Live-Reviews

Rock Hard-Festival

25.05.2007 bis 27.05.2007, Gelsenkirchen, Amphietheater

Im Vorfeld bester Dinge, reisen meine Freundin und ich jegliche Wetterprognosen bewusst ignorierend pünktlich wie geplant in Gelsenkirchen an. Zwar folgt der Ausstieg eine Station zu früh, weshalb wir die Bushaltestelle Krokuswinkel verpassen, aber das ist uns herzlich egal, weil die Vorfreude aufs Festival überwiegt. Der Anblick des alten Förderturms der Zeche sowie die Rhein-Herne-Brücke begrüßt uns schon von weitem. Irgendwie überkommt uns trotz diverser Unwetterwarnungen ein gutes Gefühl, dass Pfingsten ein richtig grelles Wochenende bereithalten würde. Dementsprechend motiviert finden wir schnell eine geeignete Stelle zum Campen. Wir parken unser Zelt am üblichen Platz in der Mitte der Kiesgrube und begeben uns direkt zum Gelände, um die Akkreditierungen fürs Festival klarzumachen, doch lest selbst, was uns auf dem 5. RockHard-Festival in Gelsenkirchen widerfahren ist:

Bullet (25.05.07)

Nach kurzer Festivalansprache durch Rock Hard Chefredakteur Götz Kühnemund heizen Bullet dem rege versammelten Publikum im beschaulichen Rund des Gelsenkirchener Amphietheaters pünktlich auf die Minute um 15:45 mit einem traditionellen Metalgebräu bestehend aus AC/DC, Accept und Judas Priest-Klängen amtlich ein. Die Band verbreitet ähnlich wie auf dem Swedenrockfestival, wo ich sie voriges Jahr erst bewundern durfte, flugs gute Abfeierlaune, was zur Folge hat, dass sich gleich am frühen Nachmittag ein recht zahlreich erschienener Fankreis im idyllischen Ambiente blicken lässt.
Bereits wenige Takte der Band, die für beste Stimmung im gesamten Rund garantiert, genügen völlig, um dafür zu sorgen, dass sich die Schlagzahl an den Theken drastisch erhöht und innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Bierbecher über den Tresen wandern. Ihren exzellenten Ruf als gute Liveband haben sich die hart arbeitenden Schweden durch häufige Livepräsenz auf europäischen Bühnen durch Fleiß, Schweiß, enorm viel Mühe und Durchhaltevermögen erspielt, was sich sofort aufs Publikum überträgt und selbst zu derartig früher Nachmittagszeit eine nicht geringe Menge Fans zum frenetischen Bangen verleitet.
Welcher echte Metalhead kann sich Hymnen des Kalibers »Turning Up Loud«, »Mad Man« oder »Bang Your Head« wirklich ernsthaft entziehen? Ich nicht, Du nicht, er nicht, sie nicht, wir nicht, ihr nicht. Stehende Ovationen des ordentlich mitgehenden Publikums bescheinigen der Band, den schwierigen Anheizerjob souverän mit Bravour gelöst zu haben. Prädikat: Wertvoll!!! - Festivalauftakt gelungen. Toschi

Crucified Barbara (25.05.07)

Seit geraumer Zeit besitzen die vier Hardrockamazonen aus WASA-Land nun endlich ihr längst überfälliges, eigenes Bandlogo. Der lila-violette Bandschriftzug verfehlt seine Wirkung ebenso wenig wie die vier Damen auf der Bühne. Nicht nur rein optisch gesehen immer wieder ein Hingucker, bläst das hochmotivierte Ladyquartett den Fans fast eine ganze Dreiviertelstunde punkrockig groovenden Hardrock rauhester Gangart ins Gehör.
Die vier sympathischen Schwedinnen stehen heute mächtig unter Strom. Der Andrang an den Eingängen zum Amphietheater ist ähnlich wie im vergangen Jahr dementsprechend groß. Furztrocken, räudig, dreckig, lässig und rotzig frech grooven sich die Mädels durch's vorgesehene Programm, wobei sie ihr eingeschworenes Fanklientel gleich mehrfach in Ekstase geraten lassen.
Kein Witz, sondern Fakt: Von den vier knallhart rockenden Girls können sich viele ihrer männlichen Kollegen eine ganz dicke Scheibe abschneiden. Das abschließende Motörheadcover »Killed By Death« killt sogar noch wesentlich mehr als im Vorjahr und nicht nur beim Rezensenten dieser Zeilen fliegen plötzlich mal so eben ganz nebenbei alle Sicherungen raus ... - Sorry, it's only Rock 'n' Roll ... Toschi

Grave Digger (25.05.07)

Grave Digger räumen kräftig ab, und versetzen mich zunächst in Erstaunen, weil deren veränderte Setlist an diesem Tag irgendwie etwas unorthodox wirkt. Neben unverzichtbaren Standards, siehe »Scotland United« (plus Intro), »In The Dark Of The Sun«, »Valhalla«, »Knights Of The Cross«, »Rebellion (The Clans Are Marching)« stehen heute definitiv einige recht seltene Stücke auf dem Plan, will heißen »Grave In The No Mans Land«, »The Last Supper«, »Headbanging Man«, »The Grave Digger« und »The Grave Dancer« werden heute ausgegraben.
Nun ja. Den Hauptteil der Fans im Amphietheater stört's recht wenig. Obwohl Grave Digger handwerklich betrachtet wie immer eine solide und sichere Bank sind, das Auditorium in beste Feierlaune (siehe Chöre bei »Rebellion (The Clans Are Marching)«, »Dark Of The Sun« oder »Heavy Metal Breakdown«) in Bewegung versetzen, während sie den fleißig abrockenden und Mähne schüttelnden Fans weitestgehend das geben, was sie brauchen, überkommt mich spätestens zur Hälfte des gespielten Sets ein unweigerlich komisches Gefühl, dass zumindest heute stellenweise etwas fehlt.
Starker Applaus und respektvolle Blicke seitens fröhlicher Fans bestätigen der Band eine wie immer grundsolide Leistung. Grave Digger beweisen der kampferprobten Metallerschaft auch heute, dass sie nicht umsonst zu den besten deutschen Heavy Metalformationen im traditionellen Bereich gehören. »Geht's euch gut?«, fragt ein sichtlich angespannter Chris Boltendahl ins Publikum, um begeisterte Reaktionen zu ernten.
Ansagen Marke: »Das ist der Pott, der brennt!«, finden ebenso wie Chris' lockere Prophezeiung, das von den Meteorologen vorhergesagte Gewitter werde zwar dicht dran vorbei, aber nicht über das Rockhard-Festival hinweg ziehen, in riesigen Beifallsstürmen ihren Höhepunkt.
Zum krönenden Abschluß schmettern die »Totengräber« wie immer den unverwüstlichen Powerspeed-Nackenbrecher »Heavy Metal Breakdown« (von Bandleader Chris Boltendahl als »das Stück, mit dem alles begann« angekündigt) ins zum Schluß noch einmal alles gebende Publikum und beenden ihren Auftritt in gewohnter Manier. Toschi

Hammerfall (25.05.07)

Schweden, zum Dritten: Joacim Cans und dessen Mannschaft im Metalvolksmund auch Hammerfall genannt, haben nach Bullet und Crucified Barbara die Ehre als Headliner des ersten Festivaltages im Amphietheater zu fungieren.
Selbst wenn es manche gibt, denen nichts blöderes einfällt, als sich über den schwedischen Heavy/Powermetalexport lustig zu machen, sollte ihnen spätestens nach dem Rock Hard-Festival bewusst sein, dass Hammerfall berechtigterweise nicht erst seit gestern Headliner-Status besitzt und für sich beanspruchen dürfen. Man denke einmal zehn Jahre zurück: Schließlich erlöste das Hammerfalldebüt die eingeschworene Metallerschaft in Zeiten schwachbrünstiger Grungemucke und ähnlichen Gurkenaufgusses mit beinhart-fetter Traditionsmetalmucke, die bis heute kein Gramm ihrer Intensität verloren hat!
Wer über eine breit gestreute Auswahl Klassiker verfügt, kann wunderbar aus dem Vollen schöpfen. Das tun die Schweden konsequenterweise auch. »Riders On The Storm«, »Templars Of Steel«, »Renegate«, »Let The Hammer Fall«, »Heading The Call« usw., gehören zum europäischen Kulturgut traditioneller Metalpuristen, von denen es nicht wenige im alten Kontinent gibt, wie für den Bäcker das Brot.
Wer's nicht schnallt, kapiert's sowieso nicht mehr, scheißegal, ob Hammerfall-Fan oder nicht. Mit ihrem zurück gekehrten Original-Bassisten Fredrik Larsson an Bord, spielen sich die in lockerer Stimmung befindlichen Schweden buchstäblich den Arsch ab, geben alles und sorgen für einen passenden Ausklang des ersten Festivaltages, begleitet von diversen Pyro-Effekten.
Gitarrist Oscar Dronjak post in gewohnter Weise nach allen Regeln der Kunst, Sänger Joacim Cans stachelt das Publikum unentwegt an und zeigt sich mehrfach im Laufe des Sets über dessen positive Reaktionen erfreut. Hammerfall-Drummer Anders Johansson wird passend zum Anlaß im Rahmen der Möglichkeiten ein kleines Geburtstagsständchen gewidmet.
Ähnlich wie bei Grave Digger geht's im Fanpulk richtig ab. Nicht wenige freuen sich über den Auftritt der Schweden. Ob die schwedische Curling-Nationalmannschaft der Damen an diesem Abend in Gelsenkirchen ebenfalls zu Gast ist, (deren Mitglieder sich im Rahmen eines selbst gedrehten Videos, welches die Mädels im Wettkampf mit der Band anläßlich des ausgekoppelten Singlehits »Hearts On Fire«, zu finden auf dem Album »Crimson Thunder«, anläßlich der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin zeigt, - womit sich die Damen als bekennende Hammerfall-Fans geoutet haben), entzieht sich bis zum Schluß hartnäckig meiner Kenntnis ...
Um 23:55 fällt der Hammer endgültig, die Lichter gehen an. Wir werfen noch einen kurzen Blick ins Rund und begeben uns danach zum Zelt, um den Abend gemütlich relaxt ausklingen zu lassen. Toschi

Metal Inquisitor (26.05.07)

Metal Inquisitor bitten rechtzeitig um 12:15 Uhr mittags zum Tanz. Der Koblenzer Truemetal-Institution gelingt es tatsächlich, nicht wenige Fans bereits um diese frühe Uhrzeit ins Rund zu locken.
Mit »Doomsday For The Heretic« einsteigend, das wir sowie die nachfolgenden beiden Stücke leider aufgrund der Tränigkeit des Hausmeisters verpassen, weil dieser gelinde ausgedrückt, die Öffnungszeit verpeilt, legt der Festivalgeheimtip los. Beim vierten Stück ist es nach beinahe endlos langem Aufenthalt vorm Tor endlich (!!!) soweit, der gute Mann rückt wenn auch etwas muffelig an und öffnet das Tor! Ich fasse mir ein Herz und stürme sofort ohne viel Aufhebens hinunter ins Rund des Amphietheaters, um Zeuge einer arschtighten Performance des Koblenzer Fünfers zu werden (Heftiges Abbangen und Hörnergabelzücken inklusive).
Vom Set noch so einiges mitbekommend (»Daze Of Avalon«, »Persuader« und »RIF« seien nur so zum Beispiel genannt), bin ich trotz verlorener erster Viertelstunde hinterher keineswegs unzufrieden als ich die Arena verlasse. Dafür sorgen allein Metal Inquisitor. Die Band liefert eine erstklassige Performance on Stage und überzeugt das wild abbangende Fanklientel mit ihrer bewährten Mischung aus klassischem NWOBHM und US-Metal in allen Belangen.
Sänger Rob gibt sogar unverblümt zu, dass er's bedauert, keine so füllige Haarpracht mehr zu haben, wie so mancher Banger in den ersten Reihen. Hut ab vor soviel Offenheit und Ehrlichkeit! In jeder Faser wird deutlich spürbar: Hier lebt der wahre Underground! Totales Mähneschütteln, bis die Pupillen zum Stillstand kommen, ist angesagt.
Die Koblenzer treten gewaltig Arsch, dass es nur so kracht und eine wahre Wonne ist. Der Fünfer zeigt musikalische Reife, Klasse und Niveau, was leider so manch gestandener Institution schon lange abhanden gekommen scheint. Kein Wunder, weshalb Metal Inquisitor, die als größte Hoffnung des traditionellen Metals (neben den etwas länger tätigen und demzufolge bislang etablierteren Stormwarrior und Wizard) hierzulande gelten, seit ihrem Auftauchen eine unumstrittene Ausnahmestellung in der Härtnerszene besitzen!
Statt Bier gibt's nach dem Powergig der bärigen Koblenzer übrigens Wasser zur Stimmbandölung, ehe ich fröhlich das Amphietheater verlasse und erst einmal pausiere. Die anschließend folgenden Maroon schenke ich mir gern. Toschi

Turisas (26.05.07)

Turisas sind mir (noch) völlig unbekannt, was sich keineswegs auf deren Namen bezieht, sondern den Stil der Band betrifft: Battle Metal! Da uns Turisas aufgrund planungstechnischer Mängel auf dem Earthshaker-Festival 2005 durch die Lappen gingen, genießen wir sie nun umso mehr.
Am frühen Nachmittag des zweiten Tages habe ich Gelegenheit, mir selbst ein Bild von den Live-Qualitäten der Finnen zu machen. Der Cockteil, den Turisas servieren, schmeckt ähnlich gut, wie die mehrfach im Bedarfsfall des Hungers zwischendurch rein gezogene Currywurst. Der Begriff Battle Metal spricht für sich: Viking Metal mit Folkanleihen, kriegerischer Bemalung, Bekleidung und dementsprechenden Texten ist angesagt.
Der Turisas-Geiger legt ein Solo hin, das selbst gestandene Metal-Leadgitarristen kaum besser spielen können. Erste Sahne! In Rot/Schwarzer Schminke und Fell gekleidet auftretend, gesellen sich zunehmend mehr Fans ins Amphietheater. Innerlich auf eine fette Darbietung eingestellt, nehme ich in aller Ruhe Platz.
Meine Gedanken finden durch Turisas' bunter Mischung aus epischem Bombast, locker nachvollziehbaren Refrains und Folkelementen ihre volle Bestätigung, wobei das Faszinosum der ungewöhnlichen Instrumentierung (Geige und Akkordeon!), sowie deren sichere Beherrschung gipfelnd in Form rasanter Duelle der ganzen Chose das i-Tüpfelchen aufsetzt!
Wie Derwische über die Bühne rennend, reißen sie ihre Fans bei jedem gespielten Stück gnadenlos mit! Wilde Tänze und kräftiges Abbangen der Fans lautet die daraus resultierende Konsequenz. Im Handumdrehen verwandeln Turisas das Amphietheater in ein riesiges Tollhaus! Grimmige Schlachtrufe, ebensolche Mienen, Bier- und Metgefüllte Hörner und Becher, dazu gehörige Trinksprüche ... und seltsam umher laufende Gestalten, die einer Mischung aus Lordi trifft die Dunkelelfen aus dem Herrn der Ringe gleichen, all das gibt es nur bei besonderen Bands mit Seltenheitswert, zu denen Turisas zweifellos zählen.
Als der Turisas-Fronter lautstark ans sitzende Volk in den hinteren Reihen appelliert, ihre Ärsche zu bewegen, dreht alles durch und tanzt sogar frenetisch auf den Treppen! Jeden anderen würde ein heftiges Pfeifkonzert erwarten. Bei Turisas ist eben nichts so, wie es sein sollte! Plötzlich ist die Welt eine ganz andere und nicht mehr, wie sie vorher war ...
Stop! Genug geschrieben! Den Block weg getan, und los geht's! Mich selbst packt jene ekstatische Tanzwut, der sich kein echter Musikfan entziehen kann! Hilfe, das Abhot-Fieber greift um sich! Finnischer Battle-Humpa-Viking-Folk-Metal vom Feinsten, dessen Fanbegeisterung ungewöhnliche Dimensionen annimmt. Kurz vor Ende des Schauspiels branden laute »Turisas, Turisas«-Sprechgesänge auf, die bis zum Rhein-Herne-Kanal herunter schallen!!! Turisas-Sänger Mathias »Warlord« Nygard kontert mit »Boney M., Boney M.«, womit bei »Rasputin« sämtliche Dämme brechen, während alles ausgelassen feiert, auf Teufel komm raus tanzt, dass die Socken aus allen Löchern qualmen und die Fußsohlen rauchen ...
Turisas heißt der erste größere Abräumer und gleichzeitige Höhepunkt des Festivals!!! Wegen ihrer bereits nach kurzer Umbaupause folgenden, wesentlich bekannteren finnischen Landsleute Korpiklaani wird das Amphietheater binnen weniger Minuten berstend voll und das bisherige hohe Stimmungslevel steigert sich noch einmal. So viele verrückt abtanzende, moshende, schunkelnde, feiernde Metalfans auf einem Haufen ergeben ein unglaublich-phantastisches Bild! Toschi

Korpiklaani (26.05.07)

Korpiklaani haben es danach leicht, die gegebene Steilvorlage ihrer Landsleute zu nutzen. Ist es bei Turisas schon gut besucht gewesen, wird das Amphietheater bei Korpiklaani kurz darauf noch um einiges voller. Mindestens ebenso wild und (feucht) fröhlich wie ihre Landsleute zuvor lassen es Korpiklaani angehen. »Korpiklaani«, »Tuli Kokka«, »Let's Drink« etc., entfachen wahres Tanzfieber und Begeisterungsstürme.
Vor dem »Hunting Song« erlaubt sich der Fünfer sogar das lustig-coole Späßchen, den Kultklassiker »Black Sabbath« von den gleichnamigen Metalpionieren probeweise anzuspielen. Jau! So verrückt können nur Finnen sein!
Nach »Let's Drink« beenden Korpiklaanis zwei beste Hymnen »Beer, Beer« und »Happy Little Boozer« schließlich einen tollen Gig, der mehrere Moshpits beinhaltet und zahlreiche Crowdsurfer tranceartig zur Bühne zieht, während obendrein auch munter getanzt wird!
Spaßfaktor, handwerkliches Geschick und Sympathie lassen dieses Konzerterlebnis ebenfalls zu etwas ganz Besonderem werden. Wer mit Finntroll und Ensiferum in einer Liga spielt, kann eigentlich kaum daneben liegen. Der nächste Triumphzug des Schlachtgesang-, Bierbecher-, und Methornmetals! Hummpa, Humpa, Humpa, Humpa - Korpiklaani! - Humpa, Humpa, Humpa, Humpa - Korpiklaani! Toschi

Ross The Boss (26.05.07)

Ross The Boss (und Men of War) kommen nur äußerst schleppend in Tritt. Bis zur Hälfte des Sets will das Stimmungsbarometer (die vorderen Reihen ausgenommen) irgendwie nicht wie vielleicht von manchen Insidern heimlich erhofft, in ungeahnte Höhen klettern. Immerhin sind mit dem Namen des ex-Manowar-Gitarristen Ross The Boss, deren erste sechs Alben und somit ausschließlich Metalklassiker (!!!) verbunden.
»Battle Hymns«, »Into Glory Ride«, »Hail To England«, »Sign Of The Hammer«, »Fighting The World« und »Kings Of Metal« sind Tondokumente, die in keiner gut sortierten Härtnersammlung fehlen dürfen, egal wie man zu dem Amivierer steht oder nicht.
Umso langweiliger wirkt das pünktlich um 17:00 Uhr einsetzende Trauerspiel während der ersten Hälfte auf der Bühne. Ob Ross the Boss d e r Manowar-Gitarrist schlechthin (gewesen) ist, ob's vielleicht doch David Shankle, geschweige denn Karl Logan jemals waren, gewesen sind oder sein dürfen ?!?, denen das alleinige Recht (oder auch nicht?) gebührt als einzig legitime Manowar-Gitarristen in die Annalen der Metal-History einzugehen, ist höchstens am Rande von Belang.
Woran es liegt, dass es nur teilweise gelingt, den anwesenden Fans Beifall abzunötigen, ist unerheblich. Der zündende Funke will bis zur Hälfte des Sets einfach nicht wie gewünscht überspringen. Der Schuß, den Fans vorher großspurig eine Setlist an zu kündigen, die seine Ex-Bandkollegen »Manowar nicht mehr spielen« geht voll nach hinten los. Seltsamerweise fungiert die von Manowar ebenfalls zuletzt auf deren »Demons, Dragons & Warriors«-Tour (u. a. in Dortmund) live gespielte Bandhymne gleichen Namens an diesem Tag als Einstieg. - Kommentar: Überflüssig! Ohne Worte ...
Bei »Kill With Power« nimmt überraschend Ex-Manowar-Schlagzeuger Rhino hinter der Schießbude Platz, um eine kleine, beeindruckende Kostprobe seines Könnens ab zu geben. Erst bei den Takten der Hymne »Fighting The World« kommt dann endlich ein kleiner Hauch von Stimmung im Bühnenbereich des Amphietheaters auf, allmählich tut sich etwas. Nun meldet sich auch der an diesem Tag beinahe mehr versteckt als sichtbar wirkende, kleine Die-Hard-Manowar Fanblock zu Wort, womit Ross The Boss und die Manowar-Tribute Band haarscharf mit Hängen und Würgen in zufriedenstellende Gefilde einschiffen.
So ganz allmählich will nun auch der Funke ein wenig mehr aufs Publikum über springen. »Hail And Kill«, »Fighting The World« und »Defender« im Schlußfinish bewirken zumindest etwas Ergebniskosmetik. Na ja, zumindest besser spät, als nie! Durch vielfach aufgesetzte Posen wirkt das ganze Prozedere stellenweise verkrampft, und furchtbar träge auf der Bühne.
Etwa zur Hälfte des Sets steigt das Stimmungsbarometer noch ein wenig an. Insgesamt ist das, was Ross The Boss und die Manowar-Tribute-Band am frühen Samstag Abend bieten, stellenweise zu durchwachsen und ein wenig enttäuschend. Ivory Night-Sänger Patrick Fuchs, dessen Stimme erfreulicherweise einigermaßen an Eric Adams heran kommt und Rhinos gelungene Sondereinlage können den Gig noch gerade so retten. Was nützt es, wenn man sich prollig auf eine früher berechtigtermaßen glorreiche Vergangenheit beruft, deren Tage längst gezählt sind?
Songauswahl okay, Publikumsresonanz zufriedenstellend. Allen überflüssigen Manowar-Kontroversen jüngster Zeit entgegen durfte man - gemessen an den im Vorfeld heraus posaunten (An)Sprüchen des namhaften Protagonisten - wesentlich mehr erwarten. Toschi

Bevor jedoch die nächste Band spielen kann, starten zunächst fünf große Heavy-Metal-Fanclubs eine gemeinsame Aktion gegen rechte Blackmetal-Tendenzen in der Hard 'n' Heavy-Szene Hierfür wird ein erforderliches Mindestkontingent an Leutchen benötigt, die sich couragiert an der Aktion beteiligen. Siehe da, es dauert nicht lange, sie werden gefunden. Zu diesem Zweck werden alle daran teilnehmenden Mitglieder der Fanclubs auf die Bühne gebeten und per Ansprache von Götz Kühnemund begrüßt. Mit Hilfe vorbereiteter Plakate gelingt es, ein gemeinsames Zeichen gegen den Versuch nationalsozialistischer brauner Blackmetal-Unterwanderung (NSBM) innerhalb der Schwermetallszene zu setzen, was vom aufgeschlossenen RH-Publikum unter heftigem Applaus begrüßt wird. - Gelungene Aktion!

Vader (26.05.07)

Von Rock Hard-Redakteur Frank Albrecht als »erste echte Metal Band« angekündigt, brennen Vader aus Polen innerhalb der ihnen zur Verfügung stehenden sechzig Minuten ein regelrechtes Deathmetalfeuerwerk am frühen Abend ab! Die bestens geölte Maschine läuft präzise auf Hochtouren. Das polnische Deathmetalflaggschiff macht alles richtig, gibt vom ersten Takt weg Vollgas.
Der hammermäßig brutale Deathmetal des klasse aufgelegten Quartetts verfehlt seine Wirkung keineswegs. Zahlreiche eingeschworene Deathmetalheads gehen ähnlich des Polenvierers auf der Bühne wie nach dem Stich einer Tarantel heftig zuckend ab. Wenn gleich der gigantische Bolt Thrower-Gig im Vorjahr an gleicher Stelle natürlich nicht zu toppen ist, (was auch keineswegs erwartet wurde), bereitet es dennoch mächtig viel Freude, dem polnischen Deathmetalsturmkommando bei der Arbeit zuzusehen, während zahlreiche Oldshool Death/Thrashfans gekleidet in Cannibal Corpse, Six Feet Under, Bolt Thrower, Napalm Death, Obituary, Destruction, Slayer, Sodom, Kreator-Shirts usw. wie vom Blitz getroffen ausklinken ... Vader entpuppen sich als weiterer Gewinn fürs Festival! Toschi

Armored Saint (26.05.07)

Armored Saint setzen nach Vader den Reigen der harten Acts fort. Wer (Ex- oder immer noch Anthrax?) Fronter John Bushs Truppe live gesehen hat, weiß, dass es zwar höchstens miese Tage gibt, allerdings keinen miesen Armored-Saint-Gig! Hat man diese grundehrliche Heavy Metal- Formation schon jemals in schlechter Verfassung gesehen? Nicht wirklich.
Wer kann der amerikanischen Kultmetalband widerstehen, deren Wundertüte randvoll gestopft ist mit diversen Klassikern des Formats »Raising Fear«, »Symbol Of Salvation«, »March Of The Saint«, »Lesson Well Learned«, »Reign Of Fire« etc.
Neben so manchem Redakteur etablierter Metalpostillen mischen wir uns ebenfalls unter die jubelnden Fanmassen. Kein Wunder, bei dem gewaltigen Schwermetallorkan, den Armored Saint gen Abend entfachen! Knallharte Gitarren, treibende Drums und das über jede Kritik erhabene Organ von John Bush, sind Argument genug, um bei oben erwähnten Nummern ordentlich Matten kreisen und Haare fliegen zu lassen. Während des Gigs springen alle Drähte und Vernetzungen munter im Dreieck.
Die »gepanzerten Heiligen« sind stets eine Klasse für sich. Satt und voll, so muss Heavy Metal ungefiltertster Brauart (ähnliche dem Geschmack eines vollmundig schmeckenden Bieres) klingen! Diese Trademarks gibt's bei Armored Saint wie immer zu 110 Prozent. Wer diese Band nicht kennt und mag, ist irgendwie am Ziel vorbei gerudert. Auch an diesem Abend stimmt das Timing rundum: Armored Saint siegen auf ganzer Linie! Toschi

Was sich dann ereignet, geschieht umso überraschender. Kurz vor Death Angel kommt der nicht mehr erwartete Unwettereinbruch! Von wegen »zieht an Gelsenkirchen vorbei ...« - denkste! Schön wär's! Es gießt in Strömen! Das schwere Gewitter folgt etwa gegen 1:30 Uhr, womit sich Grave Digger-Frontmann Chris Boltendahl am gestrigen Abend doch ein wenig verschätzt hat, dessen Aussage sich dadurch umgehend relativiert.
Das überaus freundliche Securitypersonal zeigt sich positiverweise sehr solidarisch mit den vom Unwetter völlig überraschten Fans, die sich während dieses Zeitraums noch im VIP-Bereich aufhalten. Sie werden notdürftigerweise im Pressezelt untergebracht, um dort einquartiert die Nacht zu verbringen. Wir sind vor dem Death Angel-Auftritt in aller Eile ins Zelt geflüchtet. Zuviel Regen ist wahrlich kein Segen! Rückenmassage ist angesagt, schwere Migräne gesellt sich hinzu. Der Körper fordert seinen Tribut. Kurz darauf vom Schlafe gepackt, nicke ich selig und süß träumend ein. Danach weckt mich meine Freundin irgendwann mitten in tiefster Nacht als bereits die Hälfte des Amon Amarth-Sets verstrichen ist ... »Heilige Scheiße aber auch!« denk' ich zunächst: »Wie konntest Du Hirsch Death Angel und Amon Amarth bloß verpennen?« Einmal ist eben immer das erste Mal. Auch bei mir.
Death Angel sind vom Bang Your Head-Festival noch gut in Erinnerung geblieben, was zu verkraften ist, zumal Mark Oseguedas Truppe seit ihrem starken aktuellen Longplayer wieder extremen Tourhunger besitzt; eine weitere Gelegenheit kommt vielleicht bald in Sicht. Bezüglich Amon Amarth tröstet es mich, das die schwedischen Viking-Deathmetal-Könige mittlerweile zu Dauergästen auf diversen Metal-Festivals mutiert sind, weshalb ich das "verpasste" spätestens bei nächster Gelegenheit noch in diesem Jahr nachholen kann.
Wenn gleich der Abschluß des zweiten Festivaltages anders als geplant verlief, bin ich im Nachhinein trotz kleiner »Pannen« insofern mit dem Tag zufrieden, weil sich ansonsten im Verlauf des Festivals einige Dinge ereignet haben, mit denen keineswegs gerechnet werden durfte. Toschi

Hardcore Superstar (27.05.07)

Hardcore Superstar heißt der neue Stern am schwedischen Schwinnerock-Firmament. Ganz in Tradition solcher Bands wie Backyard Babies, Gluecifer, Psychopunch, Hellacopters, Nasty Idols stehend, machen die Schweden gleich als zweite Band des letzten Festivaltages auftretend mit knackigen Schweinerocknummern der Sorte »Last Forever«, »Medicate Me«, »Wild Boys« und »Kick On The Upper« ein ganz dickes Faß auf.
Motörhead, AC/DC und The Almighty-Fans kommen bei neun satten Hardrocknummern des Vierers, die innerhalb von gerade mal knapp fünfundvierzig Minuten runtergezockt werden, voll auf ihre Kosten. Mächtig Dampf unter der metallischen Kühlerhaube präsentiert sich das Quartett auf der Bühne des Gelsenkirchener Amphietheaters ausnahmslos direkt vom Start weg in beeindruckender Form, die vorderen Fan-Reihen gehen super auf den Schwedenvierer ab.
Der ständig wie ein HB-Männchen über's Bühnendeck wirbelnde Hardcore-Superstar-Sänger hat das Publikum gut im Griff und mit zunehmender Spieldauer gesellen sich mehr und mehr neugierige Fans hinzu. Dreckig, erdig, roh mit einer gesunden Portion Rotzigkeit, Drive und enorm Bums im Flügel gelingt es den kräftig abrockenden Schweden, schon nach wenigen Minuten die Fans von ihrem Können zu überzeugen.
Laute Zugaberufe und viel Applaus zum Ende des Sets und durch drehende Fans geben ihnen recht. Hardcore Superstar geben eine gute Visitenkarte beim Rock-Hard-Festival ab. Meine Stimmung für den dritten Festivaltag klettert auf Anhieb steil nach oben, Hardcore Superstar spendeten die benötigte Dosis Rock 'n' Roll ... alles Weitere darf kommen ...! Toschi

Dark Funeral (27.05.07)

Gespannt lauschen wir der Klänge der schwedischen Blackmetaller Dark Funeral, die zeitlich eine ungünstige Position im Billing erwischt haben. Komischerweise scheint bei deren Auftritt sogar die Sonne derart strahlend hell, dass Lord Ahriman und seine in Corpsepaint agierenden Mitstreiter am frühen Nachmittag überhaupt nicht so richtig düster wirken, wie es bei einer Band vom Schlage Dark Funeral sonst eigentlich der Fall ist.
Killersongs Marke »Arrival Of Satans Empire«, »666 Voices Inside« oder »Vobiscum Satanas« wollen einfach nicht so richtig ihre Wirkung entfalten, obwohl sich der Vierer - was ihm zugute gehalten werden muss -, redlich müht. Zwischenzeitlich gerät die Band ziemlich ins Schwitzen, während das aufgetragene Corpsepaint zunehmend verblasst.
Insgesamt lässt sich das einstündige Gastspiel der an diesem Tag zeitlich etwas deplazierten Schweden lediglich als knapp durchschnittlich bezeichnen. Nicht mehr und nicht weniger. Dark Funeral können es weitaus besser, davon bin ich fest überzeugt. Gemessen an den schwierigen Umständen, schlägt sich die Band achtbar. Toschi

Paul DiAnno (und ReVision) (27.05.07)

Während mein Mäuschen im Fotograben steht, habe ich mich beinahe überpünktlich (Mensch Toschi, so penibel biste doch sonst nicht!) schon wenige Minuten vor Beginn im Frontbereich der Bühne eingefunden, um dem Paul Di'Anno-Set beizuwohnen.
Was dann zu spät nachmittäglicher Stunde auf und vor der Bühne, sowie im äußeren Ring des Amphietheaters abgeht, ist wirklich unbeschreiblich. Alte Metalheads und jüngere Semester geben sich beim Auftritt des ehemaligen Sängers der Kult-Legende Iron Maiden gemeinsam die Klinke in die Hand. Wenn gleich das hinzugehörige »Wratchild«-Intro »Ides Of March« vom Band kommt, fällt dieser Umstand keineswegs störend ins Gewicht. Der Mann, dem diese Stunde gehört, verkörpert selbst heute wie kein zweiter den Geist der NWOBHM.
Wer von beiden, entweder Paul Di'Anno oder Bruce Dickinson der bessere Iron Maiden-Shouter gewesen ist, wird wohl für immer ein ungelöstes Rätsel bleiben. Das verabreichte Programm lässt keine Wünsche offen, gleich vom ersten Song an wird unbeschwert drauflos gerockt und abgebangt, dass die Schwarte kracht! Paul Di'Anno und Band beweisen, dass in ihnen das Herz waschechter Old-Shool Rock 'n' Roller schlummert, was sich mit jeder einzelnen Note aufs Publikum überträgt.
Altersmüdigkeit und eventuell damit verbundene Verschleißerscheinungen??? Mitnichten, - keine Spur! Das Auditorium tobt, während sich auf den hinteren Rängen großes Erstaunen im Publikum breit macht. Hymnen wie »Wrathchild« (plus Intro), »Prowler«, »Murders In The Rue Morgue«, »Remember Tomorrow«, »Killers«, »Strange World«, »Phantom Of The Opera« oder das als erste Zugabe gebrachte »Transylvania« haben zweifellos Metal Geschichte geschrieben.
Im Mittelteil folgt dann ein ganz fetter Knüller: »Faith Healer« von der Alex Harvey Band. W a h n s i n n ! ! ! Wer den Rockklassiker aus den 70ern kennt, dürfte ihn in dieser Metalvariante kaum und dennoch sehr deutlich wiedererkannt haben. Derart heavy und straigth auf's Fressbrett erweist sich auch diese Überraschungs-Nummer als gnadenloser Killer vorm Herrn.
Bei der frenetisch gefeierten Zugabe »Running Free« übergibt Paul Di'Anno das Mikro an Rock-Hard-Chef Götz, der selbst im Herzen immer Fan geblieben, recht eindrucksvoll bestätigt, wie sich gestandene Metaller von echtem Schrot und Korn auf der Bühne gebärden, wobei er sich nicht zweimal bitten lässt, »Running Free« unter dem Jubel zahlreicher Fans persönlich einzusingen, während sein Idol schmunzelnd neben ihm steht, ehe er gegen Ende des Songs das Mikro wieder an sich nimmt. Götz, das hast Du dir wirklich mehr als verdient!!! - Klasse Aktion!
Die Bonusrunde läutet »Transylvania« ein. Auch dieses rare Maiden-Stück darf standesgemäß nicht fehlen. Spätestens als die von Mr. Di'Anno belobigte Coverversion des alten Punk-Gassenhauers (Hey Ho, Let's Go) »Blitzkrieg Bop« der Ramones, die den Ex-Maiden-Sänger ebenfalls wie schon der unverwüstliche Alex Harvey Klassiker »Faith Healer« in dessen jungen Jahren maßgeblich beeinflusst hat) erklingt, geht im Fanpulk zum Schluß noch einmal mächtig die Pogo-Sau ab!
»Sanctuary«, ein weiterer Maidenklassiker beendet schließlich diese in jeder Form denkwürdige Lehrstunde des klassischen Metals. Zwischen Ross The Boss (inklusive Men Of War) und Paul Di'Anno (inklusive ReVision) liegen Welten. Schöner und somit kultiger kann eine nostalgische Zeitreise back to the eighties nicht sein! Den »Kampf der Titanen« hat Ex-Maiden-Goldkehle Paul Di'Anno zumindest nach der Punktwertung klar für sich entschieden.
Glücklich, aber fertig mit der Bereifung zische ich hinterher im Backstagebereich amtlicherweise schnell noch kurz ein kühles Blondes und lasse es danach wesentlich »lower« angehen. Fazit: Passender Auftritt zur richtigen Zeit! Toschi

Axel Rudi Pell (27.05.07)

Regen oder kein Regen - das frage ich mich vor dem großartigen Gig, den Axel Rudi Pell mit seinen Mitstreitern unter bewölktem Himmel abliefern. Auf jeden Fall sprühen die Jungs nur so vor Spielfreude und Energie! Schon nach dem ersten Song »Strong As A Rock« ist klar, dass die fünf Mann richtig Arsch treten werden!
Beim nun folgenden Stück »Dreaming On« rasten die Fans vor der Bühne total aus, als Axel Rudi Pell wie ein Derwisch über die Bühne springt! Bei der nun folgenden Ballade »The Masquerade Ball« lässt der deutsche Yngwie Malmsteen ein irres, minutenlanges Gitarrensolo vom Stapel, dass so manchem Fan sprachlos der Mund offen stehen bleibt.
Danach stellt Meistertrommler Mike Terrana bei einem langen Drumsolo unter Beweis, was in ihm steckt. Ausnahmesänger Johnny Gioli bringt mit seinen einprägsamen Organ das Amphietheater zum Kochen. Bei der Ballade »Temple Of The Queen« träumt so mancher Metaller mit und bei »Fool, Fool« heißt es Mähne schütteln bis keiner mehr steht! Beim (leider) letzten Stück »They Call Her Princess«, das ein Medley von verschiedenen Stücken wie »Greensleves« usw., beinhaltet, liefern sich Keyboarder Ferdy Doernberg und Maestro Pell ein arschgeiles Keyboard vs., Gitarren Duell, das auch dem letzten Zweifler die Kinnlade herunter klappt! Was für ein toller Gig! Schade nur, dass »Warrior«, der ultimative Hit, gefehlt hat. Axel Rudi Pell wurde seinem Ruf als »Regenmacher« diesmal kaum gerecht, denn es regnete bei seinem Gig nicht einen Tropfen ... Rike

Thin Lizzy (27.05.07)

Zwar betritt die irische Kult-Hardrockband aufgrund überflüssig in die Länge gezogener Mikro- und Ampchecks mit etwa dreißigminütiger (!!!) Verspätung das Plateau, - der angespannten Stimmung im Publikum tut dies jedoch keinen Abbruch. Wer gleich einen bis zum äußersten Rand voll gepackten Sack diverser Hardrockperlen feinsten Wassers, Marke »Waiting For An Alibi«, »Jailbreak«, »Cold Sweat«, »Emerald«, »The Boys Are Back In Town«, »Renegade« usw. auspackt, kann höchstens - wenn überhaupt - in schwacher Form etwas falsch machen.
Dieser Fall tritt beim spielfreudigen Iren Quartett überhaupt nicht erst ein, womit sie als würdiger Headliner auf der Bühne brillieren. Zahlreiche Fans geraten zeitweise mächtig ins Staunen, andere minutenlang nach dem Gig ins Schwärmen und die Crowd vorm Bühnenrand rockt, was Akkus, Mähne und Kondition hergeben, bis der Schweiß zentnerdick in Strömen fließt. Selbst wenn Deep Purple ohne Ritchie Blackmore und John Lord heuer lediglich als Schatten ihrer selbst wie zahnlose Dinosaurier durch die Szene geistern, gibt es ja zum Glück immer noch Black Sabbath, Uriah Heep oder eben Thin Lizzy (Led Zep sind seit John Bonhams Ableben Geschichte), die das unverfälschte Feeling, den Spirit und die Magie des guten alten 70er Jahre Hardrocks in jeder Faser auf die Bühne transportieren.
Das Feeling killende, weil überflüssige Drum-Solo nach »Bad Reputation« hätten sich die Jungs von der grünen Insel getrost schenken können oder greift mittlerweile auch bei John Sykes gestandener Truppe die »Whitesnake-Manie« um sich, (siehe deren stark verkürztes, dank diverser verzichtbarer Soloeinlagen unnötig aufgeblähtes Deutschland-Gastspiel beim letztjährigen Bang-Your-Head-Festival), wodurch zwiespältige Reaktionen vorprogrammiert sind.
Thin Lizzy gehören zu den ganz großen Legenden, die wissen, wie man ein hungriges Publikum zum Kochen bringt, das dicke Ende folgt auf dem Fuße. Als Zugabe packen Sykes, Gorham und Co. noch die beiden Klassiker »Black Rose« und »Rosalie« - ebenfalls Meilensteine klassischen Hardrocks aus, ehe die Lichter angehen und der kurzweilige Trip, so abrupt er begann, auch schon wieder zu Ende ist. Zunächst wartet das hungrige Rock-Hard-Publikum sehnlichst auf die nun eigentlich bevorstehende Thin Lizzy-Zugabe, jenes unentbehrliche Stück, das zu den ultimativen Jahrhundertklassikern gehört, doch es kommt nicht ...
Denkt man immer, Schotten wären geizig, belehren die Iren das auf sie schwörende Rock-Hard-Publikum eines Besseren. Ohne »Whisky In The Jar« zu spielen treten John Sykes und seine Crew von der Bühne ab, jede Menge Fragezeichen und ein verdutztes Publikum hinterlassend. Erst eine halbe Stunde zu spät anfangen, zu allem Überfluß statt weitere Klassiker bringend, ein unnötiges Drumsolo in den Set einschieben und über penibel früh aufhören. Das riecht schwer nach Fanverarsche!
Möglicherweise waren Gage, Publikumszahl und Festivalbühne der Band an diesem Abend in Gelsenkirchen zu klein ...? Die hinterher im Nachhinein offene Frage, warum ausgerechnet der Übersong »Whisky In The Jar« von der Setlist gestrichen und dem Publikum somit die dritte Zugabe verweigert wurde, während man auf das völlig überflüssige Drumsolo bei aller Liebe gern verzichten konnte, dürfte sich damit von selbst beantwortet haben.
Erfreulich, dass sich Bandleader John Sykes nach getaner Arbeit (sprich viel zu früher Beendigung) des Gigs wenigstens beim ausgepowerten Publikum bedankt, wobei er sich anschließend den kurzen Moment genehmigt, den verstorbenen Bandgründer Phil Lynnot in aller Form zu ehren und ans Publikum appeliert, dem »größten Rock 'n' Roller« zu danken. Das Gelsenkirchengastspiel der Iren ist gemessen am Können der Musiker und dem hohen Stimmungslevel im Publikum - reichlich kurz geraten und hinterlässt ohne den Höhepunkt »Whisky In The Jar« in Anbetracht aller zweifellos vorhandenen musikalischen Klasse des Hauptacts einen recht faden Beigeschmack mit bitterem Aroma. Reichlich unprofessionelle Einstellung. Das wäre sicher nicht in Phils Ermessen gewesen!
Thin Lizzy verlassen pomadigerweise recht früh den Platz der Träume, und Michael? Der knutscht die Gummiente ...möglicherweise hat sie mehr Schneid als die knarzigen Iren. Bei Erscheinen dieses abgespaceten Fotos sind alle Angaben ausnahmslos ohne Gewähr ... Toschi

Festival Nachwort

Damit ging trotz Unwetterkapriolen ein wieder mal megasaustarkes Festival zu Ende, mein bestes Rock Hard-Festival überhaupt, dessen Fortsetzung bereits im nächsten Jahr gleiche Stelle, selbe Welle ins Haus steht. Meine Hochachtung, Wertschätzung, Anerkennung, Würdigung und Respekt gebühren dem Rock Hard Team, den erstklassigen Fans, sowie allen, die für einen reibungslosen Ablauf des 3-Tage-Events sorgten. Essen und Getränke, Preise, Metalmarkt, Händlermeile und das Bandbilliging waren gut wie immer.
Ein Riesenkompliment auch wegen der sauberen Toiletten. Solche findet man nicht überall vor. Meine diesjährigen Gewinner des fünften Rockhard-Festivals heißen Paul Di'Anno, Turisas, Hardcore Superstar, Bullet, Grave Digger (mit zunächst etwas gewöhnungsbedürftiger Setlist) und Armored Saint. Thin Lizzy haben trotz hochwertig musikalischer Klasse einen äußerst zwiespältigen Eindruck hinterlassen, während Ross The Boss weit hinter den Erwartungen zurück geblieben ist.
Besonders hervorgehoben werden muss spätestens an dieser Stelle auch das wirklich in allen Belangen sehr freundliche und überaus entgegenkommende Security-Team, dessen durch die Bank weg vorbildliches Verhalten ohne jegliche Beanstandung einwandfrei gewesen ist. Überhaupt hat die Zusammenarbeit zwischen Rock Hard Personal und Security wieder bestens funktioniert, was nicht bei jedem Festival selbstverständlich ist. S u p e r !!!
Das ist das schöne am Rockhard-Festival: Statt soften Alternativ, tränigen Poser- und Nu-Metal, langweiligem Pseudorock und ähnlichem Müll gibt's im idyllisch gelegenen Amphietheater die ultimative Heavy Metal-Vollbedienung pur! Wir freuen uns tierisch aufs Pfingstwochenende 2008, wenn das Rock Hard-Festival in die nächste Runde geht. Danke auch im Namen meiner Freundin Rike für ein wie immer endlos geiles Festival!!! Toschi

Begebenheiten am Rande (Zoten, Schoten und Anekdoten)

Als ich mir bei Crucified Barbara ein Bier von einem Festivalhelfer bestellen will, ist unglücklicherweise das Faß leer und ich muss erst mal eine ungewisse Zeit lang warten ... na, so ein Pech aber auch! Gleich zwei Minuten später kommt ein weiterer Helfer mit dem erlösenden Fass im Schlepptau am Treppenfoyer zu mir und füllt meinen Becher flott mit der sehnlichst gewünschten Gerstensaftkaltschale, natürlich gegen das erforderliche Entgelt, (versteht sich) und ist erfreut über das ihm von meiner Seite aus gebührende Lob ... worauf er mir verspricht, möglichst bald zurück zu kommen (er hat Wort gehalten!) Na wenn das mal kein Service ist!
Meine Nebenleute schalten blitzschnell, einige weitere gesellen sich hinzu und der Mann kann sich zunächst vor Aufträgen gar nicht retten ... Schließlich bekommen alle ihr Bier und sind glücklich. Danach wird mit dem Bierbecher in der Hand munter weiter gebangt, während bei Crucified Barbara die Rock 'n' Roll-Drecksau über der Bühne kreist ...

Die Rockeinlage mit der gesetzten älteren Dame, deren Alter etwa um die 70 Jahre beträgt, ist mir hinterher noch gut im Gedächtnis geblieben. Andreas, wir (Rike und ich) auf dem Festival kennenlernten, dessen Freund und die beiden hübschen Mädels, sowie meine Wenigkeit rockten mit der zunächst recht einsam im Rund stehenden nicht mehr ganz so jungen Dame mal richtig einen ab. Mit anderen Worten, wir lieferten uns diese Einlage mit der älteren Lady, die begeistert ihre Arme in die Luft empor streckte, dabei den Gehörnten grüßend, um einmal generell festzuhalten, dass man für Heavy Metal grundsätzlich nie zu alt ist, solange man genügend Spaß an der Musik hat; selbst, wenn irgendwann die Grenze zum gesetzten Altersdurchschnitt erreicht ist!
Kompliment an die längst nicht mehr gaaaanz so junge Lady, deren Performance so manchen Hände-In-beiden-Taschen-vergrabenden-Metalhead beschämte. Prima, das sie sich selbst von Hörnergabel und Fotoapparat nicht vom Abbangen abschrecken lässt, worauf sie gemeinsam mit uns allen auf einem schönen Erinnerungsfoto, welches Andreas schießt, abgebildet zu sehen ist. Das Foto werde ich mir von Andy schicken lassen. Aussage und Seltenheitswert sind einfach nur K u l t ! ! !

Während der Turisas und Korpiklaani-Auftritte wanken uns mehrere seltsam bemalte und gewandete Gestalten entgegen, die infolge ihrer giftgrünen Farbe und bizarrem Aussehen zu urteilen einer Mischung aus Lordi trifft Herr der Ringe-Dunkelelfen entsprungen sind. Fleißig Turisas-Flyer verteilend, wirkt das Trüppchen recht beeindruckend in seiner Montur. Ruckzuck von diversen Kameras umstellt, werden die seltsamen Kriegs-Wikingerelfen oder wie man die abenteuerlichen Wesen auch immer nennen möchte, von allen Seiten geblitzt. Auch das Metallic-Team muss sich ungeachtet der Tatsache, ob viel oder wenig Rummel um die grotesk anmutenden Bizarr-Gestalten gemacht wurde, einige Fotos sichern.
Als einprägsames Erinnerungsphoto des Festivals gedacht, kommt das ganze Prozedere im Kleinen fast einer Art Paparrazzi-Wettbewerb gleich. Immerhin kriegen wir von den sympathischen Battle-Maniacs unser Bild und besitzen damit eine schöne Erinnerung an das Festival, deren Wert kaum hoch genug einzuschätzen ist. Gerade solch interessante Farbtupfer sind es, die ein Festival erst zu etwas ganz Besonderem werden lassen. An dieser Stelle ganz besonderen Dank an die seltsamen, wie-auch-immer-sie-heißen-mögen-Gestalten, die uns wenn auch nur für kurze Zeit den Blick in eine andere Welt gewähren, uns von der Tristesse des Alltags neben Turisas für einige Momente befreiend, vergessen lassen.
Jene gesunde Portion Humor, die uns Kraft verleiht, den Stürmen des Lebens entgegen zu gehen, um es zu meistern. Vielleicht sollten wir künftig weitaus mehr Battle-Metal-Konzerte besuchen ...

Beim Luftgitarrenwettbewerb geht's tierisch rund; das lockt an allen drei Tagen früh nachmittags viele Besucher vor die kleine Bühne. Das Publikum weiß: Hier ist Action garantiert! Die antretenden »Bands« geben alles! Neben teuren Sachpreisen winkt die Chance, das sich die besten Bands des Air-Guitar-Contents auf der nächsten RockHard-DVD verewigt sehen. Wer einen guten Tag, die richtigen MitstreiterInnen und den passenden Song aus dem vorgegebenen Katalog erwischt, hat beste Aussichten, weit vorn zu landen!

Wir begegnen Tom Angelripper in der VIP-Lounge. Der Sodom-Bandleader erweist sich als sehr angenehm-freundlicher Gesprächspartner. Er legt seine kräftigen Arme um uns. Nach dem fälligen Foto wird ein Termin für ein telefonisches Interview vereinbart. In den nächsten Tagen nach dem Swedenrock-Festival soll es folgen ... Es wird dran gearbeitet!

Zu guter Letzt bedarf nun auch die Sache mit der ominösen Gummiente rein informationstechnisch betrachtet näherer Aufklärung: Nach Thin Lizzy sind Rike und ich im Begriff, den VIP-Bereich zu verlassen. Wenige Meter vor dem Eingangs-Tor des VIP-Bereiches (oder war's das Ausgangstor?) kommen uns zwei leicht beschwipste Gestalten, sich sogleich als Metalfans outend, entgegen, die eine Ente aus Gummi deren Leib mit zwei Ketten behangen ist, in den Händen halten. Sie meinen, ich solle sie allein des Spaßfaktors halber mal küssen. Gesagt, getan. Nach kurzer Überlegung gönne ich mir das Späßchen und küsse die schrille Gummiente auf den Schnabel. Der Kuss wird per Foto festgehalten. Anschließend zeigen es mir die Joke-Lieferanten zur Ansicht. Mein Mäuschen meint, das sehe total witzig aus, die beiden anderen sind ebenfalls der Meinung. Na ja, wenn's schön macht ... dann eben bitte!
Klatschnass geschwitzte Haare, fertig mit der Bereifung, müde wie Hund und knutscht ne' Gummiente ... - also wirklich! Was hat mich da bloß wieder geritten? Nach diesem »bahnbrechenden Erlebnis« ungewöhnlicher Natur ist ein Wasser Pflicht. Die beiden Metaller versprechen, das Photo beizeiten auf der Fanseite des Rockhardfestivals zu veröffentlichen. Gumma, der da ... knutscht ne' (Gummi)Ente! Mannomann, wird sich manch einer denken: Was laufen hier bloß wieder für seltsame Gestalten rum ...? Keine Panik: - That's real Metal! Toschi


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Interviews:

Interview: Axel Rudi Pell, 28.04.2004 ich finde es langweilig die Songs einfach nur stur so zu spielen wie sie auf der Platte sind

CD/DVD-Reviews:

CD-Review: Vader - The Art Of War
CD-Review: Grave Digger - Liberty Or Death
CD-Review: Dark Funeral - Attera Totus Sanctus
CD-Review: Dark Funeral - De profundis clamavi ad te domine
CD-Review: Axel Rudi Pell - The Ballads III
CD-Review: Axel Rudi Pell - Kings And Queens
CD-Review: Axel Rudi Pell - Knights Live
CD-Review: Axel Rudi Pell - Shadow Zone

Live-Reviews:

05.06.2007 bis 09.06.2007: Swedenrock-Festival (Sölvesborg (S))
08.06.2006 bis 10.06.2006: Swedenrock Festival ((S) Sölvesborg)
21.07.2005 bis 23.07.2005: Earthshaker-Festival (Geiselwind)
13.02.2005: Stormhammer, Astral Doors, Grave Digger (Ludwigsburg, Rockfabrik)
05.08.2004 bis 07.08.2004: 15. Wacken Open Air (Wacken)
18.08.2006 bis 19.08.2006: Summer Breeze 2006 (Dinkelsbühl)
02.06.2006 bis 04.06.2006: Rockhard-Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
04.08.2005 bis 06.08.2005: 16. Wacken Open Air (Wacken)
28.04.2004: Axel Rudi Pell, Thunderstone, Pump (Ludwigsburg, Rockfabrik)
23.06.2006 bis 24.06.2006: Bang Your Head Festival (Balingen)


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