Live-Reviews

Summer Breeze 2005

18.08.2005 bis 20.08.2005, Abtsgmünd

Als ich mich am Freitag Mittag nach der Arbeit in Auto setzte, um zum Summer Breeze zu fahren, ahnte ich noch nicht, was für ein Wetterchaos mich die nächsten Tage erwarten sollte. Gestartet bei schönsten Sonnenschein, sollte bereits es kurz nach meine Ankunft in Abtsgmünd bis zur Abreise am Sonntag fast durchgehend regnen. Wenigstens war's warmer Regen, wie es sich für einen anständigen deutschen Sommer gehört.
Doch auf alle damit verbundenen Probleme sollte ich erst in den nächsten Tagen stossen. Glücklicherweise hatte ich, so weit ich mich erinnere, das erste Mal das Vergnügen, ein Festivalticket zu erhalten, ohne vorher stundenlang anstehen zu müssen. Hocherfreut über die eingesparte Zeit, sparte ich mich zugleich auch noch das Zeltaufbauen und wollte schnellstmöglich das Festivalgelände entern. Doch schon gab's die erste Hürde direkt nach dem Einlass: DROGENKONTROLLE. Ich hielt es erst für nen schlechten Scherz, so dass ich dem Zivilbu ... beamten sofort anpflaumte, er solle sich erst mal anständig ausweisen. Damit hatte ich das Vergnügen gewonnen, alle Taschen ausräumen und meine Papiere zeigen zu müssen ...
Wen's interessiert: ich hatte natürlich nix dabei und durfte anschließend wieder einpacken und endlich das Festival beginnen.

Norther (19.08.05, Pain Stage)

Norther
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Nun konnte es endlich kann es auch für mich losgehen und so waren Norther, die erste Band die ich sehen konnte. Es hatte sich doch eine beachtliche Menschenmenge angesammelt, um dem scheinbar nicht müde werdenden Jungs um Petri Lindroos ihre Aufwartung zu machen. Leider hatten Norther mit einem einzigen Soundbrei zu kämpfen, in dem so geniale Stücke wie »Unleash Hell« und »Hellhole« gnadenlos zu versumpfen drohten. Mit einer sehr guten Liveperformance konnten sie die miserablen Rahmenbedingungen allerdings wieder wett machen und so hinterließen die agilen Finnen nach ihrer Show doch noch ein zufriedenes und ausgelassenes Publikum.

Die Apokalyptischen Reiter (19.08.06, Main Stage)

Die Apokalyptischen Reiter
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Endlich war es soweit und Die Apokalyptischen Reiter stürmten die Bühne. Die Main Stage als Schauplatz war hier mehr als berechtigt, da sich zum Einen eine beachtliche Menge versammelt hatte, um die Reiter abzufeiern, zum Anderen der Platz auf der Bühne bestenfalls ausreichend war für dir enorme Energie und den Bewegungsdrang des Sängers. Ich habe die Band schon so oft live gesehen und es ist trotzdem immer wieder ein Genuss sie musizieren zu sehen.
Dieses mal wurde dem Publikum wieder eine besondere Überraschung geboten: Mitten im Set wurde auf der Bühne eine Hüpfburg aufgeblasen, auf der dann während des restlichen Sets ein mitgebrachter Fanclub herumtollen konnte. Selbst für Nicht-Fans (gibt's die überhaupt?) der Reiter wird immer etwas geboten, neben der erwähnten Hüpfburg auf dieser Tour ein Intro, in dem ein Sarg hereingerollt wurde, dem dann Dr. Pest im SM-Outfit entstieg und Peitsche schwingend über die Bühne rast, bevor er sich hinter sein Keyboard trollt.
Wer die Reiter noch nie live gesehen hat sollte dies auf jeden Fall bei nächster Gelegenheit nachholen ...

Dark Tranquillity (19.08.05, Main Stage)

Dark Tranquillity
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Als Dark Tranquillity die Mainstage betraten und uns gleich den Opener »The Treason Wall« um die Ohren schmiss, bemerkte man sofort den grottenschlechten Sound, der wie mir zu Ohren kam leider auch schon bei anderen Bands dieser Bühne auftauchte. Aber trotz des schlechten Wetters und des schlechten Sounds meisterten die Schweden ihren Auftritt souverän, die Masse vor der Bühne ließ sich auch von dem schlechten Wetter nicht davon abbringen ihren Göttern zu huldigen (auch wenn es manchmal schwer fiel).
Trotz aller Widrigkeiten gehörten Dark Tranquillity wohl zu den Gewinnern des diesjährigen Summer Breeze, betrachtet man die Resonanz im Publikum. Eine agile Band gab dem Publikum keine Chance, ihre Anwesenheit zu bereuen. Das Set bestand aus einigen Songs der letzten CD und einem Querschnitt durch die älteren Alben. Leider war viel zu wenig Zeit für alle ihre Hits, dafür eignet sich dann doch eher eine Headlinertour.

Opeth (19.08.05, Main Stage)

Tosender Applaus brandete dem Schweden Opeth entgegen, als sie nach einer längeren Pause hier auf dem Summer Breeze endlich einmal wieder live zu sehen waren. Sie wurden geradezu sehnsüchtig erwartet. Das erste Stück ihres Gigs war »Deliverance«, später kamen noch unter anderem »The Drapery Falls« und mit »Weakness«, »The Grand Conjuration« und zum Abschluss noch »Demon Of The Fall« präsentierten sie eine gute und ausgewogene Songauswahl.
Ein absolut sympathischer Mikael Akerfeldt wusste das Publikum mit seinen ironischen Ansagen und seiner dunklen, geradezu hypnotischen Stimme zu fesseln und so ging der Auftritt von Opeth noch immerhin einer Stunde doch viel zu plötzlich zu Ende. Da kann man nur hoffen, dass die Zeit bis zur nächsten Hallentour schnell vorüber geht.

Wintersun (19.08.05, Pain Stage)

Nachdem mir letztes Jahr schon Ensiferum in guter Erinnerung geblieben waren, war ich entsprechend gespannt auf den Auftritt von Wintersun in diesem Jahr ... Trotzdem ich von diesem Tag schon ganz schön angeschlagen war, freute ich mich gewaltig, als die Finnen betraten die Pain Stage betraten. Trotz des bisher einzigen, selbstbetitelten Albums war Wintersun ihr Ruf voraus geeilt, so dass noch eine beachtliche Menge der letzten Band des Tages ausharrten. Die zur Verfügung stehenden 45 Minuten reichten dann auch, das vom Album bekannte Material in ausgezeichneter Manier zu präsentieren. Ein perfekter Abschluss des Abends.

Suidakra (20.08.05, Pain Stage)

Suidakra
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Bereits gegen halb zwölf befand ich mich mittelschwer verkatert wieder vor der Bühne, um mir den Opener des Tages anzusehen. Für Suidakra lohnt es sich im allgemeinen früh aufzustehen, doch heute wirkten die Jungs selbst von Anfang an völlig lust- und kraftlos. Wir stellten so unsere Vermutungen an, ob es eher an dem richtigen Sauwetter oder doch an einem ausgewachsenen Kater liegen könnte und es dauerte tatsächlich nicht lange, bis Arkadius das Rätsel löste: Er entschuldigte sich offiziell beim Veranstalter dafür, dass er am Vorabend besoffen aus dem Jack Daniels-Zelt geflogen sei. Das mag jeder aufnehmen wie er will, einige halten es vielleicht für cool. That's Rock 'n' Roll! Wie dem auch sei, dem Auftritt hat es jedenfalls nicht gut getan. Ein Spielfehler jagte den nächsten, lustlos rissen sie ihren Set runter und der strömende Regen tat sein übriges. Schade eigentlich, beim nächsten mal wird alles besser ...

Enthroned (20.08.05, Pain Stage)
Enthroned
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Nun war es also wieder Zeit für die »Pandabären« ... eigentlich ungünstig um die Mittagszeit, da es aber immer noch regnete und der Himmel entsprechend verhangen war, war's wenigstens etwas »stilgemäß«.
Von einer spektakulären Bühnenshow war leider nichts zu bemerken, die Belgier zogen schlich und ergreifend ihr Programm runter, so ganz nach dem Motto bringen wir es hinter uns und gehen dann unserem eigentlichen Grund des Kommens nach, dem Saufen!
Schade aber vielleicht sind sie ja das nächste mal besser drauf.

End Of Green (20.08.05, Pain Stage)

Auf dem diesjährigen Summer Breeze waren End Of Green eindeutig einer der Gewinner. Es kommt ihnen zu gute, dass sie ein sehr vielschichtiges Publikum ansprechen und so sah man jung und alt einträchtig zusammen feiern und die Sau rauslassen. Und genau das wurden End Of Green, richtig abgefeiert. Ein Kracher jagte den anderen und sogar Mützenfan und Sänger Michelle Darkness zeigte sich sichtlich begeistert, ließ aber auch seine gewohnt sarkastischen Ansagen nicht zu kurz kommen.
»Evergreen«, »Highway 69«, »Dead End Hero« und »Demons« sind nur einige der Kracher, die sie brachten und ohne eine Zugabe konnten End Of Green nicht verabschiedet werden. Mit »I Drink Myself To Sleep« stellten sie zum Abschluss dann noch einen neuen Song vor, der tatsächlich Ohrwurmcharakter hat. Da wünscht man den Jungs nur noch, dass sie endlich den großen Durchbruch schaffen.

Tristania (20.08.05, Pain Stage)

Tristania gehörten auf diesem Festival zu meinem Pflichtprogramm, da ich die Norweger bereits auf dem WOA versäumt hatte, da ich im Verkehr stecken geblieben war ...
Lag's am Wetter, das mich auch schon ganz schön mitgenommen hatte, oder gab's villeicht andere Gründe. Meiner Ansicht nach waren die Norweger jedenfalls schon durchaus agiler, zumindest was die Mitstreiter um Vibeke angeht. Die Sängerin ist so und so ein kleiner Blinkfang, der die Augen aller Männer und teilweise auch Frauen auf sich zieht. Der Sound war eher durchschnittlich, aber die Songauswahl wenigstens mit einigen Highlights bestückt. Leider ein eher mittelmäßiger Gig, bedenkt man, dass es doch hauptsächlich um die Musik gehen sollte.

Pain (20.08.05, Pain Stage)

Letzter Abend, die letzte Band, Pain Stage, das konnte doch nur einer bestreiten Peter Tägtgrens Elektrocombo Pain. Mittlerweile war das Publikum, ich inklusive, sehr geschafft nach diesem anstrengenden und vor allen Dingen nassen Wochenende. Die Band war jedoch noch einigermaßen fit, ebenso einige vereinzelte Fans, die in der ersten Reihen abgingen.
Die alten Schweden brachten mit einem Kracher nach dem anderen doch noch einige dazu doch noch mal wach zu werden. Mit aufgestockter Besetzung in Form einer Bassistin und einer Gitarristin gab's, zumindest für die männlichen Zuschauer, auch noch was für's. Auge. Doch auch spielerisch fügten sich die beiden Neubesetzungen sehr gut in die Band ein und mit »Dancing With the Dead« und unter anderem dem Beatles-Cover »Eleanor Rigby« wurden uns auch die gewünschten Highlights geboten.

Frank M.

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Interviews:

Interview: Suidakra, 29.01.2004 Der frühe Vogel fängt den Wurm
Interview: Suidakra, 24.10.2006 Feinde Roms?

CD/DVD-Reviews:

CD-Review: Norther - Till Death Unites Us
CD-Review: Norther - Death Unlimited
CD-Review: Dark Tranquillity - Damage Done
CD-Review: Suidakra - Caledonia
CD-Review: End Of Green - Dead End Dreaming
CD-Review: Pain - Psalms Of Extinction

Live-Reviews:

03.09.2005: Metal For Mercy Festival (Bochum, Matrix)
21.09.2002 bis 22.09.2002: Metal gegen Krebs (Neukirchen)
01.12.2001: Meatgrinder, Rebellion, Burden Of Grief, The Atmosfear, Die Apocalyptischen Reiter (Jufi, Duderstadt)
16.08.2007 bis 18.08.2007: Summer Breeze 2007 (Dinkelsbühl)
20.07.2006 bis 22.07.2006: Earthshaker Festival (Rieden)
04.07.2003 bis 06.07.2003: With Full Force X (Roitzschjora, Flugplatz)
02.08.2001 bis 04.08.2001: Wacken Open Air 2001 (Wacken)
08.05.2005: Wacken Roadshow (Kassel, Spot)
22.08.2002 bis 24.08.2002: Summer Breeze 2002 (Abtsgmünd)
03.08.2006 bis 05.08.2006: 17. Wacken Open Air (Wacken)
26.08.2005 bis 27.08.2005: Up From The Ground (Gemünden, Mainwiesen)
08.08.2003 bis 09.08.2003: Fun & Crust V (Höchstenbach)
11.07.2003 bis 12.07.2003: Rocktown Open Air 2003 (Bebra, Biberkampfbahn)
11.08.2005 bis 13.08.2005: Party San Open Air (Bad Berka)
04.08.2005 bis 06.08.2005: 16. Wacken Open Air (Wacken)
26.02.2005: Tristania, Empty Storage (Bad Salzungen, Kallewerk)
11.11.2004: Trail Of Tears, Tristania, Therion ((CH) Pratteln, Z7)
26.10.2004: Trail Of Tears, Tristania, Therion (Stuttgart, LKA Longhorn)
12.10.2002: Soilwork, Pain, In Flames (Osnabrück, Hyde-Park)
16.01.2001: Samsas Traum, Pain, Atrocity (Batschkapp, Frankfurt)


Diese Seite wurde 2 mal kommentiert
Reiter (30.09.2005 22:35:40)
Warum werden bei den Apoaklyptischen Reitern die falschen Bilder angezeigt?
Frank (01.10.2005 12:16:06)
Uups, ist korrigiert, vielen Dank!

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