, dass während des offiziellen Sets WOA-Veranstalter Thomas Jensen, Stratovarius-Drummer Jörg Michael, ex-Saxon Drummer Nigel Glockler, Savatage-Gitarrist Chris Caffery und Destruction Basser Schmier von Zeit zu Zeit die Bühne enterten, um den ein oder anderen Song gemeinsam mit ihren Idolen live für die Fans einzuspielen. Super!
Saxon Frontmann Biff strahlte an diesem zweifellos denkwürdigen Konzertabend (der nachhaltig in die Wacken-Geschichte eingehen wird), mit der Sonne um die Wette und verkündete zum Ende des regulären Sets, dass Saxon auch nächstes Jahr wieder nach Wacken kommen würden - woraufhin eine wahre Jubelarie unter den Fans ausbrach! Als Zugabe eines nicht nur in spielerischer Hinsicht, sondern auch rein auswahltechnisch gesehen, erstklassigen Programms folgten noch das traditionell zum Set gehörende, extra-lange »Wheels Of Steel«-Medley (einschließlich der berühmten Mitsing-Parts), die Powerhymmne »Forever Free« und das lautstark von eingefleischten Saxon-Fans geforderte »Dallas 1. P.M.«, ein Stück, dessen Wahl den Fans (seitens der Band) selbst vorbehalten blieb und sich aufgrund der heftigen Reaktionen vor der Bühne als echter Volltreffer erwies, womit nach exakt zweistündiger Spielzeit ein grandioser Set allerfeinsten Heavy Metals klassischer Bauart stilgemäß beendet wurde.
Von den Fans während des Zugabeteils und nach dem Konzert mit lang anhaltenden Beifallsbekundungen und Standing Ovations bedacht, stellte sich wieder einmal heraus, dass Biff und Co. zu den ganz wenigen wahren Heavy-Metal-Legenden gehören, die ihrem Ruf völlig zurecht und jederzeit ohne überflüssiges Pseudorockstargehabe auskommend, gerecht werden. Saxon sind 100% Heavy Metal pur!!! Wer's immer noch nicht glaubt, sollte sich entweder mal ein Live-Video des neben Iron Maiden (und den mittlerweile nicht mehr ganz so starken Judas Priest) wichtigsten britischen Heavy-Metal-Flaggschiffs anschauen oder wirklich mal ein Saxon-Konzert besuchen.
Fazit: Hammermässig klasse, einfach excellent! Eine Band, auf die sich eingefleischte MetallerInnen (einschließlich meiner Wenigkeit) auch nächstes Jahr im Rahmen des 16. WOA freuen dürfen. Saxon sind immer wieder ein unumgängliches Muss!!! Toschi

Satyricon/Dark Throne (07.08.04, Black Stage)

Kurz nach Mitternacht war es endlich soweit: Aus dem hohen Norden waren die Black Metal Götter Satyricon auf die Erde herabgestiegen, um ihren Jüngern und dem gesamten Wacken-Publikum Erfüllung zu verschaffen. Und dies erledigten die sechs Musiker mit der urwüchsigen Kraft einer alles zermalmenden Lightshow und einer dem Massaker angemessenen Soundwalze. Satyr und seine Spießgesellen zelebrierten ihren eigentlich nicht besonders massenkompatiblen Black Metal auf der großen Wacken Black Stage mit der Inbrunst und der Wucht, die z. B. Slayer »dank« technischer Schwierigkeiten im letzten Jahr nicht nach außen tragen konnten und erreichten so die dunkle Seite in der Seele jedes Wacken Besuchers. Mit Hymnen wie »Fuel For Hatred« und »Repined Bastard Nation« vom letzt jährigen Großereignis »Volcano", Hvite krists dod« vom Zweitwerk »The Shadowthrone« oder dem unendlich kultigen »The Night Of The Triumphator« vom legendären 92er Demo faszinierte die Band wirklich jeden nach Saxon anwesenden Besucher und machte an diesem Abend den »truen« norwegischen Black Metal (nicht den Girlie-Black Metal Dimmu Borgir oder Cradle Of Filth) salonfähig. Zum Abschluss gönnte man dem Auditorium dann noch die Oberhymne »Mother North«, die die knapp sechzigminütige Show von Satyricon beschloss und die mein absolutes Wacken Highlight war.
Nicht vergessen, sondern absichtlich an den Schluss dieses Reviews geschoben, habe ich den Bericht des Dark Throne Auftritts, der den Anwesenden im letzten Drittel des Satyricon Sets präsentiert wurde. Nach kurzer Pause erschien um 1:15 Uhr unter großem Applaus Nocturno Culto und übernahm das Mikro von Satyr, der an die Gitarre wechselte, um vier Perlen der Dark Throne Historie zu intonieren. »Kathaarian Life Code«, »Transilvanian Hunger«, »The Hordes Of Nebulah« und »Under A Funeral Moon« zeigten den Massen für rund 25 Minuten, wie räudiger Black Metal zu klingen hat (der Sound war während dieser Zeit tatsächlich drei Klassen schlechter und an den CD-Sound angelehnt) und sorgten für viele frohe Gesichter im Publikum. Sicher eine interessante Performance, die man nicht alle Tage zu sehen bekommt, musikalisch war sie letztlich - man möge mich nicht steinigen - überflüssig und hätte sicher gut durch drei oder vier weitere Satyricon Stücke ersetzt werden können. Akinakes


Das Wetter war prima, die Bandauswahl gut, die Running Order ein wenig panne (Amon Amarth um 2 Uhr nachts, das bringt's defintiv nicht ...), das Helferpersonal Platzordner, Feuerwehr etc. war trotz all des vielen Stresses sehr hilfsbereit ebenso die Leute vom Roten Kreuz, die bei allen größeren und kleineren Wehwehchen mit Rat und Tat zur Seite standen. Mit der Zeltplatzeinteilung lagen die WOA-Veranstalter allerdings teilweise ziemlich daneben, so ein derartiges Chaos gab's in all den Jahren bislang nicht. Ebenso außergewöhnlich dürfte die Tatsache sein, dass selbst schon am Samstag Abend also sechs Tage vor Festivalbeginn bereits Campingplätze belegt werden durften ist eine Unverschämtheit sondergleichen. Eine Übervorteilung anderer zu ungunsten aller regulär angereisten Fans! Nächstes Jahr sollte man am besten gleich zwei Wochen vorher dasein und am besten noch einen bestimmten Platz buchen oder vorreservieren ...- schlicht zum Kotzen!
Teilweise defekte Duschen und eine immense Wasserknappheit halfen auch nicht unbedingt, sich das Leben zu erleichtern. An den Soundverhältnissen der einzelnen Bands gab es hingegen überhaupt nichts rumzumäkeln, die waren völlig einwandfrei und so gut wie in den letzten Jahren nicht. Daumen hoch, Prima!!! Das Shopping-Zelt des Metal-Supermarkets gehört zu den absoluten Bereicherungen des WOA, ebenso wie der Metalmarket auf dem Gelände mit seinen zahlreichen Ständen und der Paulaner Biergarten entpuppte sich einmal mehr als erstklassiger Orientierungspunkt, Platz des gepflegten Trinkgenusses sowie des Entspannens. Die Metalbörse bot wieder reichhaltig interessante Artikel, der oben erwähnte Supermarket kam ebenfalls wieder gut an. Wer sich über die Toiletten beschweren möchte, (längst ein alter Hut, dort wo's WC steht, da stinkt's das ist ganz natürlich und logisch, wer auch hier Abhilfe haben möchte sollte sich entweder 'ne Sprühdose Febrèze Geruchsentferner mitbringen, ein fettes Tütchen rauchen, sich bis zum Exitus besaufen, damit er/sie es nicht mehr merkt, sich nächstes Jahr am Besten selbst ein aufblasbares WC-Häuschen mitbringen, eins aus dem Hut zaubern oder sich kreativerweise eins schnitzen ... he,he,he!!! Ein unsinniges Thema, doch manche begreifen's wirklich nie. Dort, wo Scheiße fließt, s t i n k t' s!!!!!!!!!!
Falsche Infos beim T-Shirtverkauf (siehe ein gesetzterer Herr im reiferen Alter, dem fast die Haare fehlten, der mir frecherweise ins Gesicht sagte, dass es keine WOA-Shirts in Größe L mehr gäbe, da sie ausverkauft seien und diese Person auf mein freundliches Nachhaken hin sich beleidigt zeigt und im nächsten Moment derart stur stellt um mir rotzfrech ins Gesicht zu sagen, er hätte die Nase voll und würde auf dieser Seite die Leute nicht mehr bedienen wollen, wenn man ihm nicht glaube und daraufhin unverschämtermaßen die Seite wechselt, booahh, was für ein Ekelpaket! Das ist wirklich eine Zumutung für alle Fans, wofür es nur einen Begriff geben kann: Verarsche (!!!) , während mir ein sehr freundlicher, um etliche Jahre jüngerer Kollege dann tatsächlich eines bringt, lassen stark an der Glaubwürdigkeit des besagten Merchandise-Verkäufers zweifeln. Bei allem Respekt: Streß hin, Streß her, so etwas muss wirklich nicht sein und kann auch nicht im Sinne der Veranstalter dieses bei MetallerInnen in aller Welt beliebten Festivals sein, denn komischerweise wurde mir am großen WOA-Merchandisestand (der sich vor dem Festivalgelände befindet) gesagt, das am nächsten Tag am inneren WOA-Merchandisestand (der sich auf dem Festivalgelände befindet) T-Shirts in Größe L zu kaufen wären, sofern man pünktlich dort sei - und wir waren pünktlich dort! An dieser Stelle noch einmal ganz Besonderen Gruß aus dem Dunkel an den älteren Herren mit der lichten Frisur: So nicht!!!
Als absolut »hammermäßig« lassen sich die kleinen Mini-Camping-Stühle betrachten, die nach kurzer Benutzung schnell ihren Geist aufgaben und absolut zu 100 Prozent sicherster Garant für eine glatte Bodenlandung mit dem Hintern zuerst waren, da die aus einem leichten Material bestehenden Füße sich bereits nach einigen Minuten des Sitzens nur allzu schnell verbogen, demzufolge nachgaben und somit überhaupt nicht das hielten, was man sich von einem solchen Untersatz verspricht: Note ungenügend, mit anderen Worten : eine glatte Sechs!!! Allerdings hat das ganze auch einen riesigen Vorteil jedoch nicht für die WOA-BesucherInnen, sondern einzig und allein für den ortsansässigen WOA-Merchandise-Shop, jenen Ort an welchem diese obligaten, wirklich amüsanten »Sitzgelegenheiten« verkauft werden: Ein solch immens hoher Verschleiß an Campingstühlichen für einen denkbar kostengünstigen Preis von Neun Euro kurbelt die Wirtschaft geradezu in enormen Maßen an. Absoluter Wahnsinn und einfach nicht zu überbieten! Kein Wunder, wer legt auch schon gern eine Bruchlandung mit Schmerzgarantie (inklusive erhöhtem Unfall- und Gefahrenrisiko) für Haut und Knochen hin?
Duschen und WC hätten ebenfalls ein wenig besser gekennzeichnet sein können; Scheissegal, wie dem auch sei. Insgesamt gesehen, hielten sich positive und negative Aspekte in Bezug auf's WOA wie immer die Waage, weshalb auch das diesjährige WOA-Festival durchweg als großer Megaevent der im vernünftigen Rahmen gehalten wurde, stehen gelassen werden kann, zumal einmal mehr auch die berühmte Wackener Festivalatmosphäre (selbst beim Auftritt der Wackener Feuerwehr feierten die Fans auf Teufel komm raus wie schon lange nicht mehr) und das Treffen mit vielen netten, teilweise recht kuriosen, skurrilen sowie einigen recht bizarr anmutenden Gestalten gerade dieses Festival immer wieder interessant und jedes Jahr stets auf's Neue zu einem unumgänglichen Muss für zahlreiche Metalheads aus aller Welt werden lassen. Bleibt nur zu hoffen, dass das Rock-Hard dem WOA irgendwann eine zweite Chance gibt und sich möglicherweise dazu durchringen kann, dieses aus Sicht zahlreicher MetalanhängerInnen wirklich einmalige Kultmetalfestival eines Tages (vielleicht schon nächstes Jahr) berechtigtermaßen in die Hard-Union zurückzuholen. Schön wär's!!!
Die Gewinner des diesjährigen WOA hießen aus meiner Sicht: Motörhead, Saxon, Dio, Unleashed, Amon Amarth, Grave Digger und die zumindest für's Festival wieder vereinten Warlock, die einen gigantischen Auftritt boten und somit die eigentliche Überraschung des Festivals darstellten, die zahlreichen (aller Widrigkeiten zum Trotz) auch in diesem Jahr wieder nach Wacken gekommenen Metalfans, die eine Megaparty der Superlative feierten und natürlich das WOA-Veranstalterteam, das sich - (sofern die Zahlen aus einer nur allzu bekannten Tageszeitung stimmen) - über einen Zuspruch von (geschätzt) rund 60.000 Heavy Metalfans freuen durfte. Die große Enttäuschung des WOA 2004 hiess eindeutig Helloween, eine Band, die mehr und mehr zur Lachnummer verkommt, die Gründe hierfür sind im Helloween-Livereview nachzulesen, deshalb soll's damit auch kurz und knapp belassen sein. Mein größter Wunsch für's nächste WOA 2005 wäre, dass endlich einmal Iron Maiden bzw. Judas Priest das WOA headlinen oder sich die Herren Simmons, Stanley, Frehley und Criss die Ehre geben (besser bekannt unter dem Namen: KISS) und die US-Hardrocklegende Blue Öyster Cult am Eröffnungsdonnerstag auftreten wird. Hmmm ...da gerade letzteres wohl eher nicht der Fall sein wird, lässt dieser Wunsch zumindest eine Menge Platz zum Träumen ... Toschi
alle Bilder (C) www.Metaltix.com

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Interviews:

Interview: Arch Enemy, 20.02.2002 Ich weiß wie es ist Fan zu sein
Interview: Doro, 17.04.2003 Jedes Album kommt tief aus dem Herzen, es ist vorher nie so geplant
Interview: Unleashed, 11.05.2002 Death Metal ist eine natürliche Erklärung an das Leben, den Tot und alles was dazwischen ist

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Live-Reviews:

02.08.2001 bis 04.08.2001: Wacken Open Air 2001 (Wacken)
27.04.2005: Mercenary, At Vance, Brainstorm (Ludwigsburg, Rockfabrik)
01.02.2003: Without Face, Cathedral, Samael (Bad Salzungen, Kallewerk)
13.02.2005: Stormhammer, Astral Doors, Grave Digger (Ludwigsburg, Rockfabrik)
03.08.2006 bis 05.08.2006: 17. Wacken Open Air (Wacken)
20.07.2006 bis 22.07.2006: Earthshaker Festival (Rieden)
05.06.2007 bis 09.06.2007: Swedenrock-Festival (Sölvesborg (S))
24.06.2005 bis 25.06.2005: Bang Your Head-Festival (Balingen)
21.10.2002: Anthrax, Motörhead (Offenbach, Stadthalle)
25.05.2007 bis 27.05.2007: Rock Hard-Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
21.07.2005 bis 23.07.2005: Earthshaker-Festival (Geiselwind)
16.08.2007 bis 18.08.2007: Summer Breeze 2007 (Dinkelsbühl)
11.08.2005 bis 13.08.2005: Party San Open Air (Bad Berka)
13.05.2005 bis 15.05.2005: Rockhard Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
21.08.2003 bis 23.08.2003: Summer Breeze 2003 (Abtsgmünd)
04.07.2003 bis 06.07.2003: With Full Force X (Roitzschjora, Flugplatz)
15.04.2003: Wacken Warm-Up Party (Kassel, Musiktheater)
22.08.2002 bis 24.08.2002: Summer Breeze 2002 (Abtsgmünd)
17.04.2003: Doro, Rawhead Rexx, Judge For Yourself (Ziegenhain, Kulturhalle)
01.08.2002 bis 03.08.2002: Wacken Open Air 2002 (Wacken)
18.08.2006 bis 19.08.2006: Summer Breeze 2006 (Dinkelsbühl)
23.06.2006 bis 24.06.2006: Bang Your Head Festival (Balingen)
04.08.2007 bis 06.08.2007: 18. Wacken Open Air (Wacken)
31.07.2003 bis 02.08.2003: 14. Wacken Open Air (Wacken)
07.04.2003: Saxon, Evidence One (Kassel, Musiktheater)
06.11.2001: Saxon, Rawhead Rexx (LKA - Longhorn, Stuttgart)
26.08.2005 bis 27.08.2005: Up From The Ground (Gemünden, Mainwiesen)
19.08.2004 bis 21.08.2004: Summer Breeze 2004 (Abtsgmünd)
09.04.2004: No Mercy Festival (Münster, Live Arena)
14.03.2004: Pro-Pain, Ektomorf, Disbelief, Morda (Ludwigsburg, Rockfabrik)


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