Live-Reviews

Summer Breeze 2006

18.08.2006 bis 19.08.2006, Dinkelsbühl

Trail Of Tears (18.08.06, Main Stage)

Was hatte ich mich beeilt, wenn ich schon den Donnerstag nicht auf dem Festival sein konnte, wenigstens rechtzeitig zu Trail Of Tears auf dem Festivalgelände zu stehen. Irgendwie hat das dann auch gerade so geklappt und ich stand fünf Minuten vor Beginn vor der Bühne.
Leider hatte ich den Wegfall der Sängerin bzw. deren Ersatz durch einen männlichen Part vor einigen Jahren erfolgreich verdrängt. So war ich auch dementsprechend enttäuscht, die zwei Sänger auf der Bühne agieren zu sehen. Man konnte keinesfalls sagen, dass sie ihre Sache nicht beherrschen, aber irgendwie bin ich mit den Songs nicht wirklich warm geworden. Glücklicherweise sollte es für mich die einzige Enttäuschung auf dem Festival bleiben. Frank

One Man Army & The Undead Quartet (18.08.06, Pain Stage)

Trotz des bisher einzigen Albums »21st Century Killing Machine« eilte den fünf Schweden ein gigantischer Ruf voraus. Das liegt natürlich nicht unwesentlich daran, dass es sich dabei um die Nachfolgeband der legendären The Crown handelt. So war dann auch eine bachtliche Menge vor der Bühne versammelt.
Es sollte sich gelohnt haben, so gönnten die Untoten sinch und dem Publikum keine Zeit zum Verschnaufen und legten energiegeladen los. Dem geneigten Publikum wurde eine Portion Death Metal mit einem ordentlichen Schuss Rock 'n' Roll serviert, die Band hatte sichtlich Spass, was sich auch auf das Publikum übertrug. Frank

Turisas (18.08.06, Pain Stage)

Am späten Freitag Nachmittag enterten die Finnen Turisas die Bühne. Eine echte optische sowie musikalische Brachialgewalt. Einem alten Kriegsgott zu Ehren treten sie im Barbarenkrieger Look auf. Stilecht mit Fellen behängt und Kunstblut beschmiert, nur dass die Gitarren die Axt ersetzt haben.
Alles in allem durchaus sehenswert. Musikalisch bewegen sie sich im oberen Tempobereich mit deutlichen Folkeinflüssen. Was sie allerdings wirklich mal von anderen Bands unterscheidet, ist der Einsatz eines Akkordeons, was ich schon ganz schön mutig finde. Wie dem auch sei, sie schafften es sehr gut, das Akkordeon in ihre Musik und in die Show zu integrieren.
Turisas brachten gute Laune und zufriedene Gesichter bei den Fans. Es war so voll vor der Bühne, dass ich als kleiner Mensch kaum noch etwas sehen konnte. Ob das der Verdienst ihrer Musik war, bezweifle ich allerdings. Kleiner Negativpunkt: Ich glaube nicht, dass Turisas ohne ihre Musik aus der Masse herausragen würden. Waltraud

Amorphis (18.08.06, Main Stage)

Nachdem ich gehört hatte, dass Amorphis einen neuen Sänger haben war ich beruhigt, dass die Jungs doch noch zur Besinnung gekommen waren, der alte Sänger war wirklich grottenschlecht.
Der neue Leadsänger ist doch eine echte Bereicherung für die Band und das nicht nur musikalisch, auch optisch passt er sehr gut ins Gesamtbild der Band. Was so ein Neuer doch auslösen kann, dass eine Band, die man eigentlich schon abgeschrieben hatte (zumindest live), einen doch wieder in seinen Bann ziehen kann. Nicht nur ich, auch alle anderen waren positiv überrascht und überglücklich, als auch noch »Black Winter Day« kam, der absolute Klassiker der Band. Monika

Morbid Angel (18.08.06, Main Stage)

Am späteren Abend kamen dann Morbid Angel auf die Bühne und ich kam leider nicht mehr all zu weit nach vorne, was sich aber nicht als sonderlich schlimm herausstellte.
Der Blick vom Mischpult aus war einfach nur geil, genauso wie die Lightshow, die einfach nur grandios war. Passend zur Stimmung des entsprechenden Songs erleuchtete die Bühne zwischen blutrot, eisblau, düster violett und einem fast stimmungsvollem orange, so dass die Musik fast, aber auch nur fast zweitranig war.
Wie immer zählt das Gesamtbild und leider haben das nicht immer alle Bands, dass sie ihr Musik so visuell unterstützen können. Monika

Deathstars (18.08.06, Pain Stage)

Deathstars waren für mich an diesem Abend die absoluten Favoriten, selten hatte ich eine so geile Band gesehen die live eine derartige Stimmung rüberbringt und die Fans voll mit in ihr buntes Treiben einbezieht.
Musikalisch sind die Jungs doch sehr abwechslungsreich und groovig, hätte ich echt nicht gedacht, aber total genial. Auch die Bühnenshow war sehr mitreißend und abwechslungsreich, der Sänger legte sich sehr ins Zeug und man muss echt gestehen, sie waren nicht eine Minute langweilig.
Ich kann nur jedem Empfehlen sich die Band mal live anzuschauen, es könnte sich echt lohnen, ich hätte auch nicht gedacht, dass mich Deathstars so vom Hocker ziehen, aber Hut ab, ich bin ein echt harter Brocken! Monika

Gojira (19.08.06, Pain Stage)

Französische Metalbands führen in Deutschland eher ein Nischendasein, so waren sicher Vielen auch die Franzosen Gojira unbekannt. Trotzdem zählen für mich Gojira neben Turisa zu den klaren Gewinnern des diesjährigen Summer Breeze. Ungeachtet der Mittagshitze legten die vier Franzosen die Pain Stage beinahe in Schutt und Asche, spielten sich in der viel zu kurzen Spielzeit von nur 30 Minuten die Seele aus dem Leib. Das Publikum nahm diese Mischung aus Death, Grind und Black Metal mit melödiösen Einlagen bereitwillig auf, womit die Franzosen sicherlich einige neue Fans gewonnen haben. Frank

Visions Of Atlantis (19.08.06, Main Stage)

Mein allererster Gedanke, als ich Visions Of Atlantis das erste Mal sah war: Oh weia, Nightwish die zweite. Und Vergleiche mit Nightwish und Within Temptation drängen sich auch wirklich auf. Erst bei näherem Hinsehen merkt man, daas die Österreicher nicht nur Trittbrettfahrer sind. Musikalisch sind sie nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Eben wieder einmal Keyboardgeschwängerter Gothic Metal mit weiblichem Operngesang und männlicher, metaltypischer Begleitung.
OK, stimmlich sind beide wirklich sehr gut. Was die Fans, und gar nicht so Wenige, dann aber wirklich vor die Bühne gelockt hat, war vielleicht die Energie und der Enthusiasmus, den Visions of Atlantis rüberbringen konnten. Und nicht zu vergessen auch ganz sicher die äußerst attraktive Sängerin.
Fazit: Wer diese Spielart des Metals mag, sollte sich Visions of Atlantis auf jeden Fall mal ansehen. Die Erwartungen werden ganz sicher nicht enttäuscht werden. Waltraud

Legion Of The Dammned (19.08.06, Pain Stage)

Gleich danach kamen die Niederländer Legion Of The Damned und krasser hätte der Kontrast zu Visions Of Atlantis nicht sein können. Was der geneigte Besucher zu hören bekam, war sehr schneller Death Metal mit typischem Gesang. Die Slayer Einflüsse können die Jungs von Legion Of The Damned nicht leugnen, und wo die Zuschauer eben noch mit einem gekonnten Hüftschwung bezirzt wurden, flogen jetzt die Matten, was das Zeug hielt. Den gesamten Gig hindurch schraubten Legion Of The Damned sich buchstäblich die Rübe von den Schultern. Maskuline Action pur, gerade heraus und direkt in die Fresse. Was bei den Fans gut ankam. Es war zwar nicht endlos voll vor der Bühne, aber alle Anwesenden hatten ihren Spaß. Waltraud

Corvus Corax (19.08.06, Main Stage)

Corvus Corax waren die Exoten des Summer Breeze. Die einzige Band, die ohne elektrische Instrumente auskam. Würde man sie eigentlich eher auf einem zünftigen mittelalterlichen Gelage erwarten, bringen sie doch eine sehr willkommene Abwechselung in das übliche Billing. Sehenswert sind sie in jedem Fall. Die phantasievollen Kostüme, der imposante Perkussionaufbau im Bühnenhintergrund und die selbstgebauten Instrumente, gepaart mit viel Action und Teufels atypischen Ansagen ergibt insgesamt ein Schauspiel der ganz besonderen Art. Aber was erzähle ich ... Corvus Corax gibt es schon derartig lange und sie sind live so präsent, dass es wohl kaum jemanden gibt, der sie noch nicht gesehen hat. Was sie keineswegs uninteressanter macht, was auch diesmal die beachtliche Menschenmenge vor der Bühne bewies. Waltraud

Negative (19.08.06, Pain Stage)

Ich war schon total auf Negative gespannt, denn außer ihrem Hit »Moment Of Your Love«, der ja ständig auf MTV und Co rauf und runter lief, kannte ich nichts von der Band. Also ab vor die Bühne!
Dann kam der Hammer: Quietsche rosa Outfit und grell geschminkt! Doch musikalisch konnten mich Negative nicht unbedingt vom Hocker hauen, ehrlich gesagt fand ich sie doch eher belanglos und sehr eintönig. Die paar Fans die sich vor der Bühne versammelt hatten, waren da wohl anderer Meinung (denn Musik ist und bleibt ja nun mal Geschmacksache) und gingen vor der Bühne trotz starken Regenfalls gut ab und feierten ihre Helden! Monika

Unleashed (19.08.06, Pain Stage)

Was soll man noch großartig zu Unleashed sagen, außer dass sie eine sehr souveräne und professionelle Liveband sind. Kein Wunder bei jahrelanger Liverfahrung, die Jungs schmetterten einen Hit nach dem anderen durch die P.A. und machten das Publikum mehr als glücklich.
Es tat gut, diese Band endlich mal wieder bei dunklem Himmel zu sehen und nicht immer nur tagsüber, wie es leider die Jahre davor der Fall war. Unleashed sind immer wieder ein Highlight, egal auf welchem Festival! Monika

Fear Factory (19.08.06, Main Stage)

Auf sie schien wirklich jeder zu warten. Fear Factory beehrten das Summer Breeze und ganze Massen sammelten sich vor der Bühne. Alles schien in gespannter Erwartung und wir wurden nicht enttäuscht. Nach ein paar Songs von der »Transgression« hagelte es einen Klassiker nach dem anderen wie zum Beispiel »Slave Labor« und »Demanufacture«, es fehlte wirklich nichts. Der Mob tobte!
Burten und seine Mannen wurden ihrem Headlinerstatus voll und ganz gerecht. Eine klasse Show mit glasklarem, druckvollem Sound und gleichzeitig ein wunderbarer Abschluss für das Summer Breeze. Eine Überraschung hatten Fear Factory dann auch noch parat: Noch nach der letzten Zugabe, als sich die restlichen Fear Factories bereits verkrümelt hatten, kam Burton noch einmal alleine zurück und sang, begleitet nur vom band, Timelessness. Ein sehr gelungener Abschluss. Waltraud


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Interviews:

Interview: Unleashed, 11.05.2002 Death Metal ist eine natürliche Erklärung an das Leben, den Tot und alles was dazwischen ist

CD/DVD-Reviews:

CD-Review: Fear Factory - Hatefiles
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Live-Reviews:

11.11.2004: Trail Of Tears, Tristania, Therion ((CH) Pratteln, Z7)
26.10.2004: Trail Of Tears, Tristania, Therion (Stuttgart, LKA Longhorn)
03.08.2006 bis 05.08.2006: 17. Wacken Open Air (Wacken)
07.08.2008 bis 09.08.2008: Party San Open Air (Bad Berka)
02.06.2006 bis 04.06.2006: Rockhard-Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
09.05.2008 bis 11.05.2008: Rock Hard Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
21.08.2003 bis 23.08.2003: Summer Breeze 2003 (Abtsgmünd)
23.06.2006 bis 24.06.2006: Bang Your Head Festival (Balingen)
13.05.2005 bis 15.05.2005: Rockhard Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
05.08.2004 bis 07.08.2004: 15. Wacken Open Air (Wacken)
01.08.2002 bis 03.08.2002: Wacken Open Air 2002 (Wacken)
25.05.2007 bis 27.05.2007: Rock Hard-Festival (Gelsenkirchen, Amphietheater)
19.12.2001: Corvus Corax (Outpost, Göttingen)
26.12.2006: 2. Masters Of Cassel-Festival (Kassel, Nachthallen)


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