Interviews

Burden Of Grief (22.04.2007)

Death End Road

Burden Of Grief

Monika: Ihr habt vor kurzem Euer neues Album »Death End Road« veröffentlicht, wie waren bisher die Reaktionen auf das Album?

Philipp: Im Großen und Ganzen sind die Reaktionen bisher sehr gut, ich habe bisher kaum Verrisse gelesen, aber auch die gibt es natürlich. Insgesamt kann man aber sagen, dass die Reaktionen beim neuen Album extremer ausfallen als beim letzten Album »Fields Of Salvation«. D.h. die meisten Leute finden »Death End Road« entweder deutlich besser als das Vorgänger-Album und loben unsere Entwicklung oder sie finden das Album deutlich schlechter und wünschen sich wieder haufenweise Blastbeats.

Der Stilwandel bei dem neuen Silberling ist doch gewaltig und hat fast nichts mehr mit den ersten beiden Scheiben zu tun, war das beabsichtigt?

Was das angeht, sind wir wirklich sehr überrascht, wie weit die Meinungen der Presse auseinander gehen. Die einen schreiben, dass wir seit drei Alben ständig dasselbe machen. Manche kritisieren dies, andere wiederum freuen sich darüber, dass wir so old-school sind. Die anderen schreiben, dass wir einen kompletten Stilbruch gemacht hätten. Beides kann ich nicht nachvollziehen, weil ich selber unsere Musik anscheinend mit ganz anderen Augen bzw. Ohren wahrnehme. Die Art und Weise, wie unsere Songs aufgebaut sind und die Art, wie wir Riffs schreiben, all das trägt nach wie vor unsere eigene Handschrift.
Natürlich ist es so, wenn neue Leute in die Band kommen, dass die auch neue Ideen mit einbringen. Ich denke, die größte Veränderung war diesbezüglich der Einstieg unseres neuen Drummers Robb. Sein Drumming passt einfach viel besser zu unseren neuen Songs. Wir denken auch nicht großartig vor dem Songwriting darüber nach, in welche Richtung das neue Album tendieren soll. Die Songs entwickeln sich einfach so im Laufe der Zeit. Wir haben lediglich darüber nachgedacht, was uns an unseren alten Platten im nachhinein stört und wir fanden, dass unseren Songs ganz einfach der Groove und Drive fehlt und die Songs in sich stimmiger sein müssen. Was das angeht, bin ich nach wie vor super zufrieden mit dem Album.

Wo und mit wem habt Ihr diesmal das Album aufgenommen und produziert?

Aufgenommen haben wir das Album wieder hier in Deutschland, zum ersten Mal in unserer Heimatstadt Kassel, zusammen mit Rocker von Mortal Terror und Simon von Gutlock, die sich beide echt den Arsch für uns aufgerissen haben und die wir beide mehr als einmal fast zum verzweifeln gebracht haben.
Für den Mix sind wir dann wieder nach Dänemark in Jailhouse Studio zu Tommy Hansen gefahren, der auch schon unsere letzte CD »Fields Of Salvation« abgemischt hat. Alles in allem sind wir mit dem Ergebnis so zufrieden wie noch nie zuvor, auch wenn wir natürlich schon wieder einige Dinge haben, die wir das nächste Mal anders machen werden. Aber das hat noch etwas Zeit, ha, ha ... Ich denke, wir werden nicht vor Herbst 2008 wieder in Studio gehen.

Ebenfalls ist Euer Line up auch mal wieder fast komplett neu, wart Ihr mit dem alten nicht mehr zufrieden?

Naja, ganz so einfach ist das. Das hat nichts mit zufrieden oder unzufrieden zu tun. Es haben sich im Laufe der Jahre einige grundsätzliche Probleme angestaut, die ein gemeinsames Zusammenarbeiten nicht mehr möglich machten. Es ist halt wie in einer alten Beziehung, man ist seit langer Zeit zusammen und streitet sich ständig. Aber den Schritt zu gehen, dass man sich dann trennt, ist oft nicht so einfach.
Im Fall von Uli war es halt so, dass er seit elf Jahren in den Band war. Da kann man nicht mal eben sagen: »du bist gefeuert!«. Diese Probleme gab es auch in erster Linie mit Uli und Dirk. Unser alter Drummer Carsten hat schon ein Jahr vorher die Band verlassen, weil er es zeitlich einfach nicht mehr mit seinem Job vereinbaren konnte. Ich denke aber, dass das neue Line-Up auch eine Menge frischen Wind in die Band gebracht und es dem neuen Album sehr gut getan hat.

Vor kurzem habt Ihr ja mal wieder ein Festival veranstaltet, wie ist das gelaufen und soll es in Zukunft noch weitere dieser Art geben?

Wir veranstalten ja selber seit mitlerweile zwölf Jahren alljährlich das Art Of Darkness Festival. In der ersten Jahren lief das Ganze noch etwas kleiner ab mit drei bis vier Underground-Bands. Aber zum 10. Jubiläum haben wir das Ganze dann etwas wachsen lassen, sind von der Waldhütte in Scherfede in die Stadthalle von Scherfede gezogen und haben von da an versucht, etwas größere Band hier in die Region zu holen (u.a. Tankard, Hatesphere, Dew-Scented).
Dieses Jahr hatten wir als Headliner die Western-Metal Band Dezperadoz und die Maiden-Coverband Eddies Revenge dabei, neben fünf weiteren Bands aus Deutschland, Österreich und Estland. Alles in allem lief eigentlich alles reibungslos ab, die Bands waren alle toll, lediglich die Zuschauer hätten etwas mehr sein können. Damit haben aber in letzter Zeit leider viele Underground-Konzerte zu kämpfen. Anscheinend sparen sich viele schon ihre Energie und auch ihr Geld für die Sommerfestivals auf. Wie dem auch sei, ich denke, Anfang 2008 werden wir einen nächsten Versuch starten und dann weniger, aber dafür wieder größere Bands zum ART OF DARKNESS holen.

Apropos Konzerte! Wie sieht es bei Euch mit Tourneen in der nächsten Zeit aus, werdet Ihr wieder auf einigen Festivals spielen?

Wir hatten zwar wieder einige sehr interessante Tour-Angebote, aber die konnten wir mal wieder nicht aus zeitlichen Gründen realisieren. Für eine Tour gehen mal locker zwei bis drei Wochen deines Jahresurlaubs drauf, und es war uns einfach nicht möglich, dass wir alle zur selben Zeit dieselbe Menge an Urlaub bekommen, da auch einige von unsere neue Jobs angefangen haben. Dennoch denke ich, dass wir alleine dieses Jahr an die 30 Konzerte spielen werden, darunter auch einige Clubshows und auch Festivals im Ausland. Für den Sommer sind bisher sieben Open Air Festival geplant, das größte davon wird das Metalcamp in Slowenien sein, u.a. mit Bands wie Motörhead, Blind Guardian, Immortal, ...

Und zu guterletzt, welche Festivals wirst du dieses Jahr privat besuchen?

Privat werden wir dieses Jahr mit einer größeren Gruppe nach Holland zum Fields Of Rock fahren. Das Billing dort ist ein Traum und liest sich wie das Who-Is-Who des Metals: Iron Maiden, Slayer, Black Sabbath, Ozzy Osbourne, Motörhead, Megadeth, Machine Head, Type O Negative und und und ... Viel besser geht es fast gar nicht mehr. Da freue ich mich schon sehr drauf.

Monika

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Interviews:

Interview: Burden Of Grief, 22.10.2000 ... über Alf kam ich zum Metal ...
Interview: Burden Of Grief, 01.12.2001 Ein Interview mal etwas anders!
Interview: Burden Of Grief, 28.03.2004 Wir haben die Musik geschrieben, die uns gefällt und die wir selber auch hören wollen

CD-Reviews:

CD-Review: Burden Of Grief - On Darker Trails
CD-Review: Burden Of Grief - Fields Of Salvation
CD-Review: Burden Of Grief - Dead End Road

Live-Reviews:

25.12.2008: 4. Masters Of Cassel-Festival (Kassel, Nachthallen)
26.12.2005: Masters Of Cassel-Festival (Kassel, Musiktheater)
11.10.2003: Art Of Darkness Festival (Scherfede, Waldhütte)
08.08.2003 bis 09.08.2003: Fun & Crust V (Höchstenbach)
11.07.2003 bis 12.07.2003: Rocktown Open Air 2003 (Bebra, Biberkampfbahn)
21.09.2002 bis 22.09.2002: Metal gegen Krebs (Neukirchen)
22.08.2002 bis 24.08.2002: Summer Breeze 2002 (Abtsgmünd)
01.12.2001: Meatgrinder, Rebellion, Burden Of Grief, The Atmosfear, Die Apocalyptischen Reiter (Jufi, Duderstadt)
15.09.2001: Art Of Darkness Festival (Waldhütte Scherfede)


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Saarbrücken, Garage
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bis
18.08.2007

Summer Breeze 2007
Dinkelsbühl
11.08.2007
Powerwolf
St. Ingbert, Holzstock-Festival
04.08.2007
bis
06.08.2007

18. Wacken Open Air
Wacken
19.07.2007
Pink Cream 69
Saarbrücken, Roxy
05.06.2007
bis
09.06.2007

Swedenrock-Festival
Sölvesborg (S)
25.05.2007
bis
27.05.2007

Rock Hard-Festival
Gelsenkirchen, Amphietheater
26.12.2006
2. Masters Of Cassel-Festival
Kassel, Nachthallen
18.08.2006
bis
19.08.2006

Summer Breeze 2006
Dinkelsbühl
03.08.2006
bis
05.08.2006

17. Wacken Open Air
Wacken
28.07.2006
bis
29.07.2006

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