Interviews

Powerwolf (08.04.2006)

Manchmal hat es Vorteile, wenn ein Sänger erst spät zum Metal kommt, dann ist er mit Melodien nicht so verbraucht

Powerwolf

Tanja: Hallo Falk! Schön, dass Du ein wenig Zeit mitbringst. Im April letzten Jahres habt ihr Euer Album »Return In Bloodred« herausgebracht. Ich bin zwar ein wenig spät dran, aber es ist immer noch durchaus interessant, Euch ein wenig auf den Zahn zu fühlen ... Erzähl mal, wo kommt ihr her, wer seid ihr und wie, wo und wann begann die Geschichte um Powerwolf?

Falk: Gegründet wurde die Band von den Gebrüdern Greywolf. Die Jungs machen schon seit Jahren Musik, fanden aber nie die richtigen Leute, um eine Band wie Powerwolf zu starten und ihren Traum von dieser Art Heavy Metal zu zelebrieren. Bei einem Kurzurlaub in Rumänien, ich glaube das ist Schicksal, trafen sie Attila in einer Bar. Attila studiert zur Zeit noch klassischen Gesang an der Academy in Bukarest. Er ist bzw. war aber schon länger auf der Suche nach neuen Herausforderungen, so dass er nicht lange zögerte, bei den Greywolfs vorzusingen. Irgendwie hat es direkt gefunkt, so dass Matthew mich und Stéfane anrief, um bei der neuen Band mitzumachen. Ich für meinen Teil kann sagen, dass dies die beste Entscheidung meines Lebens war. Ich habe eine lange Zeit »Metal Keyboard« mit den üblichen Dream Theater/Gothic Sounds gemacht. Jetzt benutze ich nur noch eine mörderische Hammond, YEAH, das ist geil.

Wo habt ihr »Return In Bloodred« aufgenommen?

Aufgenommen haben wir die Scheibe in Göteborg im Studio Fredman. Ist dir ja bestimmt ein Begriff, denn da haben Bands wie Soilwork, In Flames oder auch Hammerfall ihren Sound gehext bekommen. Aber insbesondere der »The Crown« Sound hat uns veranlasst, den weiten Weg in den kühlen Norden auf uns zu nehmen.

Wer von Euch ist für das Songwriting zuständig? Gibt es bei Euch Gruppendynamik oder habt ihr einen Main Songwriter, der für die Tracks zuständig ist?

Ich denke wir unterscheiden uns da nicht großartig von anderen Bands. Die verschiedenen Bandmitglieder bringen eine Grundidee für einen Song mit. In Zeiten moderner Computertechnologie kann man den Song quasi zu Hause eine wenig vorproduzieren. Im Proberaum gibt dann jeder seinen Senf dazu und so entstehen die Songs. Wichtig sind uns griffige Refrains und hier hat Attila einen riesengroßen Einfluss. Manchmal hat es Vorteile, wenn ein Sänger erst spät zum Metal kommt, dann ist er mit Melodien nicht so verbraucht. Das ist genau der Grund, warum die Greywolfs keinen typisch deutschen Metal Shouter wollten, ohne jetzt Michael Kiske zu nahe zu treten, ha,ha.

Wie gestaltet sich der Songwriting-Prozess im Detail? Wie wird begonnen, was kommt zuerst, was folgt anschließend?

Meistens startet man mit einem Gitarren oder Orgelriff. Attila gibt aber durch seine Lyrics bestimmte Stimmungen vor, die wir als Instrumentarier dann einfangen müssen. An solchen Tagen ist es wichtig, sich nicht zu lange dem Sonnenlicht auszusetzen.

Wo nehmt ihr all Eure Kreativität her?

Von den Wölfen in den Freigehegen.

Wie seid ihr auf den Bandnamen »Powerwolf« gekommen? Welche Bedeutung hat er?

Zum einen ist der Nachname der Brüder darin verwickelt, zum anderen Attilas Faszination für rumänische Sagen und dem Wolf, als mystisches und kraftvolles Tier. Er spielt in rumänischen Sagen eine große Rolle. Ich meine, hier treffen auch zwei Kulturen aufeinander, die deutsche und die transylvanische. Dies kann man in der Musik sehr gut hören und dies steht auch genau für unsere Musik, die Power des klassischen Heavy Metals kombiniert mit einer mystischen, »doomigen« Stimmung.

Warum habt ihr Euer Album »Return In Bloodred« genannt? Schließlich ist es ja keine Rückkehr, da es Euer Erstlingswerk darstellt ...

Diese Art von Musik wollten wir schon unser ganzes Leben lang machen. Es gab jedoch nie die richtige Bandkonstellation. Das ist nun der Fall! So ist dieses Album eher ein »Return« als ein Beginn. Ein »Return« zu unseren inneren musikalischen Wurzeln. Außerdem ist »blutrot« die Farbe des Wolfes, der versteckt im Busch auf sein »bloody meat« wartet. Yeah!

Ihr spielt seit Ende letzten Jahres mit Nocturnal Rites und Gamma Ray auf Europa-Tournee gewesen. Welche Erfahrungen konntet ihr sammeln? Wie hat Euch das Tourleben verändert? Wie seid ihr mit den anderen Bands ausgekommen? Bekommt man auf Tour auch etwas von den jeweiligen Städten bzw. Ländern mit?

Ich sag nur Lehrjahre sind keine Herrenjahre…. Nein, wie konnten jede Menge neue Erfahrungen sammeln. Viele von uns waren ja schon öfters auf Tour aber es ist immer wieder anders. Speziell als Support. Nein, es war einfach eine geniale Sache mit dem ersten Album solch eine große Tour spielen zu können. Dafür sind wir Gamma Ray, Schrörg und Metal Blade sehr dankbar.
Auf Tour fährt man einen komplett anderen Film als in der »normalen« Welt. Du wachst jeden Morgen in einer anderen Stadt auf und weißt, dass du abends wieder auf der Bühne stehst. Ein sehr spannendes und schönes Gefühl. Mit Noc und Gamma Ray sind wir sehr gut ausgekommen. Da wir mit Noc den Nightliner geteilt haben war klar, dass wir mehr mit ihnen abhängen als mit den Gammas. Mit den Schweden war schließlich immer ne schöne Party angesagt. Cheers Friedrich and Crew!
Was die jeweiligen Städte angeht: Zeit hast du in der Regel genug und wir haben versuch so viel wie möglich in Madrid, Barcelona oder Paris zu sehen. Aber an manchen Tagen fühlt man sich suboptimal und dann ist eine Buskoje der ideale Aufenthaltsort.

Wie ist die Metal-Szene so bei Euch? Gibt es viele Metaller?

Naja, da gibt es verschiedene Antworten in der Band, da wir ja unterschiedlich wohnen. Attila würde Dir bestimmt was anderes sagen als ich. Ich denke, dass die Metal Szene insgesamt wieder selbstbewusster und mehr ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist. Schau Dir nur die Metal Parties in jeder Stadt an. Es gab eine Zeit da waren vielleicht Mille Petrozza, Ventor und ich anwesend ... Heute sind die jeweiligen Clubs gut gefüllt.

Was steht gigmäßig bald wieder an?

Wir werden im Sommer einige Festivals spielen und im Herbst ein paar Shows. Priorität hat aber unser neues Album.

Wie würdest Du Eure Musik beschreiben? Welche Einflüsse verarbeitet ihr?

Ein Interviewer aus Ungarn hat unseren Stil als »old school heavy metal with a huge doom feeling« bezeichnet. Mann, das klingt gut!

Warum und wie würdest Du jemandem Euer Album empfehlen?

Siehe letzte Frage ... Nein im Ernst. Ich denke das Album versprüht eine ungeheure Energie und die Ohrwürmer bohren sich in dir fest ...

Welche Themenbereiche beinhaltet »Return In Bloodred«?

Das ist ein spezielles Thema von Attila. Da kannst du ein Extra - Interview mit ihm machen ... ha, ha ...

Welcher ist Dein Lieblingssong auf der neuen Scheibe?

Ich mag das ganze Album, ha, ha. Ne, aber wenn ich einen Lieblingssong wählen müsste, so würde ich »The Kiss Of The Cobra King« wählen. Da ist die Orgel besonders rotzig, ein absoluter Ohrwurmrefrain und ein Metalchor den Attila mit einem Schwert dirigiert, was will man mehr.

Wie weit wollt ihr mit Powerwolf hinaus? Ist Powerwolf eine Spaßband oder doch eher etwas Ernstes?

DER WOLF MACHT NIEMALS WITZE!!

Wer war für das tolle Cover-Artwork verantwortlich?

Für das komplette Artwork zeigt sich Benjamin Buss verantwortlich. Er hat da ein gutes Händchen. Vielleicht kennst du ihn von ner bekannten Gothic Band ... (ja, den kenn ich von ner bekannten Gothic Band - Anm. Tanja)

Gerade ist es (leider) ein wenig ruhig um Euch. Was macht ihr Powerwölfe gerade? Seid ihr schon wieder fleißig mit neuen Songs? Wird es wohl sogar in naher Zukunft ein neues Album von Euch geben?

Ja, wir sind mittendrin. Wir überlegen auch, einen Song schon vorab im Studio aufzunehmen. So können wir die Stimmung besser auffangen…. Es wird mystischer und vielleicht auch etwas härter. Es gibt bereits einige Titel wie z.B. »Bloodfever«, »We Take It From The Living« oder »Carpathos The Great«. Aber der Wolf kann nicht mehr verraten ...

Deine Worte an die Metaller-Nation:

Raise your Metal fist and be proud like a battle horse!!

Tanja

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