Interviews

Soundborne (17.04.2008)

eine musikalische Landschaft und tolle Melodien

Nachdem ich mir die seltsame Mischung aus Jazz, Folk und diversen Rock/Metalelementen gemischt mit Progressiv-Elementen angehört und nicht schlecht gestaunt habe, über das seltsame, umso besser funktionierende Gemisch, wurde prompt ein Interview mit den Musikern ausgehandelt, das an dieser Stelle folgt. Eine Befragung zweier Musiker von Soundborne, vertreten durch Stian Dahl (SD), und Jörn-Arild Grefsrud (JAG) brachte folgendes Ergebnis ans Licht:

Toschi: Was ist die hinter der Musik von Soundborne stehende Idee?

SD: Soundborne steckte jahrelang in meinem Körper und meiner Seele. Ich wollte immer etwas machten, das ein wenig anders und instrumental ist, aber es gab so viele andere Projekte, die meine Zeit in Anspruch nahmen, so dass nie etwas Zeit dafür übrig blieb, dies zu tun. Es tat sehr gut als Arield und ich damit anfingen, die Musik von »Hallucinations« zu schreiben. Meine Idee hinter der Musik war eine musikalische Landschaft und tolle Melodien zu erschaffen, die dem Hörer viele verschiedene Erinnerungen vermittelt, statt von unseren technischen Fähigkeiten beeindruckt zu sein. Die Musik wurde nicht im Detail geplant bevor sie geschrieben wurde, aber wir haben einige äußere Grenzen gezogen.

Ich denke, dass es nicht einfach ist, solch einen schwierigen Sound/Musikstil zu produzieren, der Jazz, Folk und psychedelische Elemente kombiniert mit Progressive-Rock beinhaltet. Stimmt das?

JAG: Laut meiner Meinung, nein. Ich denke, es wäre schwierig, ein Lied zu produzieren, wenn Du einen Plan hast, einen Metal/Jazz/Folk-Song zu schreiben; zum Schluss würdest Du wollen, dass es ein guter Song ist. Wir haben vorher nicht viel darüber diskutiert, wir schrieben diese Stücke. Eine Idee tauchte auf und dann nahmen wir sie mit. Häufig würde ein Riff entstehen, während wir etwas geschrieben oder die Fäden arrangiert hätten, doch es wäre etwas, das sich nicht in das einfügen würde, was hier hier und dort tun.
Wir haben das Projekt häufig beendet, ein neues gestartet und angefangen zu schreiben. Also wenn ein Jazz-Teil auf einen Heavy Teil folgt denke ich, geschieht es weil die richtige Zeit dafür fehlt. Wir beide, Stian und ich mögen Variabilität in der Musik und unerwartete Wendungen kommen somit naturgemäß vor. Richtig, es mag wesentlich schwieriger für uns sein als einen guten Punk-Song zu schreiben!

SD: Wir versuchten einige Kurzgeschichten ums Hauptthema (Mood) zu schreiben, das half uns, die Progression der Lieder zu entwickeln. Wir schrieben das gesamte aktuelle Album innerhalb zwei anstrengender Wochen während des Sommers 2007. Wenn Du wirklich davon inspiriert bist, etwas zu tun und die Ideen eher locker sitzen, können eine Menge interessanter Dinge passieren.

Bitte beschreibe euren Musikstil.

SD: Es ist immer schwer, deinen eigenen Musikstil zu beschreiben, wenn keiner es mag, in eine bestimmte Kiste gepackt zu werden. Doch unsere Musik ist Rock und dann fügen wir den Geschmack anderer Musikarten die zum Hauptthema passen hinzu und entwickeln die Geschichte für die einzelnen Songs. Das Gewürz kann alles sein.

Was ist der Grund dafür, dass es keine Stimme auf dem Album gibt?

JAG: Stian hatte eine Menge Instrumental-Stücke und bald wurde es offentsichtlich, dass wir in der Lage waren, gute Songs, die keine Vocals benötig(t)en, zu schreiben. Es war wichtig für uns, kein gewöhnliches Album zu schreiben, welches die Vocals vermissen ließe; somit nahmen wir uns eine Menge Zeit, um immer sicher zu gehen, dass vieles die Rolle, die die Vocals haben würden, übernähme.

SD: In vielen Fällen fühlte ich, dass der Text und die Musik uns nicht genug bei einem Stück unterstützten. Ich hatte häufig das Gefühl, dass die Komponisten versuchten, zwei verschiedene Geschichten zu erzählen, eine musikalische und eine lyrische. Auf »Hallucinations« haben wir die lyrische Geschichte dem Hörer überlassen und nur einen Hinweis darauf gegeben, wie unsere Gedanken aussahen als wir die Songs schrieben. Und es sind in einer Reihe von Songs einige tolle Vocal-Darbietungen enthalten, dass es fast völlig natürlich erschien, diesen Teilen das richtige Gefühl zu geben.

Listet bitte mal eure fünf Lieblings-Metal-CDs auf:

SD: I mag so viele unterschiedliche Musikarten, aber wenn ich aus einigen großartigen Alben auswählen dürfte, würden es wahrscheinlich diese sein:
Opeth – Ghost Reveries
Cynic – Focus
Death – Symbolic
Iron Maiden – Powerslave
Symphony X – V

JAG: Sepultura – Roots
Deftones – Saturday Night Wrist
Alice in Chains – Dirt
Sepultura – Chaos A. D.
Dimmu Borgir – Puritanical Euphoric Misanthropia

Welche Bands haben Soundborne beeinflusst, dieses Album aufzunehmen?

SD: Es gibt keine spezielle Band, die ich an die Spitze setzen würde. Ich denke, das Ergebnis dieser Scheibe ist die Summe aller Musik, die wir während all unserer Jahre gehört haben. Es gibt klassische Komponisten, Jazz und Volksmusik Rock und Metalbands in Norwegen, die wir mögen. Für mich ist die Musik am willkommensten, die ich selbst aufnehmen und generell programmierter Musik vorziehen würde.

Ist vom Album abgesehen, einiges anderes für 2008 geplant, beispielsweise eine Tour?

SD: 2008 ist die Werbung und Vermarktung für das »Hallucinations«-Album geplant. Wir haben Musik fürs nächste Album geschrieben und werden es fortsetzen, aber der Release wird vorgesehenerweise für 2009 erwartet. Wir wollen überraschen und entwickeln den weiterführenden Sound für das nächste Album, wir wollen uns nicht selbst wiederholen.
Wir planen einige Gigs abzuhalten, aber es stehen noch keine bestätigen Daten fest.

Werden Soundborne dieses oder nächstes Jahr auf Tour gehen?

SD: Gewöhnlich wäre die Spätphase 2008/09 die natürlichste Zeit für uns, auf Tour zu gehen. Um die Liveseite der Band zu repräsentieren, müssen wir vorwärts schauen, dazu werden einige Veränderungen für uns notwendig, wenn Liveaktivitäten erfolgen sollen, die wirklich die beste Seite jedes Stücks zeigen. Aus diesem Grunde ist es uns derzeit nicht möglich und wir werden Ausschau nach den Veränderungen halten.

Danke fürs Interview und viel Glück für künftig anstehende Aktivitäten.

SD, JAG: Danke für Dein gezeigtes Interesse an unserer Band.
Aus und Ende aus dem Land der Trolle!

Toschi

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CD-Review: Soundborne - Hallucinations


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