Live-Reviews

Pretty Maids, Royal Hunt

17.04.2002, Ludwigsburg Rockfabrik

An diesem Mittwochabend füllte sich die Rockfabrik nur langsam, es waren viele Leute von auswärts da und denen war es wohl nicht bewusst, dass Konzerte in der RoFa immer schon um 20.00 Uhr beginnen.
Deshalb waren bei der Vorband Royal Hunt noch einige Lücken im Publikum auszumachen, die sich bei den Pretty Maids dann schließen sollten. Royal Hunt geniessen in Japan absoluten Headlinerstatus, warum dies so ist erschloss sich mir an diesem Abend nicht so recht. Kann die Truppe um Keyboarder Andre Andersen auf CD noch mit gutklassischem Hardrock überzeugen, zündete es live nicht unbedingt, jedenfalls bei mir.
Die Band verströmte nicht gerade Charisma, ob das an der etwas zu vorhersagbaren Bühnenaction oder an den eher durchschnittlichen Songs lag vermag ich nicht zu sagen. Fairerweise sei hier angemerkt, dass das Publikum trotzdem gut mitging und den meisten der Auftritt wirklich gefiel und ich selber mit dem neuen Songmaterial der Band nicht vertraut bin. Für mich peinlicher Höhepunkt war der Song Rivers Of Pain wo der Frontmann in einem Indianerkostüm auf die Bühne kam, sah ein wenig nach verunglücktem Karneval aus. Egal, als Metal Fan ist man ja öfter dem Kostümierungszwang von Musiker ausgesetzt.

Nach einer kurzen Umbaupause und einer netten Tanzeinlage eines gewissen Sven zu BeeGees klängen, übrigens sehr unterhaltsam, kamen dann die Pretty Maids. Diese wurden begrüßt wie die sprichwörtlich heimgekehrten, verlorenen Söhne. Die Stimmung war einfach fantastisch, während des kompletten Auftrittes.
Zu den Songs muss man eigentlich nicht mehr viele Worte verlieren, klar die Pretty Maids haben eine neue Scheibe draussen, interessiert das wen? Nein! Denn die Dänen sind auch eine Band die von ihren alten Klassikern lebt, das ist auch gut so, denn die kann man immer wieder hören! Also wurden Songs wie Shelly The Maid, Scream oder der Konzerthöhepunkt für mich Eye Of The Storm (Gänsehautgarantie!) von den Fans völlig abgefeiert, während die Stimmung bei neueren Songs wie Face Of The Enemy oder Natural High doch etwas zurückging, ebenfalls hätte man sich das Schlagzeugsolo schenken könne, es war sicher nicht schlecht aber auch nicht der Reisser, so was darf Dave Lombardo oder auch Neil Peart.
Nichtsdestotrotz war es ein gelungenes Konzert, das die Zuschauer mit auf eine Zeitreise nahm und alle glücklich und zufrieden nach Hause gehen liess. Übrigens der Sound war auch während des gesamten Abends okay, hätte bei den Maids aber einen Tick leiser sein können.

Lars

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CD/DVD-Reviews:

CD-Review: Pretty Maids - Alive At Least
CD-Review: Pretty Maids - Planet Panic
CD-Review: Royal Hunt - Paper Blood

Live-Reviews:

23.06.2006 bis 24.06.2006: Bang Your Head Festival (Balingen)
13.05.2005 bis 15.05.2005: Rockhard Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
01.08.2002 bis 03.08.2002: Wacken Open Air 2002 (Wacken)


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