Interviews

Pro-Pain (13.02.2004)

Mainstream ist uncool

Kannst du zu Beginn erstmal etwas über die bisherige Geschichte von Pro - Pain erzählen?

Pro-Pain (aus New York) hat als Trio im Jahre 1991 angefangen. Wir veröffentlichten unser Debütalbum »Foul Taste Of Freedom« 1992. Seit dem haben wir sieben weitere Studioalben herausgebracht, eine live Platte, zwei Best-Of Platten sowie eine DVD. Insgesamt haben wir über 2000 Konzerte in knapp 35 Ländern gespielt. Heutzutage haben wir aber immer noch den gleichen Drive und das gleiche Feeling für unsere Musik wie in den Anfangstagen.

Ihr habt gerade einen neue CD »Fistful Of Hate« aufgenommen, was ist neu, verglichen mit euren älteren Veröffentlichungen?

»Fistful Of Hate« ist ohne jede Frage eines unserer besten Alben. Wenn du es mit einigen unserer älteren Veröffentlichungen vergleichst so würde ich sagen, dass die Veränderungen mehr in der Produktion (sehr geschliffen), zusätzlicher Instrumentierung (Akustikgitarre, Keyboards, Samples etc.), Gastauftritte (Böhse Onkelz, Struggle, Stuck) und einigen musikalischen Experimenten in Form eines Instrumentals (The Better Half Of Forever) bestehen. So alles in allem fühlen wir uns mit dieser CD sehr gut und hoffen, dass es unseren Fans genauso geht!

Bist du zufrieden mit der bisherigen Reaktion der Medien und der Fans?

Ja. So wie ich es mitbekommen habe sind die Presse und Medien Reaktionen sehr, sehr positiv bis jetzt. Das ist sehr beflügelnd!

Ihr habt einen neuen Schlagzeuger in der Band, würdest du mir bitte die Gründe dafür schildern?

Unser neuer Schlagzeuger ist JC Dwyer (ex Paingod). Er ist sowohl ein klasse Schlagzeuger im Studio wie auf der Bühne. Wir freuen uns auch schon sehr auf unsere erste gemeinsame Tour damit wir ihn mit unseren Fans bekannt machen können. Unser letzter Drummer Eric Matthews hat die Band letztes Jahr verlassen, um sich mit seiner Freundin häuslich niederzulassen. Wir haben nur gute Wünsche für ihn übrig.

Für mich ist die textliche Seite einer Band fast genauso wichtig wie die Musik. Wie siehst du die Sache für Pro-Pain?

Ich stimme mit dir darin überein, dass die Texte für eine Band aus unserem Genre sehr wichtig sind. Die Themen sind sehr generell gehalten (Politik, soziale Probleme, menschliche Emotionen etc.), deshalb können auch viele Leute etwas damit anfangen. Ich versuche sozialpolitische Kommentare abzugeben, um die Leute zum Nachdenken anzuregen, so dass sie mitbekommen was um sie herum passiert. Des weitern sollten die Menschen ihren eigens Gehirn benutzen und über Informationen nachdenken. Ich bin von Natur aus ein skeptischer Mensch und manchmal schimmert das in meinen Texten durch. Dennoch versuche ich nicht dem Hörer meine eigenen Ansichten aufzudrängen oder ihn in irgendeiner Weise zu beeinflussen.

Wie bekommt ihr es hin immer so aggressive Live Shows abzuliefern, ich könnte mir vorstellen, dass es ziemlich hart ist so etwas jeden Abend rüberzubringen.

Wir waren immer schon eine Band, die es bevorzugte jeden Abend zu spielen. Ich denke Integrität spielt eine große Rolle um diese »raue Energie« freizusetzen. Wir sind eine ehrliche Band, mit einer Menge Stolz, Erfahrung und eben Integrität. Ich denke wir strahlen das während unserer Live Shows auch ab.

Gibt es ein bestimmtes Ziel welches ihr mit Pro-Pain erreichen wollt? Vielleicht Stadionauftritte mit Metallica oder ähnliches?

Unsere Ziele sind viel einfacher. Wir lieben es, unsere Musik zu spielen und wir haben die komplette Pro-Pain Erfahrung bis jetzt genossen. Wir sind jedoch auch sehr familienorientierte Personen und haben deshalb sicherlich unsere Prioritäten (welche Metallica nicht mit einschließen, auch wenn wir Fans sind). Wir haben schon in einigen Stadien gespielt (mit den Onkelz) genauso wie einige der größten Open Air Festivals, das war wahnsinnig aufregend für uns. Aber trotzdem ist es nicht dieses was uns ausmacht, es ist nicht alles für uns.

Gibt es einen Unterschied zwischen den einzelnen Fans in den verschiedenen Ländern, oder sind die Reaktionen ziemlich ähnlich auf der Welt?

Natürlich sind wir in einigen Ländern bekannter als in anderen, aber alles in allem sind die Fanreaktionen überall sehr ähnlich. Wir lieben es neue Kulturen kennenzulernen und neue Freunde überall auf der Welt zu finden.

Ihr seid nun schon recht lange in der Szene mit dabei. Denkst du, dass sich das Business sehr verändert hat über die Jahre? Dass es vielleicht in der Vergangenheit besser war, nicht so sehr auf den Ausverkauf gerichtet?

Nun, ich denke schon. Nu Metal war das schlimmste was der »harten« Musik passieren konnte. Es ist plötzlich cool Mainstream zu sein (was natürlich immer uncool ist!). Man muss zwar anerkennen, dass bei manchen Bands Talent da ist, aber ich kann mich überhaupt nicht mit der ganzen Sache identifizieren. Was das "Business" angeht: Es sind ganz offensichtlich schwere Zeiten für die Plattenfirmen durch das Downloaden von Songs (ich bin übrigens ebenfalls dagegen). Gerade gestern hat Tower Records Insolvenz angemeldet, es ist wohl noch kein Ende in Sicht. Ich bin glücklich, dass wir gerade die Zinsen von dem Ernten was wir in besseren Zeiten verkauft haben, das schwerste ist wohl hinter uns. Leider wird es wohl für die meisten der neuen Bands ganz anders aussehen, sie werden wohl nicht soviel Glück haben.

Könnt ihr denn von eurer Musik leben?

Wir verkaufen eigentlich ganz gut, außerdem sind wir ein wenig unorthodox in unseren Verträgen. Pro-Pain ist seit dem Anfang ein Vollzeitjob für uns. Ich habe zwar noch ein paar andere Geschäfte am laufen aber die Band ist meine Haupteinnahmequelle in den letzten 12 Jahren.

Was sind deine drei Lieblingsplatten?

Oh, das ist eine schwere Frage. Ich werde mal nur welche aus dem Metal/Hardcore Genre nennen.

  1. Slayer - Reign In Blood
  2. Metallica - Ride The Lightning
  3. Minor Threat - Out Of Step

Unsere Frage an jeden Musiker, was für ein Auto fährst du?

Ich fahre einen silbernen Infiniti G 35 Coupe, Baujahr 2004, ich bin stolz sagen zu können, dass er von Motor Trends zum Auto des Jahres gewählt wurde. Außerdem habe ich noch einen smaragdgrünen Jeep Cherokee.

Was wäre ein perfekter Tag für dich?

Nun, ich hasse Klischees aber ich bin ein Mann der einfache Genüsse zu schätzen weiß. Ein Tag beim Baseball oder Fußball mit meinem Sohn, ein Tag am Strand mit guten Freunden und noch besseren Drinks oder auch ein Tag auf einem Festival mit meiner Band, das wären alles perfekte Tage für mich.

Okay, das war's. Ich danke dir für das Beantworten dieser Fragen, ich hoffe euch auf Tour sehen zu können!

Ich habe zu danken. Testet »Fistful Of Hate« in den Geschäften mal an. Für Tourdaten und mehr Informationen könnt ihr auf www.pro-pain.com gehen.

Lars

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CD-Reviews:

CD-Review: Pro-Pain - Fistful Of Hate
CD-Review: Pro-Pain - Prophets Of Doom
CD-Review: Pro-Pain - Age Of Tyranny-The Tenth Crusade

Live-Reviews:

14.03.2004: Pro-Pain, Ektomorf, Disbelief, Morda (Ludwigsburg, Rockfabrik)


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