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Satyricon - Now, Diabolical

(Spielzeit: 45 min./VÖ: 15.04.2006)
Satyricon - Now, Diabolical

Schon beim erstmaligen Hördurchlauf des Satyricon-Debüts »Dark Medieval Times« wusste ich, dass diese gnadenlos talentierte Band geradezu prädestiniert dafür sein musste, irgendwann eine wichtige Rolle im Black-Metal-Genre zu spielen, da sie über einen enorm hohen stilistischen Wiederkennungswert und obendrein noch das notwendige technische Können verfügte, das Schwarzheimercombos der ersten Liga auszeichnet.
Seit dem Debüt sind gut zwölf Jahre vergangen, die Band klingt heute textlich und spielerisch anders: wesentlich reifer und längst nicht mehr ganz so hyper schnell, wie damals auf den ersten drei Scheiben, was zeigt, dass die Zeit auch an der norwegischen Combo um Bandleader Satyr nicht spurlos vorbei gegangen ist.
Beinahe alle Stücke auf dem aktuellen Satyricon-Longplayer (siehe z. B. The Pentagramm Burns, That Darkness Shall Be Eternal, To The Mountains, sowie der erstklassige Titeltrack) sind vorwiegend im Midtempo-Bereich gehalten. Die rabiaten Hochgeschwindigkeitsknüppelorgien der frühen Anfangstage gehören damit endgültig der Vergangenheit an. Statt dessen kommen auf Now Diabolical permanent in die Songs hinein gepackte Hellhammer/Celtic Frost Einfüsse zum Vorschein, die gepaart mit neueren Dark-Throne-Anleihen, einer immensen Heavyness und der für die Norweger gewohnt mystischen Atmosphäre dem Album über weite Strecken einen geradezu mörderischen Groove verleihen, weshalb sich auch dieses Scheibchen zu Recht mit den älteren Klassikern Marke »Dark Medival Times«, »The Shadowthrone« oder »Nemesis Divina« messen kann, woran selbst die Tatsache, dass es mittlerweile zahlreiche Schwarzheimerbands gibt, die wesentlich schneller und doublebasslastiger spielen (als Satyricon es heute tun), nichts ändert.
Eine derartige soundmäßige Dichte und intensive, nahezu unheimliche Atmosphäre, gepaart mit traumhaft wunderschönen Gitarrenmelodien und enorm fettem Groove kriegen nur die aller wenigsten Bands des Genres hin. Keine Frage, Satyricon gehören nach wie vor zu den Besten ihres Fachs.
Konsequent wird der bereits auf dem keineswegs schwächeren Vorgängeralbum »Volcano« eingeschlagene Kurs fortgesetzt. Geradlinig, düster, kompromisslos ins Gesicht und mit der Wucht tödlich kalkulierter Präzision zeigt der neueste Satyricon-Output zahlreichen Hinterwäldlercombos einmal mehr, wo der Hammer hängt bzw. wie moderner, zeitgemäßer Blackmetal ohne Schnörkel anno 2006 zu klingen hat!
Der eingeschworenen Die-Hard Knüpelblackmetal-Fanbrigade, die schon lange einer Abkehr vom »Volcano«-Sound entgegen fiebert, dürfte Now Diabolical wohl eher weniger gefallen. Blackmetalfans, die es hingegen dreckig, klassisch oldshoolig, heavy und modern zugleich haben wollen, liegen mit diesem empfehlenswerten Silberling genau richtig. Fazit: Simpel, geradlinig, atmospärisch und gut!

Toschi

 Tracklist:
  1. Now, Diabolical
  2. K.I.N.G
  3. The Pentagram Burns
  4. A New Enemy
  5. The Rite Of Our Cross
  6. That Darkness Shall Be Eternal
  7. Delirium
  8. To The Mountains
Discographie:
1993 - Dark Medieval Times - Moonfog
1994 - The Shadowthrone - Moonfog
1996 - Nemesis Divina - Moonfog
1999 - Rebel Extravaganza - Nuclear Blast
2002 - Volcano - Virgin
2006 Review ansehen ... Now, Diabolical - Roadrunner Records
weitere Infos:

Homepage www.satyricon.no

Label: Roadrunner Records


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