Live-Reviews

Disillusion, Vicious Rumors, Megaherz, Samael

09.08.2002, Höchstenbach, Fun & Crust Festival

Disillusion
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Weil wir alle noch arbeiten mußten sind wir leider erst so gegen 20:00 Uhr beim Fun & Crust Festival angekommen und so war die erste Band, die wir an diesem Abend gesehen haben, Disillusion aus Leipzig.
Zunächst ist es sehr ungewöhnlich ist, dass sie keinen Bassisten haben. Die Bassläufe kommen statt dessen vom Band, was ja schon ganz schön mutig ist, weil es live sicherlich recht schwierig umzusetzen ist und viele Fans, was so etwas angeht ja doch eher konservativ eingestellt sind. Leider konnte man den Bass dann auch kaum heraus hören, so dass der Sound insgesamt recht merkwürdig wirkte. Ansonsten haben sie ihre Sache sehr gut gemacht, Disillusion haben ihren abwechslungsreichen Thrash/Death sehr energiegeladen und hart rübergebracht.
Ein bißchen Glück hatten sie auch mit dem Wetter. Kurz bevor sie anfingen, hörte es auf zu regnen, und so hatte sich dann auch eine ganz ansehnliche Menge vor der Bühne versammelt.

Vicious Rumors
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Nach ungefähr einer Stunde Spielzeit und einer Umbaupause kamen dann Vicious Rumors. Eigentlich waren Eisregen angekündigt, die aber aus Krankheitsgründen absagen mußten, aber mit Vicious Rumors haben die Fun and Crust Leute wohl einen mehr als guten Ersatz an Land gezogen, die Amis konnten die Gelegenheit nutzen und nach Wacken noch einen Gig in Deutschland spielen.
Der Rahmen, in dem das hier stattfand war zwar »etwas« kleiner, aber ich war wirklich erstaunt zu sehen wie enthusiastisch Vicious Rumors bei der Sache waren. Es scheint ihnen vollkommen egal zu sein, ob sie vor ein paar tausend oder vor ein paar hundert Fans spielen. Sie haben alles gegeben. Der Sound war zwar leider etwas zu laut und breiig, aber Open Airs haben das eben oft so an sich. Den Fans hat es jedenfalls nichts ausgemacht und außer denjenigen, die vielleicht wegen Eisregen gekommen sind waren wohl alle zufrieden. Waltraud

Nachdem Vicious Rumors ihren Gig beendet hatten vollstreckten Megaherz erst einmal eine ewig lange Umbauphase. Nach einer ganzen Weile, war die Band anscheinend damit zufrieden, was sich die Soundtechniker so zusammen gezaubert hatten. Aber dem war noch nicht genug und sie mußten die Scheinwerfer auch noch ins gerade Licht rücken, sehr zum Ärger der Fans die schon geduldig auf die Band warteten.
Dann endlich kamen Megaherz auf die Bühne und begannen den Gig mit einer noch tolleren Ansage und zwar »wir sind extra aus München hierher gekommen um auf dem Fun and Crust zu spielen, das ist doch schon mal eine Wartezeit wert«. Was ich und einige andere dann feststellen mußten ist, dass Megaherz eigentlich nur eine Kopie von Rammstein sind, musikalisch und auch menschlich (so wirken sie zumindest auf der Bühne).
Die Band hatte allerdings eine recht gute Bühnenshow, die Fans bekamen auf alle Fälle was zu sehen und der Sound mußte ja dann auch zweifelsohne gut sein. Immerhin spielte die Band dann eine Stunde und die Fans die für Megaherz gekommen waren, konnten auf jeden Fall zufrieden sein mit dem was sie geboten bekamen. Monika

Samael
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Nach einer endlos erscheinenden Umbaupause standen dann endlich um ca. 1 Uhr die Headliner Samael mit 2 Stunden Verspätung auf der Bühne. Es war ihr erstes Konzert seit dem Auftritt beim 2000er Wave-Gotik-Treffen, aber sie präsentierten sich wieder mal in Bestform. Man kann bei Samael wirklich von einer Einheit sprechen, jeder Musiker ist für sich eine Persönlichkeit auf der Bühne.
Basser Masmiseim ist wie immer der Aktivpol auf der Bühne und ständig in Bewegung, Drummer/ Programmierer Xytras thront hinter seiner »Elektroburg«, aus denen er die wildesten Sounds zaubert, Sänger Vorph ist wie immer der souveräne Frontmann, der die Menge im Griff hat und auch der neue Gitarrist macht sich schon sehr gut auf der Bühne.
Man mag zu der musikalischen Entwicklung von Samael stehen wie man will, doch wenn es eine Band geschafft hat, die Gradwanderung zu Elektrosound zu meistern, ohne dass es kitschig klingt, dann sind es Samael. Und gerade live liefern Samael nicht zuletzt durch ihren kalten Elektrosound eine unglaublich intensive Atmosphäre. Die Setlist setzte sich überwiegend aus Stücken der letzten beiden Alben zusammen. Vom '94er »Ceremony ...« Album wurde lediglich ein Song gespielt, der komplett neu überarbeitet und dem neuen Sound angepasst wurde. Zur Untermalung der sowieso schon sehr gelungenen Lightshow kamen dann noch zwei Feuerschwenker auf die Bühne, während Xy fast schon hypnotische Klänge aus seinen Keyboards zauberte.
Samael haben einmal mehr ihre Ausnahmestellung unter Beweis gestellt und gezeigt, dass sie einmalig sind. Bleibt nur zu hoffen, dass sie ihre Vertragsprobleme bald in Griff bekommen und endlich mit einem neuen Album an den Start kommen. Philipp


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Interviews:

Interview: Samael, 01.02.2003 Man muss sich persönlich weiterentwickeln. Ich brauche diese Veränderung, um neue Dinge kennenzulernen

CD/DVD-Reviews:

CD-Review: Samael - Reign Of Light

Live-Reviews:

26.12.2006: 2. Masters Of Cassel-Festival (Kassel, Nachthallen)
19.08.2004 bis 21.08.2004: Summer Breeze 2004 (Abtsgmünd)
04.08.2007 bis 06.08.2007: 18. Wacken Open Air (Wacken)
04.08.2005 bis 06.08.2005: 16. Wacken Open Air (Wacken)
04.07.2003 bis 06.07.2003: With Full Force X (Roitzschjora, Flugplatz)
01.02.2003: Without Face, Cathedral, Samael (Bad Salzungen, Kallewerk)
22.08.2002 bis 24.08.2002: Summer Breeze 2002 (Abtsgmünd)


Diese Seite wurde 2 mal kommentiert
anonym (22.01.2003 12:28:23)
Über den zweiten Tag habt ihr nix?
Da war's auch super!
Vielleicht kann man ja ab Mitte August 03 wieder ne Kritik lesen.....
Frank (22.01.2003 12:59:52)
Leider waren wir am zweiten Tag nicht mehr da, das Festival war aber auf jeden Fall super und wir werden bestimmt dieses Jahr wieder dabei sein, und voraussichtlich beide Tage ...

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